yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

Reisezeit: November 2010 - November 2011  |  von Markus Knüsel

13 monate sonnenschein

im süden äthiopiens... bahnt sich nun eine hungerstragödie ab

im süden äthiopiens... bahnt sich nun eine hungerstragödie ab

auf über 3000 meter über meer

auf über 3000 meter über meer

lokaler vogel

lokaler vogel

lalibela - inmitten von kirchen findet man britney in einer bar. nicht sehr keusches foto....

lalibela - inmitten von kirchen findet man britney in einer bar. nicht sehr keusches foto....

lalibela - st.george kriche

lalibela - st.george kriche

...so lautet der slogan von ethiopian tourism. leider kann ich dem aus zwei gründen nur schwer zu stimmen. erstens regnet es praktisch jeden tag, nicht viel, aber immerhin. und die werbung meint eher mit sonnenschein das volk, immer lächelnd. jaja, immer lächelnd! denkste, immer lächelnd fordernd! das aufdringlichste volk bisher auf meiner ganzen reise. richtung norden äthiopiens verstärkt sich das wieder . generell meint es dieser staat nicht so gut mit mir. aber alles der reihe nach...
in harar probierte jemand mein gmx- und facebook account zu knacken. farrons übrigens auch. logischerweise waren wir ziemlich angepisst, da wir uns nicht im geringsten vorstellen können, wie lokale leute zu unseren emailadressen gelangen konnten. jedenfalls poppte meine emailadresse frischfröhlich gespeichert auf, als ich das erste und einzige mal in diesem internetcafe aufkreuzte. oder jemand aus der gruppe probiert uns auszuhorchen. nur was wollen die mit deutschen und schweizerdeutschen mails?
mehr nervend als das war mein aufgelesener "käfer". wie im westen schon traf es wieder mehrere leute, wieder mich am stärksten. alles begann mit durchfall und übelkeit und endete mit fieber, schüttelfrost und erbrechen. erschwerend kam hinzu, dass wir diverse bushcamps vor uns hatten. in harar warteten wir vergeblich auf die rückkehr der somalia-abteilung, also machten wir uns gegen mittag los, 6 stunden passfahrt vom feinsten. reinste hölle für mich! mir war so übel, ich war teilweise der verzweiflung nahe. rückwärtsessen am abend verschaffte mir dann eine erleichterung. und die "somalis" trafen am abend auch wohlbehalten ein. tag 2 war nicht besser als der erste. 11 stunden truckfahrt und vom hochplateau in die wüste. 40 grad am tag, 30 grad in der nacht. schlaf zu finden, ein ding der unmöglichkeit. dazu kam mein schlechter magen und das austrocknen (immodium sei dank - an dieser stelle ein recht herzliches dankeschön an die firma janssen-cilag und an die erfinder dieses medikamentes - ich kann behaupten, dass sie mehrfach mein leben oder wenigestens mein tag gerettet haben). ach ja, bushcamp ist hier ziemlich schwierig, überall wo wir halten tauchen leute innert wenigen minuten auf, keine ahnung von wo die alle herkommen. auch in mitten der wüste. jedenfalls war da nix mit stillem örtchen! am nächsten morgen erwartete uns ein stammeshäuptling mit einer feinen kalaschnikow und war dem anschein an gar nicht freundlich gesinnt. also machten wir uns möglichst rasch aus dem staub. unser in harar ausfällig gewordener norweger fand es dann eine glänzende idee, diesen herren unerlaubt zu fotografieren. dies machte den führer rasend vor wut... unser glück war wohl, dass er entweder keine schüsse besass oder den sicherungshebel nicht fand. und tschüssss! der norweger kriegte erneute eine standpaucke der ganzen gruppe zu hören.

auch tag 3 brachte mir schlechten magen/übelkeit und harte konditionen. von der wüste und 40 grad ging es dann wieder hoch in die berge auf über 3300 meter über meer. zwar kein schnee, aber ziemlich kalt. 300km total an diesem tag, 150km saubere neue chinesischer asphalt, 150km holperpiste vom feinsten. mein gott, hat da niemand erbarmen mit meinem magen? nein! wir kamen in die nacht und campten auf 2900 meter über meer am strassenrand. kaum essen, wenig schlaf und eine saukälte. nicht gerade das, was ich und mein magen wünschte. naja!
nur wenige kilometer holperpiste trennte uns am nächsten tag von lalibela, wo wir 2 volle tage verbrachten. endlich rasten, erholen und auskurieren.
lalibela ist den meisten von euch wohl kein grosser begriff, in kirchlichen kreisen wohl aber schon. auch zweites jerusalem genannt beherbergt dieser ort 11 kirchen im dorf, 6 ausserhalb. besonderheiten: die kirchen sind alle unterirdisch und in den felsen gebaut. angeschaut habe ich nicht alle kirchen, gesundheitszustand liess nicht alle zu. ziemlich viele weisse pilgerfahrer haben wir gesehen, also hoffte ich auf höheren beistand für meinen solch arg gebeutelten magen. und ich kriegte ihn, jedenfalls ging es mir von tag zu tag besser. okay, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich antibiotika zu mir nahm...
samstags ist markttag in lalibela und da wir sowieso zu kochen hatten, machten wir uns auf dorthin. die leute betatschten uns, rissen uns die kleider beinahe vom körper oder probierten uns 100fach über den tisch zu ziehen. schlussendlich hatten wir eine ganze stunde für kartoffeln, karotten, zwiebeln und eier. bei einem fleischer haben wir dann aus neugier die preise für lebende tiere nachgefragt: esel: 500 birr (30 chf), geiss: 700 birr (40 chf) oder ein chicken für satte 20 birr (1.5 chf). die beziehung der bevölkerung zu tieren ist aber abnormal und bringt mich teilweise ziemlich an die grenzen. tiere werden geschlagen, gefoltert und als letzten dreck behandelt. hart zu sehen und nicht einschreiten können. die kultur scheint offenbar mir nicht so richtig zu liegen.
anmerkung zum schluss: will, der uns in addis abeba verlassen hatte, gelangte nicht einmal bis nach hause in seattle. in washington, wo er umsteigen sollte, musste er notfallmässig ins spital eingeliefert werden. bakterieninfektion von der gröberen art! er wurde sogar für einige tage auf die intensivstation verlegt. gute besserung will, wird schnell wieder gesund!

lalibela - kirch im felsen

lalibela - kirch im felsen

lalibela

lalibela

lalibela - kirche in stein

lalibela - kirche in stein

lalibela - hauptkirche

lalibela - hauptkirche

lalibela - wasserteich bei einer kirche

lalibela - wasserteich bei einer kirche

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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