searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Sumatra: Padang & Mt. Merapi

Gluecklicherweise haben wir uns schon vor n paar Tagen ne indonesische Telefonkarte besorgt, um wenigstens ab und an Internet zu haben. Das Ganze funktioniert recht easy und vor allem billig und mit dem Zaubersatz: "Pulsa antak lima ribuh pulu" kriegt man in jeder noch so kleinen Bredderbude wieder die Karte um 50.000 Rph's aufgeladen.
Dementsprechend gut hat unser Date im naechsten Dorf, Nagari Sungai Pisang geklappt und die zwei Jungs haben bei unserer Ankunft schon auf uns gewartet, um uns mit deren Motorraedern zurueck nach Padang zu bringen. Dank der Rucksaecke auf unseren Ruecken war die Fahrt nicht ganz so dankbar und die 20 Kg haben ihr Bestes gegeben uns rueckwaerts von den Maschinen zu ziehen. Irgendwann endlich in Padang angkommen, mussten wir feststellen dass die Stadt nicht wirklich mit Schoenheit auftrumpfen kann. Das war uns aber erstmal egal, da wir einiges zu erledigen hatten und dafuer war die Stadt perfekt. Zuerst brachten wil unsere Rucksaecke zu Mahmeds Bude, die sich aber recht schnell als Office fuer irgendein Projekt mit Kindern entpuppte, wo auch noch ca. 10 andere Indonesier abhingen, die fernsehschauend und rauchend, wie etwa gefuehlte 99% aller Indonesier, auf dem Boden rumlungerten. So wirklich haben wir das mit Projekt nicht gecheckt, aber wir sind eh direkt weiter in Richtung Zentrum zum Shoppen und sind davon ausgegangen, spaeter eh noch zum Schlafen zu Mahmeds Apartement zu fahren. Hierfuer haben die zwei ihre beiden alten Vespas klar gemacht, mit denen es am nexten Tag auch zum 2 Stunden entfernten "Gunung Merapi", dem hoechsten und vor allem noch aktiven Vulkan Sumatras gehen sollte. Abends war ich noch mit Mahmeds Mitbewohner oder Projektgehilfen oder nichts von beidem, genannt Andre an der Universitaet Skateboard fahren. Als wir zurueck gekommen sind, erfahre ich auch dass wir im Office mit 12 anderen Indonesiern auf dem Boden schlafen muessen und mein Traum von einem eigenen Zimmer mit einem gemuetlichen Bett wird dank dieser Info binnen eines Bruchteils einer Sekunde zunichte gemacht. Da wir aber beide wissen, dass definitiv noch wesentlich unguenstigere Schlafgelegenheiten auf uns warten, nehmen wirs recht gelassen und haengen noch ewig mit den Jungs in deren Kueche ab. Gluecklicherweise haben die Jungs uns, was das Schlafen angeht verarscht und wir durften im Vorraum schlafen und haben sogar noch ne kleine Matte bekommen.

Am nachsten Tag dann waren die Beiden schon damit beschaeftigt, alles Notwendige fuer die bevorstehende Vulkantour nahe Bukittinggi vorzubereiten und waren schon seit drei Stunden wach.
Ne Stunde spaeter sassen wir auch schon, diesmal mit noch mehr Gepaeck auf den beiden Rollern in Richtung Busbahnhof. Dort haben wir unsere beiden Rucksaecke in den Direktbus nach Bukittinggi schmeissen koennen, den wir dann in Hoehe des Vulkans, ca. eine halbe Stunde vor Bukittinggi abfangen wollten. Leider war der Bus schneller und Mahmeds Plan hat damit nicht so ganz funktioniert, woraufhin wir alle weiter gefahren sind und die Rucksaecke am dortigen Busbahnhof abgeholt haben.
Irgengwann dann aber waren wir so weit und endlich auf dem Weg zum Merapi. Vor dem Aufstieg gabs noch Chickencurry mit Reis von der Strasse und wir mussten zum Ersten mal mit unseren Haenden essen. Mein Essenswunsch nach Nudeln hat mir Mahmed verweigert, mit der Begruendung, dass wir Kalorien fuer den Trek brauechten. Spaetestens da haette uns klar werden sollen, dass unser Vorhaben wohl doch etwas serioeser und evtl. auch anstrengender als gedacht werden koennte.
Der erste Kilometer war noch relativ entspannt und hat uns im Schein unserer Taschenlampen, vorbei an Chilli- und Tomatenfeldern zum eigentlichen Startpunkt des Treks gefuehrt, wo es auch direkt damit losging ueber und unter Wurzeln durchklettern zu muessen, waehrend es noch immer schweineheiss war und unsere Trinkvorraete schon nach einer halben Stunde fast verbraucht waren. Nach ca. 2 Stunden gabs die erste laengere Pause und unser Guide Mahmed hat uns Tee gekocht und irgendwas von Zeltaufbau gefaselt. Wir wussten gar nicht, dass er in seinem Riesenrucksack auch noch zwei Zelte neben dem ganzen anderen Campingzeugs beherbergt und haben uns mit dem Gedanken an Schlaf recht schnell angefreundet. Umso schlimmer war es dann 3 Stunden sich wieder aufzuraffen und weitergehen bzw. weiterklettern zu muessen. Die Tatsache, dass es die naechsten vier Stunden in voelligster Dunkelheit und schon jetzt physisch am Ende so weitergehen sollte, machte mich wahnsinnig und ich hatte auf einmal einen Hass auf alle Vulkane dieser Welt. Irgendwann dann aber hat man sich an die folteraehnlichen Bedingungen gewoehnert und ab ca. 80% hat sich der eben noch vorherrschende Dschungel in eine karge Steinlandschaft entwickelt, die jedoch genauso anspruchsvoll sein sollte. Bestens "getimt" kamen wir totmuede nach Sonnenaufgang an der Spitze an und mussten direkt feststellen, dass es dort oben eiskalt war und wir mit unseren Pullis nicht wirklich adaequat ausgeruestet waren. Zum Glueck hatten wir aber noch die Schlafsaecke dabei, die einem zumindest das Gefuehl gaben, nicht erfrieren zu muessen. Der Plan war eigentlich noch was zu fruehstuecken und dann langsam wieder den Abstieg zu beginnen. Leider sollte auch dieser Plan nicht hinhauen, da wir vier alle eingeschlafen und 2 Stunden spaeter mit verbrannten Gesichtern wieder aufgewacht sind. Der Abstieg war glueckicherweise nicht ganz so krass und so haben wir das Ganze in drei Stunden und damit der Haelfte der Zeit gepackt.

Im Anschluss daran, hiess es fuer uns Abschied von Mahmed und Bayu zu nehmen und uns ein Zimmer im, schon vorher empfohlenen "Hello Guestouse" in Bukittinggi klar zu machen.

Unsere Schlafgelegenheit

Unsere Schlafgelegenheit

Die Padangcrew

Die Padangcrew

erste kleinere Probleme bei der Fahrt zum Vulkan

erste kleinere Probleme bei der Fahrt zum Vulkan

nac ca. 20 min schon leicht im Arsch

nac ca. 20 min schon leicht im Arsch

und weitere 20 min spaeter direkt eingepennt

und weitere 20 min spaeter direkt eingepennt

kurz vor der Spitze

kurz vor der Spitze

time for breakfast

time for breakfast

Wasserflaschen auffuellen vorm Abstieg

Wasserflaschen auffuellen vorm Abstieg

zurueck am Camp

zurueck am Camp

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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