No citas y un poco borracho

Reisezeit: August 2015 - Januar 2016  |  von Manu&Basti B.

Bolivien: Potosi 5.-7.11.

Silbermine

Mit dem local Bus bringen wir in atemberaubender Geschwindigkeit die 150km von Sucre nach Potosi in vier Stunden hinter uns. Am Terminal im Norden angekommen sind wir überrascht, dass Potosi einen moderneren Busbahnhof als die Hauptstadt hat. In Sucre bestand dieser lediglich aus einem Hof mit ein paar Bretterbuden.
Nach Bus- und Taxifahrt erreichen wir unser Hostel und fallen ins Bett. Beim Frühstück am morgen entscheiden wir uns spontan mit einem schweizer Pärchen noch am gleichen Tag die Silbermine zu besuchen.
Potosi gehòrt mit seinen 4000m ü.NN zu den höchsten Städten der Welt und beherbergt eine riesige Silbermine, die bis heute in Betrieb ist. Wie so oft auf diesem Kontinent haben die Spanier sich reichlich bedient und die Einheimischen ordentlich ausgebeutet. Die afrikanischen Sklaven, die die Spanier zum Arbeiten in die Mine brachten, konnten allerdings nicht wie geplant bei weiteren Ausbeuten unterstützen, da die Höhe körperliche Anstrengungen für diese nahzu unmöglich machte. So endeten diese in den Haushalten der Reichen Spanier als Hausangestellte.

Nach einem Besuch auf dem Miners Market, wo wir Geschenke für die MInenarbeiter kaufen durften: Da in der Mine noch gearbeitet wird, bringen die Touristen Geschenke mit, wenn sie schon bei der Arbeit stören
Wir haben uns für Softdrinks, Cocablätter und ne ordentliche Stange Dynamit entschieden. Ja - das ist der wahrscheinlich einzige Ort, an dem Dynamit frei verkäuflich ist.
Im Berg angekommen müssen wir kurz warten, bis die "Jungs" mit ihren schweren Wagen aus dem engen Eingang heraus sind. Dann dürfen wir rein - schnell merken wir, dass die Höhenluft gepaart mit dem geringen Sauerstoff in der Mine auch für unsere Gene nicht gerade zu körperlicher Höchstleistung einlädt.

Nachdem wir durch einige enge und schlecht abgesicherte Tunnel geschlängelt sind, klettern wir eine kaputte Leiter hoch in eine "Höhle" und ruhen uns erstmal aus. Unser Guide erklärt, dass hier ein einzelner Minenarbeiter an "seiner" Silberader arbeitet. Selbstständig arbeiten darf hier nur, wer in der Gewerkschaft ist und um dort reinzukommen, muss man zuerst mindestens 5 Jahre unter einem anderen Gewerkschafter gearbeitet haben. Nach einer Weile rumpelt es vopn weiter oben und ein ziemlich alt aussehender Zeitgenosse kommt mit zwei 25kg schweren Säcken den schmalen Gang herunter in die Höhle. Wir überreichen unsere letzten Geschenke, stellen aber schnell fest, dass wir falsch eingekauft haben. Es ist Freitag - da ist Dynamit sehr unbeliebt, besser ist Alkohol!
Am Freitag wird ordentlich getrunken! Zum Glück haben die anderen in der Gruppe besser eingekauft und überreichen dem Kumpel zwei kleine Flaschen (ca. 0,25 ltr) mit 96% Alkohol. Diesen vermischt er mit ungefäh r der gleiche Menge WASSER (eher weniger Wasser...) und haut sich freudestrahlend einen Schluck rein. Während die Flasche nun an uns alle durch die Runde gereicht wird, lernen wir noch, dass immer zuerst ein Tropfen auf die Erde geleert wird, als Dank für Mutter Natur, dass sie ihnen die Schätze in der Mine geschenkt hat. Nach der zweiten Flasche wird das aber nicht mehr ganz so ernst genommen...
Schwer beeindruckt von diesem Arbeitsort passieren wir beim Rückweg noch den Minengott, den die Arbeiter in einer Ecke gebaut haben und dem mit Alkohol, Cocablättern und Zigaretten gedankt wird.
Da die Arbeiter 5 tage die Woche bis zu 10 Stunden in der Mine verbleiben, kauen ALLE Unmengen Coca: Zum einen um leistingsfähiger zu sein, aufgrund des geringen Sauerstoffs und zum anderen, um das Hungergefühl zu unterdrücken.
Basti durfte dann kurz vor Ende nochmal fleißig mithelfen und musste einen Sack Geröll über eine Kurbel nach oben ziehen und fünf Meter in einen der Geröllwagen hieven - danach bestätigte er schnaufend, dass die Luft wirklich dünn ist!

Potosi vom Berg aus

Potosi vom Berg aus

Unser Guide erklärt die Raffinerie

Unser Guide erklärt die Raffinerie

Der Eingang

Der Eingang

Links der Minenarbeiter (Altersschätzungen werden im Gästebuch angenommen...)

Links der Minenarbeiter (Altersschätzungen werden im Gästebuch angenommen...)

Tunnel (an manchen Tagen ist es doch gut, klein zu sein!)

Tunnel (an manchen Tagen ist es doch gut, klein zu sein!)

Schienen frei machen für die Arbeiter!

Schienen frei machen für die Arbeiter!

Der Geröllwagen

Der Geröllwagen

Der Minengott

Der Minengott

© Manu&Basti B., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehr als einem Jahrzehnt Staatsdienst, ersten Berufserfahrungen, Zweitstudium und gefühlten 20 Praktika nehmen wir uns eine Auszeit und genießen unsere noch unbekannte Freiheit in Südamerika für die nächsten fünf Monate! Ziel ganz nach Harald Junkes Definition von Glück: Keine Termine und leicht einen sitzen!
Details:
Aufbruch: 04.08.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: Januar 2016
Reiseziele: Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Chile
Argentinien
Der Autor
 
Manu&Basti B. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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