yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

Reisezeit: November 2010 - November 2011  |  von Markus Knüsel

die letzte reise angetreten

es gibt wohl kein passenderes foto für tony: auf der suche nach vögel und etwas glückseligkeit!
ruhe in frieden, mein freund!

es gibt wohl kein passenderes foto für tony: auf der suche nach vögel und etwas glückseligkeit!
ruhe in frieden, mein freund!

gedanken zum hinscheiden von tony kendall

am 28.01.2012 verstarb unser travel-buddy tony kendall vom norden englands an lungenkrebs.

diese tragische nachricht erhielt ich mitte letzter woche völlig unerwartet. nach dem schock folgte die trauer, mit der trauer kam die frage nach dem wie und warum...

aber wer war dieser tony kendall überhaupt?
ich kann mich noch ganz genau erinnern, als ich in marrakech am flughafen das erste mal tony begegnete. inmitten von jungen abenteuerlustigen leuten gesellten sich zwei ältere herren, wil und eben dieser tony. die beiden herren hatten von anfang an meinen grössten respekt, waren doch beide schon knapp über 60 jahre alt und hatten ein jähriges abenteuer vor sich, welches sich nur wenige leute auf dieser welt getrauen, speziell in diesem alter!
bald stellte sich heraus, dass tony eine ganz tiefe leidenschaft pflegte: vögel! er ordnete alles diesen tieren unter, egal ob es regnete, stürmte oder die sonne unbändig brannte, er war immer in seinem element und keine/r konnte ihn dabei aufhalten. seine augen glänzten jeweils, wenn ich ihn was fragte. und wenn er sein grosses vogelbuch aufschlug & was erklärte, er war immer in seinem vollsten element. sein strahlen fand kein ende, wenn er wieder einen neuen vogel abgelichtet hatte, welcher tony nur aus dem grossen buch kannte. die ganze gruppe beteiligte sich schlussendlich daran und der aufschrei "tony! bird!" gehörte dazu wie das ewige rattern des lastwagens.

es war auch immer tony, der das feuer für die kochgruppe machte. feuer und luft (für die vögel) waren wohl seine elemente. berührungsangst kannte er keine, die einheimischen bevölkerung respektierte er wie fast kein anderer auf dem lastwagen und er war immer für einen spass zu haben. sein typisch englischer humor und sein lachen werde ich vermissen!

und doch war tony anders. ziemlich schwer hinter seine fassade zu sehen. er gab nichts von sich preis, privates wusste man nichts und er lebte zurückgezogen, soweit es auf einem solchen truck überhaupt möglich war. er war der einzige der "alten" garde (ü60), der die reise bis am schluss durchzog. körperliche strapazen konnten ihn daran auch nicht hindern, einmal biss ihn eine spinne und sein gesicht war für tage geschwollen, er litt höllische schmerzen. und doch hat er nie mit dem schicksal gerungen. wenn andere aufgaben, biss er sich durch.

und nun hat uns dieser verdammte krebs tony viel zu früh genommen. die gruppe jedoch wusste nur die halbe wahrheit. im jahre 2009 wurde bereits bei tony lungenkrebs diagnostiziert, chemotherapie angeboten und ein jahr wurde ihm noch gegeben. er hatte aber was anderes vor: afrika! oder vielleicht afrika und seine vögel?
anscheinend hatte er zu seinen ärzten gesagt, dass es ihm piepe-egal sei, ob er in einem schwarzen beutel zurückkehre. er habe diesen traum und er habe ein jahr zeit. also ab auf grosse reise...

ich bin unglaublich froh diese person kennengelernt zu haben und dass ich tony auf seinen letzten monaten im geliebten afrika begleiten durfte. typen wie tony gehört diese welt, immer mit dem ziel vor augen und nichts lässt ihn beeinflussen. einzig der drang das zu tun, was man will, genau das trieb diese besondere persönlichkeit an. er hat sein leben bis am schluss gelebt und hoffe, es geht ihm nun besser dort oben im himmel, zusammen mit seinen vögeln!

FLYING HIGH WITH YA BIRDS NOW!
mein freund, ruhe in frieden!

ironie des schicksals: zwei tage nach der traurigen nachricht vom hinscheiden tony's kam von farron (fahrer) und leight (reiseleiterin, freundin, jetzt frau, von farron) die freudige nachricht, dass sie eltern eines sohnes namens logan william geworden sind. irgendwie dreht sich dabei der kreis, denn wer genau nachrechnet findet heraus, dass dieses lebewesen bereits ein part unserer reisegruppe war...
und zudem war geplanter geburtstermin 28.01.2012 gewesen. was aber noch verrückter ist: tony's richtiger vorname war william, es hat nur niemand bemerkt vorher...

tony (mit buntem shirt) und wil in einer bar in namibia

tony (mit buntem shirt) und wil in einer bar in namibia

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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