yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

Reisezeit: November 2010 - November 2011  |  von Markus Knüsel

am anfang der welt

moschee von djenne

moschee von djenne

djenne

djenne

die beiden italiener verliessen uns nach bamako erneut. massimilano kehrte nach italien zurück, um die malaria ganz auszukurieren (haben übrigens 4 weitere positive Fälle in unserer gruppe, total also schon 6 personen, darunter auch farron, unser fahrer) und massimo zog es vor, nach timbuktu ans desert festival zu gehen dafür burkina faso sausen zu lassen. beide werden wieder in ghana sehen.
von bamako aus erreichten wir djenné in zwei tagen (1x bushcamp). die bekannte moschee ist bereits aus einigen 100 meter entfernung zu sehen und steht unter unesco-schutz, wie auch das ganze dorf. jegliche häuser sind aus lehm gebaut. kein zement, keine steine, kein beton.in der regenzeit werden die häuser jeweils mit neuem schlamm standfest gemacht und benötigt grosses können, damit nicht das haus zusammen fällt. die bereits erwähnte moschee ist ein wahrer hingucker und zudem unvorstellbar, wie man eine solche moschee innerhalb nur eines jahres erstellen kann.
von djenne bestiegen wir ein boot und fuhren während 2 tagen auf dem niger-river nach mopti. die atmosphäre war ziemlich chillig. sonnenbaden, uno spielen oder sonst irgend welchen blödsinn quatschen. so könne ich mir jede vorweihnachtszeit vorstellen: ohne kalte temperaturen, ohne einkaufsstress und ohne nervende weihnachtslieder im radio.
in mali's ländlichen gegenden kommt es sehr häufig vor, dass uns kinder erspähen und uns zurennen. sie packen dann unsere hand (hände) und begleiten uns einige meter. was ziemlich gastfreundlich und herzlich anhört hat aber einen kleinen faden beigeschmack. wie mir mohammed erklärte (er hat mir die stadt djenne gezeigt), glauben die kinder hier, dass durch berühren einer weissen person sie ebenfalls weisse haut kriegen. spätestens im nächsten leben. hm, wenn ich das richtig überlege, leitet eine solche denkweise bereits die spaltung der gesellschaft ein. es stimmt mich ein wenig traurig, wenn solch lebensfrohe afrikanische kinder dem leben eines arbeitswütigen und lustlosen weissen nacheifern. bestimmt besteht da kein anderer weg, den sich die kinder wünschen/aussuchen können und deshalb habe auch ich da mitgespielt. bis zu 6 kinder im selben moment...

kurz vor weihnachten nahmen wir das dogon-abenteuer in die hand. dogon ist ein gebiet östlich von mopti und liegt in der wüste. bekannt ist diese gegend wegen den felsbauten der pygmäen und den einmaligen häuser der dogons. die pygmäen hausten in den felsen vor einigen hundert jahren, damit die sippe nicht überfallen werden konnten. man benutzte seile, um überhaupt hoch zu kommen. wege zu den hütten gibt es keine. im 1200 jahrhundert änderte sich aber das klima und die jagenden pygmäen zogen weiter, da keine nahrung mehr gefunden wurde. was früher regenwald war, ist nur noch sand und staub. heute leben die dogons hier, ein volk, welches an der grenze zu mauretanien lebte, bis das islamische gedankengut die dogons vertrieb. die dogons besitzen eine eigene religion und vorstellung der welt. konvertieren wollte man nicht, also sah man sich gezwungen, einen neuen platz zum hausen zu suchen, im ehemaligen reich der pygmäen.
die zeit scheint im dogon-land still zu stehen. einfachste lehmhütten und absolut kein luxus. dafür wissen die dogon's sich selbst zu ernähren. das rahre wasser wird behütet eingesetzt und das per hand mit schüsseln (hard work!!!). zwiebeln, tomaten, kartoffeln, eigentlich kriegt man hier alles wichtige und das essen ist vorzüglich. der eindruck der gärten ist gigantisch. ich kam mir wie im garten eden vor...
drei heisse tage verbrachten wir im dogon-land und haben ziemlich viele kilometer per fuss abgespult. übernachtet haben wir jeweils auf einem hausdach in einem schmucken dörfchen. die temperaturen waren höllisch hoch und wir mussten auf der hut sein, genügend zu rasten, genügend wasser zu trinken und den salzhaushalt im körper gezielt konstant hoch zu halten. trotz aller vorsicht, hat die hitze ziemlich vielen leuten zu schaffen gemacht. kollapse am laufmeter. sherry, eine ältere amerikanische lady, musste sogar für kurze zeit hospitalisiert werden. übelkeit und extreme müdigkeit erfuhren etliche leute. ich kam zum glück mit diesen temperaturen ziemlich gut zurecht. regelmässiges einnehmen einer salzlösung und versalzenes essen war wohl mein geheimtipp.
am heiligen abend kamen wir ziemlich spät zurück auf den zeltplatz. es erwartete uns chicken und chips und viele kalte getränke (vorzüglicherweise bier). zwei nächte in folge wurde gefeiert und das nicht wenig! party-animal knüsi kam auf touren(oder besser gesagt, soggy kam auf touren. die leute haben mir einen neuen nicknamen gegeben. tip: hat mit meinem neuen äusseren zu tun!). am 25igsten leisteten wir uns sogar ein halbes schaf. lekker!
zum schluss dieses blogs noch eine lustige randnotiz in eigener sache: man hält hier in mali die getränke meistens im tiefkühler kalt, damit das getränk nicht innerhalb von wenigen minuten warm ist. jerome genehmigte sich am weihnachtsabend ein weiteres bierchen, durstig durch das tanzen. gesagt, getan. kühltruhe geöffnet, bier herausgenommen, nicht realisiert, dass der deckel der truhe nicht von allein hält. nun ziert ein ziemlich langer cut seine stirn. es muss also nicht immer ein briefkasten sein...

moschee von djenne

moschee von djenne

bootsfahrt auf dem niger river

bootsfahrt auf dem niger river

ohne worte - dieses bild verkoerpert die ganze lebenslust dieses landes!

ohne worte - dieses bild verkoerpert die ganze lebenslust dieses landes!

dogon-country

dogon-country

dogon-country

dogon-country

dogon-county

dogon-county

dogon-country

dogon-country

team work...

team work...

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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