searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Sumatra: Bukit Lawang

Wie haette es auch anders sein sollen, als eine nervige und anstrengende Fahrt ueber Medan nach Bukit Lawang zu werden. Zufaellig haben Simone und Ich noch einen aelteren Einheimischen am Lake Toba kennengelernt, der uns mit seinem Privatwagen fuers annaehernd gleiche Geld wie der oeffentliche Bus, erst zur Botschaft und dann zu den Orang Utans bringen sollte, was soviel heisst wie "Menschen aus dem Wald ". Zu diesem Zufall kam es dadurch, dass wir bei unserem Spaziergang durchs Tuk Tuk immer wieder vor den Schulklassen indonesischer Schueler fluechten mussten, angehalten sind Touristen zu interviewen, um so ihr Englisch aufzubessern, was uns schon mehrere 15-minuetige Zwangsbreaks gekostet hat. Die Fahrt mit dem ca. 50-jaehrigen Andy verlief bis Medan soweit ganz gut. Da wussten wir auch noch nicht, dass wir ab dort den Rest der Strecke mit einem seiner Kumpels und drei weiteren Touris weiterfahren sollten. Da das so jedoch so nicht abgesprochen war und wir auch nicht so wirklich Bock auf ne Weiterfahrt in nem vollgepackten Auto bei gleichbleibenden gefuehlten 35 Grad hatten, haben wir ihm das zu dritt versucht naeher zu bringen. Leider war der gute Andy nicht wirklich kritikfaehig und hat sich frusttbedingt dazu entschieden auf einmal nicht mehr mit uns zu reden, waehrend er weiterhin scheinbar wahllos und vor sich hin fluchend durch die graue und zugemuellte Stadt gefahren ist. Witzig war auch, dass wir ploetzlich unsere Fenster weder hoch, noch runterfahren konnten, weil das indonesische Riesenbaby vor mir uns jegliche Kontrolle ueber sein Wagen nehmen wollte und so sind wir regenbedingt etwas nass geworden. Damit konfrontiert meinte er nur: "maybe you break; no talking to you; like talking myself..."

Irgengendwann dann, als Matt ihm einige seiner Erdnuesse anbietet, worauf der Gute ziemlich abfaehrt, beruhigt er sich schliesslich wieder und wir konnten aus seinem Gemurre raushoeren, dass er uns nun doch selbst nach Bukit Lawang bringt, wo er im Uebrigen einen Freund habe, mit dem wir doch den Dschungeltrek machen koennen. Sorry Andy, aber jeder der auch nur ansatzweise mit dir befreundet ist, kommt direkt ma ganz ans Ende unserer imaginaeren Liste an Guides fuer den zweitaegigen Dschungeltrek, den wir am naechsten Tag starten wollten. Bukit Lawang ist n kleines Touridorf in unmittelbarer Entfernung zum Mount Leuser Nationalpark, der noch einige tausend wild lebende Orang Utans beheimatet und sich fast bis zu unserem naechsten Ziel, Banda Aceh erstreckt. Wir entschlossen uns dazu, den Trek mit Cotte zu machen, einem 22-jaehrigen Indo aus Bukit Lawang, den Matt schon vor einigen Monaten auf Bali kennengelernt und durch Zufall noch mal einige Wochen spaeter mit uns und mehrere tausend Kilometer entfernt in Bukitinggi getroffen hat. Im Dorf haben wir bei Sams Bungalows ne ziemlich geile Bude fuer 200.000 klarmachen koennen, was eigentlich ueber unserem Preisniveau ist, aber ab und an geht das schon mal klar. Leider war der Trek mit umgerechnet 60 Euro auch nicht wirklich billig, dafuer konnten wir aber aufgrund der Vielzahl an Guesthouses und Ecolodges und dem damit einhergehenden Preiskampf relativ guenstig im Dorf essen. Aetzend war nur, dass die hiesigen Geldautomaten mal wieder nur Mastercards akzeptieren und wir so gezwungen waren einen Tag aufzuopfern, um ins 2,5 Std. und 40 km entfernte Binjai zu fahren. Dies habe ich gleich zum Anlass genommen eine erneute Laufschuhkaufaktion zu starten, wobei ich diesmal auch endlich fuendig geworden bin. Wie schon die Hinfahrt, sollte die Rueckfahrt dieser in keineswegs nachstehen und so wurde der nervtoetende Mix aus Kinderliedern, unterlegt mit haemmernden Technobeats bis zum Maximum aufgedreht und die zahlreichen Riesenlaster der Palmoelfarmen wieder schoen vor uneinsehbaren Kurven und sonstigen schwer abschaetzbaren Gelegenheiten ueberholt.

Der naechste Tag startete gegen 09:00 Uhr mogens und fuehrte uns an einer Gummibaumplantage zur Latexgewinnung vorbei, immer tiefer in den uneinsehbaren Dschungel, wo wir auf ein baldiges Zusammentreffen mit den, leider vom Aussterben bedrohten, roten Riesen hofften. Da wir im Moment am Anfang der Regenzeit sind, regnet es im Schnitt jeden Tag fuer mehrere Stunden. Leider haelt das die Orang Utans davon ab, unnoetig ihre Nester in den Baeumen zu verlassen, weshalb wir leider keine aus naeherer Entfernung sehen konnten. Da ich mir am Vorabend in der Nacht meinen Zeh beim Laufen angeschlagen hatte und dieser nun gebrochen zu sein scheint, war das Laufen fuer mich der blanke Horror. Wie zuletzt auf der Suche nach der Riesenblume auch schon, ging es wieder extrem steile und rutschige Pfaede auf und ab und schliesslich hat der noch hinzukommende Regenguss seinen Rest dazu beigetragen, uns unserere letzte Motivation endgueltig zu nehmen. Die Tatsache dass wir noch zwei huefthohe Fluesse durchqueren mussten und ich trockene Wechselkleidung vergessen hatte, machte das Ganze nicht viel besser, eher schlimmer. Patschnass und voelligst am Ende kamen wir dann irgendwann bei dem Unterstand aus Plasikfolien an, wo wir die naechste Nacht verbringen sollten. Gluecklicherweise hat dann der Regen wieder aufgehoert und wir konnten uns bei heissem Tee aufwaermen und die atemberaubende Kulisse an unserem Spot bestaunen. Da wir alle ziemlich fertig waren und der Abend hier ja auch direkt mit Einsetzen der Dunkelheit gegen ca. 18:30 Uhr beginnt, konnten wir uns nicht lange genug wach halten, um in Simones Geburtstag reinzufeiern. Da wir auf recht duennen Isomatten gepennt haben, war die Nacht ziemlich ungemuetlich und wir sind bei Zeiten aufgewacht, um den am Vorabend noch matschbraunen Fluss ploetzlich in tuerkisblau zu sehen. Nach dem Fruehstueck sind wir noch ein bisschen im Fluss abgehangen und nach dem Mittagessen gings dann gluecklicherweise mit "Tubes" zurueck nach Bukit Lawang. Heute haben Simone und Ich uns noch ne Fledermaushoehle in der Naehe angeschaut, sind jedoch in der Hoehle selbst nicht sehr weit gekommen, da wir unsere Taschenlampen vergessen hatten. Ansonsten gestalten sich die letzten Tage sehr aehnlich und ausser Lesen, Essen, Karten zocken, Essen... geht nicht allzu viel.
Morgen steht noch ne Fahrt nach Medan an um unser verlaengertes Visa abzuholenund dann gehts fuer ne Nacht zurueck nach Bukit Lawangi, von wo aus wir am naechsten Morgen ins ca. 4 Stunden entfernte Tangkahan weitergehen. Dort solls noch wild lebende Elefanten geben und es soll noch tiefer im Dschungel sein als Bukit Lawang, was wirklich schwer vorstellbar ist. We give it a go und hoeren uns wieder in Banda Aceh, von wo aus wir dann auf die Insel "Pulau Weh" zum Tauchen wollen. Bis denne!

Unsere luxurioese Unterkunft fuer die ersten beiden Naechte in Bukit Lawang

Unsere luxurioese Unterkunft fuer die ersten beiden Naechte in Bukit Lawang

unsere beiden Guides Cotteh und Armin

unsere beiden Guides Cotteh und Armin

Mittagspause

Mittagspause

Risenameisen gabs auch

Risenameisen gabs auch

unser lager

unser lager

Dinnertime

Dinnertime

Morgens haben die beiden fuer Simone ne Geburtstagsfruchtplatte gezaubert

Morgens haben die beiden fuer Simone ne Geburtstagsfruchtplatte gezaubert

zurueck gings gluecklicherweise per tubes den fluss entlang

zurueck gings gluecklicherweise per tubes den fluss entlang

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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