searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Nepal: Helambu / Gosain Kunda Trek

Gegen 10:00 uhr morgens gings dann am uebernaechsten Morgen in den Stadtteil Bouddhanapat, wo nebenbei auch die weltweit groesste Stupa steht. Hier konnten wir unsere Rucksaecke bei Dianes Bekannten Jofre aus Barcelona lagern, der sich hier ein Haus gemietet hat, weil er hier n Job als Helikopterpilot fuer Himalayafluege bekommen hat. Das war schon mal ganz praktisch fuer uns ne Connection zu haben, falls uns irgendwas passieren sollte. Ne halbe Stunde spaeter sassen wir dann auch schon wieder im ueberfuellten LocalBus nach Sundarijal, was der Anfangspunkt unseres geplanten Treks war. Mittags wars noch ziemlich heiss, doch je laenger wir dem steilen Pfad aufwaerts durch satten Dschungel folgten, desto kaelter und kaelter wurde es. Gegen ca. 17.00 kamen wir dann bei unserem ersten Stop an, wo es ohne Jacke schon unaushaltbar war. Leider sollte dies auch fuer unser Zimmer gelten, was wir uns aufgrund der horrenden Preise direkt zu dritt geteilt haben. Ausser drei Gaestehauesern und zwei privaten Haeusern hatte das Dorf nicht viel zu bieten und nach einem schlechten und ueberteuerten Abendessen, hiess es um 22:00 uhr schlafen zu gehen. Nicht auch deswegen, weil wir das gute Wetter am Morgen nutzen wollten um Strecke zu machen. Nach dem Fruehstueck gings dann um 06:30 uhr weiter zum naechsten ca. 7 Stunden entfernten Stop nach Kutumsang, dass direkt auch schon auf ner Hoehe von 2600 m war. Leider brachte die zunehmende Hoehe zwangslaeufig uzunehmende Kaelte mit sich und wir haben schon wieder die naechste Nacht gefuerchtet. Zwar bekommt man auf jeder Huette mehrere Decken, aber auch die bringen nicht allzu viel, wenn man mit dem denkbar schlechtesten Schlafsack fuer solch ein Vorhaben ausgeruestet ist. Komischerweise hatten wir das Gefuehl den ganzen Trekkingweg fuer uns zu haben und wenn, kamen uns nur selten anderen Trekker entgegen. Diane ist eigentlich aus Ecuador und so wars cool nebenbei mal wieder das Spanisch aufpolieren zu koennen und Tips zu bekommen, da das Land ja in n paar Monaten auch auf der Liste steht. Irgendwann dann sind wir in dem eiskalten und diesmal noch kleineren Doerfchen Kutumsang angekommen, wo wir direkt im ersten Guesthouse als einzige Gaeste untergekommen sind. Die als heiss versprochene Dusche hat sich wie erwartet als Farce herausgestellt und so mussten wir uns mal wieder mit Eiswasser begnuegen. Gluecklicherweise hiess die Einsamkeit im Guesthouse aber auch, dass wir die Einzigen am Ofen waren und so all unsere verschwitzten und durch den Regen nass gewordenen Regen trocknen konnten. Dies sollte sich im Folgenden noch als kostbares Privileg herausstellen, dass uns leider nicht allzu oft vergoennt sein sollte. Hier haben wir auch zwei nepalesische Guides beim Abendessen kennengelernt, die sich darueber gewundert haben, warum wir den Trek vom Endpunkt aus starten und nicht umgekehrt, weil wir so 70 % Aufstieg hatten. Haaaeh? Sollte das auch die Erklaerung dafuer sein, warum nie irgendwelche anderen Leute vor oder hinter uns in die gleiche Richtung gelaufen sind? Wahrscheinlich ja... Diane war das Ganze sichtlich peinlich, aber so hatten wir den harten steilen Part wenigstens am Anfang und in wenig Abstieg am letzte Tag. Irgendwie wurde ich das Gefuehl nicht los, dass die beiden Krankenschwestern von Tag zu Tag frueher loswollten und aufgrund ihres gewohnten Schichtrhytmusses damit auch keine Probleme hatten. Ich leider schon und ausserdem fand ich das Argument, durch einen fruehen Start und dementsprechend weniger Sonne nicht so zu schwitzen, etwas duerftig. Gluecklichweise konnten wir uns in der Mitte bei 06:30 uhr als neue Fruehstueckszeit treffen und so sind wir die naechsten Tage entweder kurz vor oder nach Sonnenaufgang aufgestanden, der mit zunehmender Hoehe auch immer beeindruckener werden sollte. Die Abende in den wenigen aber durchweg ueberfuellten und immer teurer werden Huetten gestalteten sich recht aehnlich und meistens sind wir auch schon gegen 21:00 uhr pennen gegangen, da entweder jeder muede vom Trekken oder alt und deswegen bei Zeiten muede war. Waehrend es die ersten Tage noch immer wieder durch kleinere Doerfer mit neugierigen und von der starken Sonne gegerbten Gesichtern an jedem Hauseingang ging, wurden auch diese mit zunehmender Hoehe immer rarer. Das Highlight unserer Wanderung waren aber definitive die letzten Tage, wo wir auch den 4600 m hohen LaurebinaPass ueberqueren mussten um zu dem, von Seen und weissen Bergen umgebenen Ort "Gosain Kunda" zu gelangen. Gluecklicherweise hatten wir an diesem Tag Sonne pur und so wars von der Kaelte her ertragbar, gleichzeitig bedeutete dies aber auch das Schmelzen des Schnees und somit nasse Laufschuhe fuer mich. Die Aussichten machten aber all dies wieder wett und auch im naechsten Ort hat unsere Masche wieder gezogen, dass wir bis jetzt ueberall kostenlos uebernachten konnten und dies doch auch hier erwarten wuerden, solange wir das Abendessen und das Fruehstueck bezahlen wuerden. Da das wirklich ueberall geklappt hat, scheint das wohl so ueblich zu sein. Strom, warmes Wasser oder Heizungen gab es eher selten, letzteres nie. Voll mit den unbeschreiblichen Eindruecken vom Vortag ging es am letzten Tag schon wieder innerhalb von 5 Stunden ins 2000 m tiefer liegende Dhunche, von wo aus wir den Local Bus oder noch lieber einen privaten Jeep erwischen wollten. Leider kostet ein Jeep aber zwischen 100 und 130 US-Dollar, weswegen die Moeglichkeit schonmal vom Tisch war. Grund fuer die ganze Aufregung war die Tatsache, dass in der Woche vorher ein Bus auf der gleichen Strecke die Klippe runtergestuerzt ist und alle Insassen dabei ums Leben gekommen sind. Wenn man die enge Strasse, deren Beschaffenheit und den Abgrund direkt daneben sieht, wundert einen dieser Unfall und mehrere Buswracks am Ende der Schlucht nicht mehr. Trotzdem mussten wir aber irgendwie zurueck nach Kathmandu kommen und so blieb uns keine andere Moeglichkeit als den letzten Bus auf dem Dorf zu nehmen, der eigentlich um 14:00 uhr fahren sollte, die Jungs jedoch noch um 15:00 uhr damit beschaeftigt waren, den Bus weiterhin hoffnungslos mit riesigen Gasflaschen und Menschen zu ueberladen. Irgendwann gings dann los, nur um 1 min. spaeter schon wieder irgendwo zu stoppen und weiter zu beladen. So gings bis ans Dorfende, bis wir dann eine weitere Stunde spaeter endlich losfuhren. Nach einer halben Stunde Todesangst und 3 mal schlimmeren Strassenverhaeltnissen als in Guatemala, welche ich damals echt bedenklich fand, ging ploetzlich erstmal nichts mehr. Der Grund war ein Erdrutsch, dessen Ueberbleibsel ein Bagger vor uns gerade zu beseitigen versuchte. Nach einer weiteren Stunde und einer mehr oder minder befahrbaren Strasse, hat der Busfahrer es tatsaechlich geschafft, die alte Rostlaube ueber die spitzen Steinreste zu bugsieren, ohne dabei alle vier Reifen zu zerloechern. Irgendwann dann gegen Abend und viel zu spaet um noch einen Anschlussbus nach Kathmandu zu bekommen, haengen wir in einer weiteren Stadt fest, wo wir uns gleich im naechstbesten Hotel ein Zimmer nehmen und die heisse Dusche, Strom, Fernseher usw. kaum erwarten koennen. Am naechsten Morgen gehts dann gluecklicherweise nicht allzu frueh zurueck nach Kathmandu und die Stadt schien uns noch stressiger als zu vor zu sein. Jetzt heissts hier noch unser Visa bei der indischen Botschaft abzuholen und dann gehts uebermorgen weiter nach Pokhara, wo wir noch keine Ahnung haben was uns erwartet. Jedenfalls solls da schoen entspannt sein und wir schauen mal was auf uns zukommt. Bis dahin und Namaste!

beste chinesische Qualitaet

beste chinesische Qualitaet

eines unserer arschkalten Zimmer

eines unserer arschkalten Zimmer

Diane, Simona und Alejandro. Egal wo.. jeder denkt wir seien Spanier. Muy bien... soll uns zum feilschen recht sein, da sogar Nepalis um deren beschissene Wirtschaft und Armut wissen..

Diane, Simona und Alejandro. Egal wo.. jeder denkt wir seien Spanier. Muy bien... soll uns zum feilschen recht sein, da sogar Nepalis um deren beschissene Wirtschaft und Armut wissen..

einer der begehrtesten Plaetze

einer der begehrtesten Plaetze

so grenzenlos ist die freiheit ueber den wolken gar nicht. alleine das atmen ist schon ne andere nummer...

so grenzenlos ist die freiheit ueber den wolken gar nicht. alleine das atmen ist schon ne andere nummer...

Gosain Kunda

Gosain Kunda

being a sherpa. 
die jungs tragen im schnitt ca. 30 kg und koennen einem mit einem tageslohn von 5 Us Dollar echt leid tun. Gluecklicherweise haben wir entgegen der meisten anderen Trekker unseren Scheiss selbst getragen..

being a sherpa.
die jungs tragen im schnitt ca. 30 kg und koennen einem mit einem tageslohn von 5 Us Dollar echt leid tun. Gluecklicherweise haben wir entgegen der meisten anderen Trekker unseren Scheiss selbst getragen..

und zack. schon wieder ist die "Strasse" befahrbar

und zack. schon wieder ist die "Strasse" befahrbar

und beim ca. 10 Anlauf schaffts auch unser Bus den Berg hoch

und beim ca. 10 Anlauf schaffts auch unser Bus den Berg hoch

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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