searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Peru: The Boatride to Iquitos

The Boatride to Iquitos

Am nächsten Tag war`s dann aber so weit und als pünktlich gegen 18:00 uhr alle Waren verladen, alle Gäste an Bord und auch der Rest der Crew bereit war, der sich in nichts von den anderen Gästen unterschied, gings endlich los. Die anderen Touristen auf dem Boot waren überwiegen jünger bis in unserem Alter und so gestaltete sich die Fahrt als relativ entspant. Wenns nicht gerade geregnet hat, waren wir meist auf dem Oberdeck, um Sonne und Ausblick zu geniessen und einfach ein wenig abseits vom hoffnungslos überfüllten Unterdeck zu sein. Leider sollte es erst am nächsten Morgen das erste Essen geben und so mussten sich schon einige durch die erste Nacht hungern, die auch für uns Horror war. Der Motor war unglaublich laut und schon gegen 6:00 uhr morgens kamen die ersten Verkäufer aufs Boot, die lautstark ihre überwiegend ähnlichen Waren feil boten. Eine Stunde später gab es Frühstück, welches aus einer braunen Suppe, vielleicht auch Schokolade und zwei Milchbrötchen mit Wurst bestand. Nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht sonderlich gut, jedoch sättigend. Immer noch müde beschlossen wir uns noch einmal in die Hängematten zu hauen und so wachten wir erst wieder durch die laut tönende Glocke um 12:00 uhr auf, die das Mittagessen ankündigen sollte. So verging die Zeit und wir schipperten gemächlich auf dem mal breiteren und dann mal wieder schmalerem goldbraunen Amazonas dahin in die peruanische Hauptstadt des Dschungels. Immer wieder wurden kleine Dörfer am Ufer angesteuert um Güter loszuwerden und neue Fahrgäste aufzunehmen. Viele der Einheimischen haben, glaube ich zumindest, während des gesamten Trips vielleicht zwei mal ihre Hängematte verlassen. Unglaublich, da der Trip sich schon sehr in die Länge zieht. Trotzdem war es insgesamt eine schöne und lohnenswerte Reise, die all unseren Befürchtungen glücklicherweise absolut nicht gerecht wurde. Das Essen war ok, das Schiff relativ sauber und das Erlebnis definitiv einzigartig und unvergesslich.

In Iquitos sind wir im ziemlich zentral gelegenen„Casa de las Frances“ untergekommen. Da die ersten Tage hier relativ verregnet waren und die Dschungeltouren aufgrund dessen mal schnell zu einem Überlebenstraining werden können, haben wir uns irgendwann dann doch gegen eine mehrtägige Tour entschieden, die am Tag durchschnittlich 50 Euro pro Person kosten würden. Egal, vielleicht wird`s ja nochmal was in Bolivien, wenn das Wetter dort besser ist.
Gleich am ersten Tag haben wir uns noch den ziemlich großen Markt im relativ armen Stadtteil Belèn angesehen, auf dem man wohl so ziemlich alles kaufen kann, was der umliegende Urwald zu bieten hat. Deshalb werden leider auch sämtliche lebenden Tiere oder schon zum Essen verarbeitete angeboten. Im Anschluss daran haben wir ne kleine Bootstour durch das, jährlich für sechs Monate unter Wasser stehende Wohngebiet unterhalb des Marktes gemacht, deren Bewohner überraschenderweise gut mit der doch relativ belastenden Wassersituation umzugehen scheinen. Belèn ist angeblich die größte Stadt/Gebiet der Welt, das ausschließlich auf Pfählen errichtet ist.
Ansonsten waren wir hier eigentlich jeden Tag bei irgend ner anderen Auffangstation für gefährdete und gerettete Tiere und hatten so absolut keine Probleme, die Woche in Iquitos sinnvoll zu nutzen. So waren wir auf der „Isla de los monos“, bei der Schmetterlings- und Affenfarm „Pilpuntawasi“, auf irgend ner Insel, wo man Papageien, Krokodile und den riesigen im Amazonas beheimateten Urzeitfisch „Paiche“ bestaunen kann und zu allerletzt noch bei ner Aufzucht für „Manatis“.
Vielen der nach Iquitos kommenden Touris ist schon vorher klar, dass sie hier an ner "Ayahuasca-Zeremonie" unter der Federführung eines erfahrenen Schamanen irgendwo im Dschungel teilnehmen werden. Ich glaube für viele ist das auch der einzige Grund nach Iquitos bzw. in das Amazonasgebiet zu kommen. In Iquitos selbst sind fast die meisten Restaurants auch hierauf eingestellt und bieten spezielle Ayahuascadiäten zum Vorbereiten auf die Einnahme an. Ayahuasca wird aus nem Baum oder Pflanze gewonnen und ist ne ziemlich starke Droge, die in die Richtung von LSD gehen soll, jedoch nur stärker. Das ganze kommt aus dem Schamanentum und wird hauptsächlich genutzt um ins eigene Unterbewusstsein vorzudringen. Uns war das auf jeden Fall ne Nummer zu krass und wir blieben bei den Tieren.
Irgendwann dann aber hatten wir scheinbar alle naheliegenden Tiersachen abgeklappert und das Gefühl mal weiter zu müssen. Nächster Stop sollte Lima sein und da die Rückfahrt gegen den Strom mit dem Boot wohl direkt mal 5 Tage gedauert hätte, haben wir uns dezent einen Flug nach Lima gegönnt.
Hier sind wir nun schon wieder seit 2 Tagen, die wir überraschenderweise mit einem für mich bekannten Gesicht auch Kölle verbracht haben.
Mehr dazu beim nächsten Mal!
Haut rein und beste Grüße aus dem gigantisch wirkenden Lima!

Wenn das Handy mal wieder wichtiger ist als die Brüste einzupacken...

Wenn das Handy mal wieder wichtiger ist als die Brüste einzupacken...

fleissig am arbeiten... ich in dem von uns gekauften fischernetz. beide hängematten haben wir glücklicherweise an ne ältere französin losgekriegt, die damit irgendwo in den bäumen schlafen wollte. uns sollte es mehr als recht sein...

fleissig am arbeiten... ich in dem von uns gekauften fischernetz. beide hängematten haben wir glücklicherweise an ne ältere französin losgekriegt, die damit irgendwo in den bäumen schlafen wollte. uns sollte es mehr als recht sein...

Fahrtwind geniessen auf dem Oberdeck

Fahrtwind geniessen auf dem Oberdeck

fleissige Abnehmer für, zumindest schon mal einen Teil der geladenen Fracht

fleissige Abnehmer für, zumindest schon mal einen Teil der geladenen Fracht

Das Mittagessen. Leider hab ich mich zum Kauf der linken kleinen Plastikschale entschieden und dadurch auch immer nur kleine Portionen abgekriegt. War aber kein Weltungergang bei dem eher spartanisch zubereitenden Essen.

Das Mittagessen. Leider hab ich mich zum Kauf der linken kleinen Plastikschale entschieden und dadurch auch immer nur kleine Portionen abgekriegt. War aber kein Weltungergang bei dem eher spartanisch zubereitenden Essen.

Jeden Abend hatten wir atemberaubende Sonnenuntergänge...

Jeden Abend hatten wir atemberaubende Sonnenuntergänge...

und hier mal vom unteren Deck

und hier mal vom unteren Deck

Nicht so schön...

Nicht so schön...

frische Darm-Partygrillspieße gabs auch auf dem Markt in Belèn

frische Darm-Partygrillspieße gabs auch auf dem Markt in Belèn

frisch gegrillte Larven als Snack zwischendurch...

frisch gegrillte Larven als Snack zwischendurch...

leider auch ein gefangener Tukan im Käfig und n Faultier außen am Käfig. Im Haar hatte die Verkäuferin noch nen kleinen Affen liegen. Ziemlich traurig solche Tiere und vor allem auch unter solchen Bedingungen hier kaufen zu können...

leider auch ein gefangener Tukan im Käfig und n Faultier außen am Käfig. Im Haar hatte die Verkäuferin noch nen kleinen Affen liegen. Ziemlich traurig solche Tiere und vor allem auch unter solchen Bedingungen hier kaufen zu können...

streets (oder auch nicht) of belèn

streets (oder auch nicht) of belèn

Faultierbaby...

Faultierbaby...

zwei Brülläffchen auf der Isla de los monos..

zwei Brülläffchen auf der Isla de los monos..

geballte farbpracht...

geballte farbpracht...

cocodrillos waren auch dabei...

cocodrillos waren auch dabei...

Manati oder auch Seekuh... hier schön von simone zur schau gestellt...

Manati oder auch Seekuh... hier schön von simone zur schau gestellt...

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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