searching for a better summer

Reisezeit: September 2014 - September 2015  |  von Alexander K

Bolivien: Uyuni

Uyuni

Am Busbahnhof angekommen gabs noch ein überraschendes Zusammentreffen mit unserem Lieblingshostelbesitzer aus Sucre, der die fehlend bezahlte Nacht einforderte, die wir scheinbar leider wirklich vergessen hatten zu zahlen. Genervt aber bezahlt hat er sich dann aus dem Staub gemacht und wir in unseren Bus. Während der Busfahrt zeigte sich sich das Land recht vielseitig mit weiten Steppen, unzähligen Llamas, Alpacas, Guanakos usw., bis wir noch n paar Stunden später, in dem arschkalten kleinen Transitstädtchen Uyuni ankommen. Hier scheint sich alles auf die Touren in der Salzwüste eingestellt zu haben und man kann bei ca. 50 verschiedenen Agenturen eine Tour zustammenstellen lassen. Im Endeffekt sind aber alle ähnlich, außer das eine Tour mit einem englisch sprechenden Guide fast das Doppelte kostet und abgesehen davon man eh mehr bestaunt, als das man informiert wird. Wir hatten schnell eine Agentur gefunden und eine dreitägige Tour, in die für uns wohl bisher extremste und unwirklichste Gegend gebucht. Mit ein bisschen Verhandlunggeschick gabs dann für insgesamt 600 Bob`s noch einen dicken Schlafsack oben drauf und am nächsten Tag sollte es um 10:30 uhr morgens losgehen. Im Anschluss haben wir uns noch mit Klamotten für die bevorstehenden Eisnächte auf dem Markt eingedeckt und nach der bisher schlechtesten Lasagne der Welt nach 2 Stunden Vorbereitungszeit, ging diese kaum angerührt postwendend zurück und wir angepisst zum Packen für die bevorstehende Tour ins eiskalte Hostelzimmer, um dann irgendwann halb erfroren ins Bett zu gehen.
Morgens hiess es dann noch gerade rechtzeitig zu frühstücken, bevor wir kurze Zeit später dann auch schon mit unserem Guide Grigorio, einem 50 jährigen Einheimischen, einem gleichaltrigen Pärchen aus Melbourne und einem etwas jüngeren Pärchen aus dem Baskenland, zu unserem ersten Ziel, dem Zugfriedhof etwas außerhalb von Uyuni unterwegs waren.

Die beiden Pärchen, mit denen wir die nächsten Tage und Nächte verbringen sollten, waren allesamt ziemlich witzig und so war die Tour nur noch geiler.
Am Zugfriedhof angekommen, standen schon ca. 15 andere Jeeps bereit, deren Insassen aus aller Welt schon eifrig am Fotografieren der alten verrosteten Züge waren. Von daher war dort gut was los und so sollte es leider auch an den nachfolgenden Stops sein, die dadurch aber nicht weniger eindrucksvoll waren. Nach getaner Arbeit ging es ne halbe Stunde später auch schon weiter in Richtung Salzwüste, wo urplötzlich alles nur noch weiß ist und sich eine unglaubliche Sicht auftut. Dort hieß es direkt mal wieder Bilder machen und im Anschluss ein Mittagessen, bestehend aus Vinukafleisch, Pommes und zusammengewürfeltem Gemüse im Salzhotel zu bekommen.
Da es auf der Tour ziemlich viel zu sehen und dementsprechend viele Stops gibt, sind selbst drei Tage leider etwas knapp gemessen und man ist überall immer nur auf dem Sprung, außer abends in den wirklich kalten Unterkünften. Überraschenderweise bekam hier jedes Pärchen sogar noch ein Privatzimmer, was jedoch außer einem Bett und Wänden & Boden aus Salz nichts weiteres zu bieten hatte. Selbst die Tische und Bänke während des Abendessens waren aus Salz und sobald man da n bißchen fester dran stößt, fällt auch gleich mal ein Klumpen Salz ab, den man jedoch direkt zum Würzen verwenden kann.
Warum auch immer haben wir mal wieder verschlafen und sind erst 15 Minuten vor Abfahrt um 5:15 uhr aufgewacht, als das Frühstück schon in der Endrunde war. Schnell konnten wir uns aber noch was klar machen und glücklicherweise ging wegen der Kälte so früh am morgen alles ein bißchen langsamer, so dass alles zeitlich noch gut geklappt hat. Wie schon am Vortag hieß es mal wieder Strecke zu machen, um das nächste Highlight just in time zu erreichen. Für den zweiten Tag standen neben farbigen Lagunen mit Flamingos, mehrere Vulkane und bizarr geformte Felsformationen in dem großen Naturpark an, den wir nach etwa 1,5 Stunden erreichten. Auch hier boten sich wieder atemberaubende Ausblicke und Bilder an, bis wir abends erschöpft, diesmal jedoch noch vor Einbruch der Dunkelheit bei unserer zweiten und leider noch viel kälteren Unterkunft ankamen. Überraschenderweise gabs von unserem stets müden Guide eine Flasche Wein spendiert, die auf sechs Leute aufgeteilt, für jeden leider nur ein halbes Gläschen bedeutet. Bier gabs aber auch und so hatten wir bei Spaghetti Bolognese und diversen Kartenspielen nen ganz witzigen Abend, bis wir dann ins unglaublich kalte Schlafgemach für sechs Personen ging.

Am nexten Morgen gings leider ähnlich früh los und dieses Mal standen zuerst Geysire auf dem Programm, die wir nach kurzer Zeit auch schon erreichen sollten. Auch hier war schon um diese fiese Zeit die Hölle los und es wurde um die besten Plätze für Fotos gebuhlt. Die Geysirer dampften mit einer unglaublichen Lautstärke und Hitze aus dem Erdinneren und boten ein unreal genial wirkendes Bild mit dem zeitgleich stattfindenden Sonnenaufgang dar. Das war wahrscheinlich mit der kälteste Stop bisher auf dem Trip und irgendwie waren wir alle froh, als es danach weiter in Richtung des heißen natürlichen Thermalbads ging. Wie gehabt war auch hier wieder gut was los, glücklicherweise war es vielen aber zu kalt ins Wasser zu gehen, so dass Baden immer noch ne Option war. Das Wasser war extrem heiß, so dass das anschließende Rausgehen und Abtrocknen gar nicht so schlimm wie erwartet war.
Im Anschluss gings weiter zu abgefahrenen Felsformationen und noch mehr Lagunen, bevors dann weiter an die Grenze nach Chile und dem eigentlichen Ende der Tour ging, wo das Spanierpärchen für die Weiter- und Einreise nach Chile abgesetzt wurde und wir den 500 km langen und 7 Std. andauernden Rückweg nach Uyuni antraten.
Die Aussicht auf eine 7-stündige Rückfahrt wurde durch die Tatsache getrübt, dass bei Ankunft in Uyuni eine weitere Busfahrt von 25 Stunden in den komplett anderen Teil des Landes, in Richtung Brasilien anstand.

endlich mal wieder pumpen am Zugfriedhof

endlich mal wieder pumpen am Zugfriedhof

Der Anfang der Salzwüste

Der Anfang der Salzwüste

Die größte Salzwüste der Welt...

Die größte Salzwüste der Welt...

und Simone macht sich direkt ma aus dem Staub

und Simone macht sich direkt ma aus dem Staub

Huasi Island oder Fish Islands. Übersät mit Kakteen.

Huasi Island oder Fish Islands. Übersät mit Kakteen.

unglaublicher Sternenhimmel

unglaublicher Sternenhimmel

Geysire am Morgen

Geysire am Morgen

und die fahrt geht weiter...

und die fahrt geht weiter...

...zu abgefahrenen Steinformationen

...zu abgefahrenen Steinformationen

Traintracks to chile

Traintracks to chile

Bolivian Martial Arts Champion 2015

Bolivian Martial Arts Champion 2015

Lunch bei nettem Hintergrund

Lunch bei nettem Hintergrund

Simona posing

Simona posing

red lagoon

red lagoon

© Alexander K, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Jahre nachdem wir nun von unserer ersten einjährigen Weltreise zurück sind, konnten wir dem Fernweh nicht mehr Stand halten und haben uns noch einmal dazu entschieden, für 12 Monate loszugehen. Dieses Mal steht folgende Route an: Istanbul - Kuala Lumpur - Sumatra - Nepal - Indien - Kuba - Ecuador - Peru - Bolivien - Argentinien - Urucuay - Brasilien
Details:
Aufbruch: 01.09.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 10.09.2015
Reiseziele: Türkei
Indonesien
Nepal
Indien
Kuba
Ecuador
Peru
Bolivien
Brasilien
Der Autor
 
Alexander K berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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