yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

Reisezeit: November 2010 - November 2011  |  von Markus Knüsel

zwischen warm und kalt

typisches bild für äthiopien: slums und kirchen prunkbauten

typisches bild für äthiopien: slums und kirchen prunkbauten

auf dem weg nach harar... chillende ziegen...

auf dem weg nach harar... chillende ziegen...

...winkende kinder...

...winkende kinder...

...und tischfussball muss sein!

...und tischfussball muss sein!

in addis verliess uns unerwartet und ungewollt ein weiteres mitglied des trucks. will, 63 jähriger amerikaner, verarbschiedete sich von uns, nachdem sein schulterleiden, welches er auf der holperpiste im norden kenias eingefangen hatte, nicht geringer wurde. die letzten tage stand er ununterbrochen unter schmerzstillenden medikamenten. die schmerzen waren schlussendlich zu gross und er beschloss, nach hause zu fliegen. sniff!
doch er ist nicht der einzige, welcher die strapazen einer langen reise zu spüren kriegte. zwar konnten wir zum glück bisher noch keinen einzigen malaria fall im osten vermelden, doch wir kämpfen mit anderen problemen. toni, ein älterer vogelliebhaber aus dem norden englands, wurde vor rund 5 wochen von einer spinne im gesicht gebissen. sein ganzer kopf schwoll mächtig an, medikamente halfen nur bedingt. gewisse teile um seine nase sind immer noch gelähmt.
ziemlich alle leute kämpfen mit der höhenkrankheit. wir befinden uns immer zwischen 2000 meter und 3000 meter über meeresspiegel. nasenbluten, kopfweh, übelkeit und dehydration sind die folge davon. aber wir kämpfen tapfer weiter!
je mehr wir den südlichen teil äthiopiens verlassen, desto freundlicher werden die leute. nur noch selten speiht man nach uns oder möchte uns lynchen. eher das gegenteil ist der fall! in ländlichen gebieten winkt man uns zu, tanzt und singt. balsam für meine seele, war ich doch vom süden tiefst enttäuscht.
die vegitation ist einmalig hier. zwischen vulkan wüste und kaffeplantagen in den bergen findet man eigentlich alles, viele blumen und weitere pflanzen..., zum leidwesen meines heuschnupfen. aber davon lass ich mich nicht entmutigen. die tage sind höllisch heiss, die nächte ziemlich kalt und je nach höhe, auf welcher man sich gerade aufhält, wechselt man die kleider von shirt zum pullover und zurück praktisch im minutentakt.

in harar, einer grösseren stadt im osten, wurde uns dann aber wieder einmal bewusst, dass wir uns in afrika befinden und dass wir weiss sind. die verhandlungen für hotelräume sind teilweise ziemlich mühsam und man probiert uns immer (und wenn ich sage immer, dann meine ich auch immer) über den tisch zu ziehen. in harar wollte uns ein hotelmanager plötzlich eine höhre summe verrechnen als abgemacht, weshalb wir alle fluchtartig das hotel verliessen und ein anderes aufsuchten. dass die leute versuchten den truck zu stürmen und uns die unmöglichsten gegenstände nachwarfen, sollte uns nicht weiter stören! in der gleichen stadt verliessen uns auch die drei somalia-aussteiger. mit gleichen problemen. der taxifahrer holte die drei jungs wie abgemacht am abend ab, wollte dann aber nach einer stunde doch nicht weiterfahren, angeblich zu gefährlich. also kehrten die ausriesser nach kurzer zeit wieder zurück. der norweger flippte danach glänzlich aus und beschimpfte den typen aufs gröbste. wir taten schwer daran, ihn zu beruhigen, schliesslich wussten wir ja nicht, ob dieser taxi-junge eine pistole oder ein messer unter seiner jacke mit sich trägt. der norweger kriegte dann von uns so einiges zu hören, schliesslich wollen wir doch alle heil wieder nach hause zurückkehren. am nächsten morgen machte sich dann die gruppe erneut auf, um somalia zu erobern. dieses mal aber ohne probleme...
harar kann aber auch ziemlich schönes bieten. so besitzt harar ein ziemlich schönen, urafrikanischen markt. man kriegt zwar keine craft-ware, da touris hier praktisch nicht vorhanden sind. man kriegt aber essen und kleider oder was man sonst noch für den alltag braucht. die restaurants und bars sind ziemlich gemütlich, man findet sogar eine schmucke eisdiele. das essen ist noch günstiger als im süden, wir fanden eine bar, in welcher man für 3 birr (16 birr=1 us dollar) ein draft-bier kriegt. lecker! in einem restaurant erlebten wir dennoch eine ungemütliche situation. der kellner vergass die essbestellung eines australischen päärchen und wurde darauf fristlos gefeuert.
am letzten abend besuchten wir in harar die berühmt berüchtigte hyänen-show. für 40 birr konnte man wild lebende hyänen füttern. mit der hand und auch mit einem holzstäbchen im mund. solche attraktionen mit angeblich "wilden" tieren ist nicht mein ding, dennoch ging ich dort hin. und wie ich es vermutet hatte, die tiere waren nicht wild wild. die hyänen werden täglich gefüttert und haben sogar alle einen namen (osama, obama und weitere lustige namen). nun gut, ich zog es dann vor, ein bisschen im hintergrund zu stehen und fotos für die gruppe zu schiessen. das traditionelle nachtessen danach hat mir dann übrigens um einiges besser gefallen...

eimer shop auf dem weg nach harar. farbenfroh

eimer shop auf dem weg nach harar. farbenfroh

welcome to arabic world

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nationalgericht äthiopiens

nationalgericht äthiopiens

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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