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Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Brasilien: Foz do Iguacu

Foz do Iguacu

Ungefähr drei mal mussten wir den Bus wechseln und kamen dann am nächsten Morgen ziemlich unerholt in einer weitaus größeren Stadt als gedacht an. Glücklicherweise hatten wir hier in Foz do Iguazul schon ein Hostel, das wir ansteuern wollten. Leider sollten die Preise aus unserem veralteten Rough Guide Buch nicht mehr stimmen und so kostete das einfachste Zimmer mittlerweile fast doppelt so viel. Immerhin konnten wir den Preis ein bißchen drücken, ne Küche, Frühstück und Pool waren im Preis inbegriffen und so war der Preis nicht mehr ganz so schlimm.
Gleich im Anschluss gings für uns noch auf die brasiliansche Seite der weltbekannten Iguazul-Wasserfälle um uns mit den Horden überwiegend älterer brasilianischer und argentinischer Touristengruppen das Naturspektakel reinzuziehen.
Vorher gings aber noch in den Aves-Vogelpark, der kurz vor dem Eingang der Wasserfälle beheimatet ist. Leider war der Park für uns eher eine Enttäuschung, weil wir eigentlich alles was man hier sehen konnte, schon in den letzten Tagen in freier Natur gesehen oder auf unserer Schulter hocken hatten. Mit der Erkenntnis, tiertechnisch mittlerweile ziemlich verwöhnt und dadurch wohl auch anspruchsvoller zu sein, gings für uns dann bei bestem Wetter zu den imposanten Wasserfällen, die in der Regenzeit wohl eine undurchdringliche weisse mehrere hundert meter lange Wasserwand seien. Aber auch außerhalb der Regenzeit, waren es für uns definitiv die größten Wasserfälle so far. Witzig waren auch die verfressenen Waschbärenartigen Tierchen, die absolut keine Scheu mehr vor Menschen hatten und dort ebenso präsent wie alle anderen Besucher waren.

Die Wasserfälle kann man sowohl von der brasilianischen, als auch von der argentinischen Seite beobachten. Von beiden Seiten bietet sich einem ein völlig unterschiedlicher Ausblick, während man von Brasilien aus eher einen Gesamtüberblick der Fälle bekommt, kann man von Argentinien aus viel näher ran gehen und es gibt auch sonst viel mehr zu sehen.
Zwar meinte jeder, man müsste sich beide Seiten ansehen, aber im Hinblick auf den wirklich stolzen Preis (besonders für die argentinisch Seite) meinen wir: Bullshit, die argentinische Seite langt dicke.
Fast wäre uns noch ein genialer Coup gelungen. Am Vorabend haben wir zwei Iren im Hostel kennengelernt, die uns ihre Eintrittsticket von der argentinischen Seite gegeben haben. Auf der argentinischne Seite gibt’s nämlich den Deal, dass man am zweiten Tag nur noch 50% zahlen muss. Leider wollte die Argentinierin an der Kasse Bilder oder irgend ein Beweis von uns sehen, dass wir am Vortag schon da waren. Den Beweis hatten wir ja leider nicht und Simones Idee, ihr einfach Bilder von der brasilianischen Seite zu zeigen, fand ich hoffnungslos peinlich für uns. Um die ganze Situation abzurunden, kam in dem Moment auch der Fahrer des Hostels zu uns, der uns ungefragt Eintrittskarten auf Vorkasse gekauft hat und diese uns nun demonstrativ vor der Angestellten überreicht. So ein Arsch, vor allem hatten wir ihn ja in unseren Plan eingeweiht, aber irgendwie wollte er das Ganze wohl nicht so akzeptieren. Wahrscheinlich war damit auch wieder irgend ne Provision für ihn verknüpft. Die Tour hatten wir deswegen übers Hostel gebucht, weil man so billiger kommt, als wenn man das Ganze auf eigene Faust macht und zusätzlich hat der Fahrer auch den ganzen Reisepasskram für einen erledigt.

Im Gegensatz zu der brasilianischen Seite am Vortag, war das argentinische Gelände wesentlich weiträumiger und so brauchten wir knapp einen ganzen Tag, bis es dann um vier Uhr zurück ging. Für den nächsten Tag wollten wir, wenn wir schon mal im Dreiländereck sind, auch noch nach Paraguay. Hier gehen die meisten hin um billig einzukaufen, aber schon kurz nach der Überquerung der 10-minütig entfernten Grenze, bei welcher der öffentliche Bus aus unerklärlichen Gründen nicht mal anhält, stellen wir fest, dass es hier durch und durch nur nutzlosen Scheiss zu kaufen gibt. Trotzdem nutze ich die Zeit, um mal wieder einer Peluqueria bzw. Friseur n Besuch abzustatten. N paar Stunden später sitzen wir auch schon wieder im Bus und fahren über die riesige Brücke über dem Paraguay River zurück nach Brasilien. Ich hattte es deswegen eilig, weil es hier einen relativ neuen Skatepark zu geben scheint, den ich mir nicht entgehen lassen wollte. Nach einigem Hin und Her mit den Bussen, zig vielen falschen Angaben hinsichtlich der Haltestelle, Busnummern usw. haben wir dann endlich noch den ziemlich geilen Park gefunden. Leider hatte ich noch n Skypedate mit unseren Kumpels Simon und Su, weswegen wir ne Stunde später schon wieder losmussten um das gleiche Spiel noch einmal mitzumachen. Keine Bushaltestelle in Sicht, keine Busse in Sicht, nur ein Hund, der unaufhörlich versucht Simone zu besteigen und der durch ihre Versuche diesen abzuchütteln, scheinbar nur noch geiler wird. Irgendwann kommt dann kommt doch ein Bus und der nervige Hund darf glücklicherweise nicht mitfahren.
Abends hieß es noch Schilder beschriften für den nächsten Tag, weil wir den wahnwitzigen Plan geschmiedet hatten, die 1500 km nach Rio zu trampen, bzw. erstmal einen Teil davon zu probieren versuchten. Im Internet hatten wir ne Seite (Hitchwiki.de) gefunden, auf der alle möglichen Tramperstellen, angeratene Zwischenstops usw. aufgeführt waren. Zu dem empfohlenen Truckstop, etwas außerhalb von Foz do Iguazul und auf dem Weg nach Cascavele kamen wir mit dem öffentlichen Bus.
Dort angekommen mussten wir schnell feststellen, dass es sich hier aus verschiedenen Gründen nicht um die beste Stelle handelte. Zum Einen verkehrten überwiegend Laster, die gar nicht über genügend Platz für uns beide verfügten & zum Anderen bekam man von den vorbeirasenden Autos überwiegend nur Staub zu sehen. Nach drei bis vier Stunden frustrierten Wartens gaben wir uns unserem Schicksal hin, packten unsere Sachen und nahmen uns einen Bus zurück in die Stadt, um noch einmal für eine Nacht das Hostel anzusteuern und um am nächsten Mittag den 80 Euro teuren und 26 Stunden langen Bus nach Rio zu nehmen.

im vogelpark

im vogelpark

der wasserfall von der brasilianischen Seite aus

der wasserfall von der brasilianischen Seite aus

Waschbären und Affen gabs auch hier wieder im Überfluss

Waschbären und Affen gabs auch hier wieder im Überfluss

kurzer Ausflug ins hässliche paraguayanische Grenzstädtchen.

kurzer Ausflug ins hässliche paraguayanische Grenzstädtchen.

Schön wärs gewesen...

Schön wärs gewesen...

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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