searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Brasilien: Salvador

Salvador

Zwar ist die Entfernung zwischen Morro de Sao Paulo und Salvador nicht wirklich groß, aber ein bisschen kompliziert und mit zig vielen Stops verbunden. Zu allererst hieß es erstmal von der Insel runter zu kommen, wofür wir mit dem Localboot auf die gegenüberliegende Seite nach Atracadour fahren mussten, von dort aus einen weiteren Bus an die nächste und etwa 7 km entfernte Kreuzung nehmen, wo der Bus nach Bom Despacho gelegentlich vorbeikommt. Von dort setzt dann noch einmal eine Riesenfähre durch die Meerenge über nach Salvador. Auf dem kompletten Landweg wäre dies auch möglich gewesen, aber hätte dann aufgrund des Umwegs mehrere Stunden gedauert. Eigentlich stand Salvador gar nicht wirklich auf dem Programm, aber da die Stadt mit dem größten Strassenkarneval der Welt eh auf dem Weg lag, dachten wir uns, dort für zumindest zwei Nächte zu bleiben. Über die Website von Hostelworld haben wir n billiges Hostel in der sonst relativ teuren Gegend „Barra“ am Meer und im äußersten Süden der Stadt finden können. Vorher mussten wir aber erstmal dahin kommen und so hieß es heraus zu finden, welcher der im Sekundentakt vorbeikommenden Busse in etwa die Richtung ansteuern würde. Wären wir noch in Bolivien, sässen wir schon längst wieder nobel im Taxi und hätten andere Probleme. Hier oben verstehen leider auch nur noch die wenigsten Spanisch und so kann so eine eigentlich einfache Aufgabe, wie in diesem Fall den richtigen Bus zu finden, schon mal schnell zu einer größeren Herausforderung werden. Irgendwann dann aber haben wir verstehen können, auf welche Schilder wir am Bus achten sollten und zack, da kam auch schon einer. Ebenso nervig war es jedoch auch, mit den mittlerweile nicht nur schweren, sondern nun auch extrem unförmigen Rucksäcken durch die Bustür, geschweige denn durch das Drehkreuz zu passen. Wir sind schon gespannt, was wir zuhause alles darin finden werden, neben den drei Teppichen aus Bolivien, den beiden Decken, sowie der Voodoopuppe und Flöte aus Peru, unseren Schulunterlagen und den, mittlerweile wahrscheinlich schon verrotteten Cohibazigarren aus Kuba. Von daher geht da mittlerweile auch gar nix mehr rein und was jetzt noch dazukommt, wird aussen dran geschnallt oder irgendwas anderes im Gegenzug weggeschmissen.

Irgendwann dann kamen wir im von uns angesteuerten Veedel „Barra“ an und es hieß auch dieses mal wieder, das Hostel zu finden. Leider mussten wir nach etwa einer halben Stunde feststellen, dass die Hausnummer 98 nicht zu existieren scheint. Genauso wie einige Nummern davor und auch danach und komischerweise scheint der radikale Sprung von Hausnummer 115 auf 41 noch keinem der Anwohner aufgefallen zu sein. Auch hatte keiner derjenigen jemals von dem Hostelnamen gehört, der „kreativerweise“ 98 lautete. Dementsprechend sorgte dies bei den Befragten nur für noch mehr Verwirrung, weil sie mir mehrmals sagten, nicht die Hausnummer, sondern den Namen wissen zu wollen. Ja, weiß ich... ich hab mir den scheiss Namen nicht ausgedacht. Mittlerweile waren wir auch ziemlich pissig, weils dunkel wurde und die Gegend nicht gerade den Anschein machte, ungefährlich zu sein. Außerdem scheint Salvador generell ein hartes und vor allem auch ärmliches Pflaster zu sein. Eine gefühlte Ewigkeit später konnte ich ein Hostel, mit einem englisch sprechenden Japaner finden, der glaubte das Haus zu kennen, meinte aber dass dies leer sei und im Zuge der WM2014 wohl für viel Geld an Touris vermietet wurde, die keine Unterkunft mehr bekommen hätten. Seitdem sei da auch nix passiert. So wars dann auch und ich konnte das runtergekommene Gebäude anhand der Farben, die ich von den Bildern aus dem Internet kannte, wiedererkennen. Somit ist die Anzahlung wahrscheinlich dann auch weg.
Schlussendlich sind wir dann in dem Hostel des Japaners untergekommen, für weit mehr, als unser Budget eigentlich zulässt. Am nächsten Tag sind wir in das farbenfrohe Viertel „Pelourinho“ gefahren, um mal wieder ein bisschen „Sightseeing“ im Programm zu haben. Im Anschluss gings wieder zurück in unsere Richtung, um den Strand vor der Tür auch nochmal gesehen zu haben. Da der gar nicht so schlecht ist und sowieso vor der Tür ist, stand am nexten Tag und somit,vor der am Abend bevorstehenden und mittlerweile endlich letzten Nachtbusfahrt, auch noch einmal Strand auf dem Programm. Leider hatten wir, entspannt wie man am Meer liegen kann, die zunehmende Flut nicht berücksichtigt und zack, hat uns eine größere Welle komplett erwischt und wir waren von oben bis unten durchnässt und mit Sand paniert. Leider hatten wir nicht mehr genügend Zeit, um vor der Busfahrt noch einmal zurück ins Hostel zu gehen und neue Klamotten anzuziehen. Unabhängig davon, waren eh alle schon in der Wäsche und so trockneten wir die Sachen noch so gut wie es ging am Strand, um dann eine halbe Stunde später, feucht und immer noch leicht paniert in den Bus mit Fahrtziel „Rondoviario“, also Busterminal zu steigen.

Dort gabs glücklicherweise sogar gleich zwei Unternehmen, die in den nächsten Stunden nach Natal fuhren. Ziemlich ungewöhnlich für Brasilien, weil es oft nur einen Anbieter für eine bestimmte Strecke gibt. Dadurch fällt dann die Möglichkeit des Handelns leider auch weg. Wir haben uns für den 20 Euro billigeren Bus entschieden und schnell erklärte sich uns auch der Preisunterschied. Kaum verstellbare Sitze und so viele Kakerlaken, dass diese gar nicht wussten wohin und selbst über unsere Arme gelaufen sind. Etwa eine Stunde südlich vor Natal, hat uns der hilfsbereite Busbegleiter vor die Tür gesetzt, der es scheinbar ziemlich witzig fand uns „Gringos“ zu nennen und dies dementsprechend auch durch den kompletten Bus zu rufen. So hatten wir schnell unseren Ruf weg und als ich mich dann auch noch im Klo einsperrte und die Tür anschließend nicht mehr aufging, war es eh vorbei. Mit einem herzlichen und überlauten „Chao Gringos“ verabschiedete sich die Mannschaft von uns und so hiess es, die Minibusse zu finden, die ins 10 km entfernte Pipa fahren würden.

Mutiger Messerwerfer auf Leiter in unserer Stross

Mutiger Messerwerfer auf Leiter in unserer Stross

überall im historischen Teil Salvadors sieht man Afrochicas in ihren pompösen Outfits

überall im historischen Teil Salvadors sieht man Afrochicas in ihren pompösen Outfits

Ein nicht ganz so schönes Salvador von oben

Ein nicht ganz so schönes Salvador von oben

wohingegen Pelourinho schon um einiges schönes aussieht...

wohingegen Pelourinho schon um einiges schönes aussieht...

Darbietung von "Capoeira"-Tänzern im Centro Salvadors

Darbietung von "Capoeira"-Tänzern im Centro Salvadors

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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