yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

Reisezeit: November 2010 - November 2011  |  von Markus Knüsel

mein gott, gehst du mir auf den sack!

...und wenn alles doch gut kommt!

leigh und farron kehrten zurück aus england. und das früher als wir gerechnet hatten. der mutter von leigh geht es entsprechend besser und da war kein grund mehr vorhanden, um länger im mutterland des fussballs zu weilen. fionas pass war auch rechtzeitig zurück, dhl hat da grosse arbeit geleistet! also hat sich alles doch noch zum guten gewendet..., dachte ich wenigstens!

doch nächster ärger stand schon kurze zeit später im hause. wie bereits erwähnt, erreichten wir schon bald nairobi. wir genossen eine woche ferien vom reisen. alle auf ihre weise, gewisse verschlug es ans meer, andere besuchten den masaai mara nationalpark für einige tage und da war noch der rest. visa organisieren! diverse länder, diverse regeln, eines war aber gemeinsam, sudan botschaft verlangte ein "letter of recommendation". dieser sollte man von der heimischen botschaft kriegen und die sollen mit diesem papier bestätigen, dass wir nette reisende ohne terroristischen und politischen hintergrund sind. also suchten wir alle unsere botschaften auf, in verschiedenen (taxi)gruppen. norwegen, oz und die schweizer kriegten den brief aber nicht auf anhieb, aufgrund feiertag (pfingstmontag) waren die botschaften geschlossen. die engländer kriegten den letter für 2200 schilling (ca. 25 dollar) ohne weiteres, die kiwis sogar gratis (nach einigen telefon anrufen). tag 1: verlust 30 us dollar für das taxi. am zweiten tag starteten wir in neuen gruppen einen weiteren versuch. norwegen botschaft war offen, der letter war gratis und innert angemessener zeit erhältlich. auf zur schweizer botschaft. erste, zweite und dritte sicherheitskontrolle, eine lange warteschlage und nr. 28 als wartenummer in meiner hand. aber halt! ich bin schweizer und will kein visum! dies dem sicherheitsbeamten an der tür zu den schalter zu veräussern endete fast in handgreiflichkeiten. mein gott, gehst du mir auf den sack, dachte ich. ich erlaubte mir über seine kompetenzen zu entscheiden und trat unbefugt in den schalterraum. und siehe da, ich behielt recht. zwei schalter (einer mit einer indischen person, einer mit einer kenianischen person besetzt) für visa-fragen, ein schalter für schweizer. dieser war aber nicht besetzt, also wartete ich einige minuten unter bösen blicken des wachmannes. nach wenigen minuten bediente mich der schwarz-afrikanische herr, war aber mit meinem anliegen ein wenig überfordert. also schickte man mir eine nette weisse lady, aus der schweiz stammend (aber französischer part). also unterhielten wir uns in französisch-deutsch-englisch. wunderbare kombination! 4000 schilling (rund 50 us dollar) kostete mich der ganze spass. also der selbe betrag, welcher mich das visa selbst kostete. Lächerlich! logischerweise war dies die zweite situation an diesem tag, die mir auf den sack ging. der lady kann aber keine schuld zugewiesen werden, sie war ziemlich höflich und zuvorkommend. wir hatten sogar einen längeren chat zusammen. sie war nicht merklich erfreut zu hören, dass ich sudan und syrien besuchen möchte, ich kriegte von ihr aber als hilfe zwei infoblätter über diese länder. okay, bei 50 us dollar kann man das auch erwarten, nicht?

und dann waren da noch die zwei mitarbeiter am visa-schalter. während ich auf meinen letter wartete, beobachtete ich , wie diese zwei personen mit den visa-suchenden kenianer umgingen. unglaublich unmenschlich und höllisch bürokratisch. kein wunder, werde ich in afrika auch so behandelt.
ach übrigens, die oz's kriegten den letter ebenfalls gratis und ohne probleme, die canadier bezahlten gleichen betrag wie wir schweizer. und da waren noch die amerikaner. die leute aus dem land der unbegrenzten möglichkeiten kamen nicht einmal in die botschaft rein. ohne vorherige anmeldung wird strikte kein besuch bewilligt. problem: kein termin frei, ausgebucht über die nächsten zwei wochen hinaus... schön zu sehen, dass nicht immer ich schweizer die angepissten sind!

die amerikaner probierten somit alles: schmieren, dokument fälschen, tiefer ausschnitt&make-up bis zu einem mail an einen senator! nichts fruchtete. weder auf ami-seite noch die sudanesi waren davon zu überzeugen. man versucht nun das visa in ethiopien zu krigen oder sie müssen sudan überfliegen. mich kostete das visum total 11'000 schilling (ca. 140 us dollar), wenn man die taxikosten auch einrechnet, 4 ganze tage und eine menge nerven. deswegen beschloss ich in nairobi zu bleiben, ich war schon im masaai mara und für die beach habe ich einen plan b in der tasche.
so taten wir also unser bestes, den aufenthalt in nairobi möglichst gemütlich zu gestalten. nach kapstadt sendete ich mein zweites packet nach hause (cruftstuff), wir kauften duzende filme (hangover II ist zu empfehlen) oder gönnten uns feines essen. sebi und meret (zur erinnerung: sie reisten in südafrika mit mir und fiona) wird es freuen zu hören, dass seit nairobi sushi ebenfalls auf meinem speiseplan steht. neben dem zeltplatz steht ein japanisches restaurant namens tokyo mit hervorragenden sushi- und noodeln gerichten. lecker!

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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