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Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Peru: Machu Picchu

Machu Picchu

Ich glaube ich habe noch keine Touristenattraktion erlebt, bei der man aus so vielen unterschiedlichen Angeboten wählen kann. Anfangs stellt sich wohl die Frage, ob man hintrekken oder sich bis fast vor den Fußgipfel bringen lassen will. Will man hintrekken, so entscheiden sich die Meisten wohl für den populären Inkatrek, also den mehr oder weniger von den Inkas vor hunderten vor Jahren erschaffenen Originalweg, der etwa 4-5 Tage dauert. Da das Ganze aber so populär ist, kann man mit Wartezeiten bis zu sechs Monaten rechnen und der ganze Spaß kann bis zu 500 Dollar kosten. Daneben gibt es noch zahlreiche Alternativtrekks, die wesentlich günstiger und gleichsam imprägnant sein sollen. Außerdem fahren Züge von Cusco bis zum Macho Picchu Dorf „Aguas Calientes“. Leider sind aber auch diese für Touristen mit etwa 130 Dollar (Hin- und Rückfahrt) ziemlich teuer. Eigentlich war unser Plan mit verschiedenen „Colectivos“, also Busse für die Locals, über Ollantaytambo nach Sta. Maria zu fahren und von dort in ein weiteres Colectivo nach Sta. Teresa zu wechseln. Von dort beträgt der Fußweg nach Aguas Calientes, am Fuße des Machu Picchus noch etwa 6-7 Stunden. Alternativ kann man auch von Ollantaytambo neben den Gleisen nach Aguas Calientes laufen, aber dieser Fußweg ist eigentlich verboten, weil man wohl durch mehrere uneinsehbare Eisenbahntunnel laufen muss. Trotzdem bestünde die Möglichkeit. Leider waren zu dem von uns gewählten Zeitpunkt jedoch irgendwelche Streiks der Einheimischen in Ollantaytambo, die sich darin äußerten, dass die Anwohner die komplette Stadt für den Verkehr abgeriegelt haben, in dem sie sämtliche Zufahrtsstrassen mit Steinen blockiert hatten. Die einzige Möglichkeit nun auf eigene Faust nach Sta. Teresa zu kommen, war mit einem Bus nachts um drei loszufahren und vor der Wiederaufnahme der Proteste (da die ja nachts auch schlafen) das Dorf Ollantaytambo zu passieren. An Schlaf war mal wieder nicht zu denken, da die Strasse eher einer Schotterpiste glich und die Kälte in den Anden ihr übriges dazu beitrug. Irgendwann morgens gegen 8:00 h angekommen, gings für uns vier eine Stunde in Fahrtrichtung zurück, um den Morgen in den heißen Quellen nahe Sta. Teresa zu verbringen. Der Eintritt war umgerechnet 1,50 € und die klaren und warmen Naturpools mit schöner Hintergrundkulisse haben gut getan um die Knochen wieder aufzuwärmen. Leider hatten wir aber ein ziemlich straffes Programm, sollten wir doch Aguas Calientes vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Dementsprechend mussten wir nach zwei Stunden in den warmen Pools den eigentliche Fußmarsch antreten. Das nächste Dorf und unsere erste Zwischenetappe war „Hydro Electrica“, ein Elektrizitätskraftwerk und der Name, der für die dort angereihten Häuser. Gleichzeitig ist das der letzte Ort, an den man noch mit Autos kommt und dementsprechend läuft von hier aus dann jeder, oder steigt in den überteuerten Zug, der das einzige Transportmittel hier darstellt.

Nachdem wir dort gegen nachmittags eintrafen, waren wir eigentlich schon ziemlich am Ende, da wir alle gut Gepäck dabei hatten und der fehlende Schlaf uns ziemlich ausgemürbt hat. Das half aber alles nix, denn wir hatten noch drei Stunden bis zur Dunkelheit und noch ein gutes Stück vor uns. Dementsprechend hieß es die Zähne zusammen zu beissen und nun überwiegend entlang der Schienen und des gewaltigen „Urubambas“, der irgendwann auch in den Amazonas mündet, eingebettet zwischen den hohen Andengipfeln weiter zum finalen Stop zu wandern. Dort kamen wir dann auch mit Einbruch der Dunkelheit an und mussten, bevor das Tourioffice um 20:00 h zumacht, noch Eintrittskarten für den am nächsten Morgen anstehenden Besuch des Machu Picchus kaufen. Die Tickets für den Besuch der beiden noch höheren Hügel „Waynapicchu“ und „Machu Picchu Mountain“ waren schon ausverkauft, da diese auf jeweils 400 Tickets limitiert sind. Beide Hügel sind ziemlich beliebt, weil man von dort aus die beste Aussicht auf die Ruinenstadt und das darunter liegende Tal hat. Glücklicherweise gab`s aber zumindest noch Tickets für den Machu Picchu und wir sollten die Besucher mit der Nummer 3400 irgendwas sein und die Hauptsaison steht ja eigentlich noch bevor. Im Anschluss mussten wir uns auch hier noch ein Zimmer für die bevorstehende kurze Nacht suchen und wurden auch ziemlich schnell fündig. Nachdem wir schnell noch gemeinsam in einem der zahlreichen Restaurants das schlechteste Essen der Welt serviert bekommen hatten und teilweise stehen lassen mussten, trennten wir uns dann irgendwann und verabredeten uns für 4:30 h am nächsten Morgen um pünktlich zur Öffnung des Machu Picchus angekommen zu sein. Kurz vor der Brücke „Ruina Puentes“, die den Anfang zu dem steilen Trail darstellt, waren schon hunderte von Anderen versammelt, die alle darauf warteten ihre Eintrittskarten vorzeigen und losmarschieren zu können. Punkt fünf uhr ging es dann los und die Massen quälten sich die steilen alten Steinstufen nach oben. Mit zunehmender Höhe und Hitze wurde es immer anstrengender und schon nach kurzer Zeit mussten die Ersten Pause machen. Glücklicherweise war der Aufstieg nur etwa eine Stunde und kurz vor sechs uhr erreichten wir den wahrscheinlich magischsten Ort Perus. Die steil abfallenden grünen Bergwände rund um diese ehemalige Stadt sind unglaublich beeidruckend und machen das Ganze zu einem wirklichen mystischen Ort, auch wenn man sich diesen mit hunderten von Anderen teilt. Die Anlage erscheint ziemlich riesig und anhand der Bauweise der noch verbliebenen alten Häuser, der Terassen am Hang für den Anbau von Mais und Kartoffeln, sowie der durchdachten Bewässerungssysteme für diese, erkennt man schnell, das die Inkas wohl ordentlich was auf dem Kasten hatten und anderen Völkern weit voraus sein mussten. Während unseres Aufenhalt dort oben veränderte sich das Wetter im Sekundentakt und während es im einen Moment noch so neblig war, dass man kaum etwas sehen konnte, war es kurze Zeit später schon wieder sonnig und klar und im Anschluss wieder regnerisch und neblig. Trotzdem definitiv ein Highlight, auch wenn das Ganze recht teuer und in unserem Fall recht stressig war und wir alle an unsere Grenzen gekommen sind. Schließlich mussten wir schon wieder gegen 10:30 uhr loslaufen, um rechtzeitig den Bus zurück nach Cusco zu erwischen, der um 14:30 uhr von dort zurück fahren sollte, wo wir am Vortag ausgesetzt wurden. Also hieß es wieder den langen Fußmarsch antreten und da wir dieses Mal schon die Strecke kannten, war das Ende auch absehbar. Etwas zu spät in „Hydro Electrica“ angekommen, war unser Bus glücklicherweise noch da und gleich im Anschluss gings zurück nach Cusco, wo wir nochmal für eine oder zwei Nächte ins gleiche Hostel gehen werden. Dort um 22:00 uhr angekommen, mussten wir leider erfahren, das trotz unserer Reservierung, das Zimmer belegt sei. Ziemlich nervig, aber irgendwie auch nicht überraschend und so mussten wir uns zu zweit mit nem kleinen Bett in nem anderen und leider eiskalten Raum zufrieden geben. Das hatten wir uns nach der Tortur zwar anders vorgestellt, aber Hauptsache schlafen. Aufgrund seiner Höhe von 3500 m ist Cusco sowieso ziemlich kalt und sobald die Sonne weg ist unerträglich. Leider liegt unser nächster Stop, nämlich Puno, auf der peruanischen Seite des Titikaka-Sees mit 3800 m noch höher und ist dementsprechend noch kälter. Immerhin haben sich unsere Körper mittlerweile auf die Höhe eingestellt und man hat nicht mehr nach jeder Treppenstufe das Gefühl, dass einem gleich die Lunge platzt. Jetzt bedarf das immerhin schon etwa zehn Stufen. Blöde, dass wir uns, warum auch immer, ein Hostel im höher gelegenen Teil San Blas von Cusco ausgesucht haben. So müssen wir immer schön zig viele Treppen nach unten steigen um einzukaufen, Essen zu gehen usw., nur um den Kampf dann wieder auf dem Rückweg erneut aufzunehmen. Naja, immerhin n Ausgleich zum fehlenden Joggen. Bis dahin und beste Grüße aus dem kalten Cuzco!

Heisse Quellen

Heisse Quellen

Die letzten zwei Stunden entlang der Bahnschienen

Die letzten zwei Stunden entlang der Bahnschienen

Ein Teil der Schlange morgens um 4:30 Uhr...

Ein Teil der Schlange morgens um 4:30 Uhr...

fast oben und mittlerweile auch schon hell. Unten der Fluss und links dahinter das Dorf "Aguas Calientes".

fast oben und mittlerweile auch schon hell. Unten der Fluss und links dahinter das Dorf "Aguas Calientes".

Lama, das hier in Peru allerdings Llama (gespr.: Yama) heisst...

Lama, das hier in Peru allerdings Llama (gespr.: Yama) heisst...

Machu Picchu und im Hintergrund der Berg Wayna Picchu. Dreht man den  Kopf um 90 nach rechts, stellt der Berg die Nase eines Gesichts dar.

Machu Picchu und im Hintergrund der Berg Wayna Picchu. Dreht man den Kopf um 90 nach rechts, stellt der Berg die Nase eines Gesichts dar.

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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