Indien...und dann?

Reisezeit: August 2010 - Mai 2011  |  von André Hellberg

Jodhpur

In Jodhpur angekommen stiegen wir im Cosy-Guesthouse ab. Wir trafen Abends dort ein. Daher liessen wir uns erstmal im Restaurant nieder. Nach kurzer Zeit kamen auch die Schweden dazu. Das Wiedersehen war gross.

Jodhpur ist eine richtig schoene Stadt. Mit einem Fort und einem grossen Platz auf dem ein Clocktower steht. Auf diesem Platz gibt es den weltbesten Lassi (Joghurt-Getraenk). Den weltbesten Lassi erkennt man daran, dass der Loeffel im Glas steht.

In dem Fort kann man einen Audio-Guide mieten. Das ist sinnig, um die verschiedenen Raeume und deren Bedeutung zu verstehen.

Wir vier waren ein richtig gutes Team. Da Markus (einer der Schweden) wahrscheinlich eine sehr weichherzige Ausstrahlung auf alles was bettelt hat, war er immer derjenige, der von den bettelnden Kindern verfolgt wurde. Daraufhin ueberlegten wir uns einen neue Taktik. Wenn es Markus zuviel wurde haben wir von drei runtergezaehlt und dann unsere Beine in die Hand genommen. Oder wir haben angefangen Umwege zu gehen. Einem bettelndem Kind ist es schnell zu doof den Touris um ein geparktes Auto zu folgen. Lustig war es auch mit den Worten "er will!" auf einen anderen der Gruppe zu zeigen, wenn jemand penetrant etwas verkaufen wollte. Somit war man den Verkaeufer los und konnte beobachten, wie der naechste mit dem Verkaeufer "kaempfte".

An einem Abend haben wir uns dann noch einen Bollywood-Streifen angeschaut. Dabei geht es um einen Querschnittgelaehmten Zauberer, der nicht mehr leben will. Seine Anwaeltin kaempft vor Gericht fuer seine Sterbehilfe. Ein aktuelles Thema verpackt in Bollywood-Atmospaehre. Allerdings ohne Tanz und nicht soviel Gesinge, wie wir gehofft hatten. Amuesant war, dass die Inder ihre Handys im Kino nicht etwa ausmachen oder lautlos stellen. Somit wurde waehrend des Filmes fleissig telefoniert.

An einem weiteren Tag machten wir den "Flying Fox". Dabei handelt es sich um eine Art Seilbahn. Diese Seilbahn ist geteilt in mehrere Abschnitte. Man bekommt einen Gurt verpasst mit dem man sich in die Seilbahn einhaengt. Damit ging es dann von einem Huegel zum naechsten. Ich kann nicht behaupten, dass es mir das Adrenalin in die Adern gepumpt haette, witzig war es trotzdem. Ein Tip dazu: Nicht direkt zum "Flying-Fox-Office" gehen. Lieber in einem Shop buchen. Dort bekommt man Rabatt.

Da die Schweden nur bis Anfang Dezember Urlaub haben beschlossen sie auf dem schnellsten Wege nach Goa zu fahren, um noch ein paar Tage Strand zu haben, bevor es zurueck nach Schweden geht. Stefan schloss sich ihnen an. Da wir gemeinsam viel Spass hatten wurde ich gebeten mitzukommen. Da wir gemeinsam viel Spass hatten rang ich mich dazu durch mitzukommen. Das haette dann wie folgt ausgesehen. Nach einer Zugfahrt von minimum 30 Stunden waren wir in Goa gewesen. Ich haette dann knapp eine Woche mit den anderen gehabt, bevor ich wieder in Delhi sein muss, um Gerrit und Suse vom Flughafen abzuholen.
Wir buchten also Tickets fuer den Zug. Allerdings landeten wir auf der Warteliste. Da wir auf Platz 16 landeten, war die Chance gut noch Plaetze zu bekommen. Am Tag der Zugfahrt checkten wir also morgens aus dem Guesthouse aus. Mit den Worten begleitet, dass wir wiederkommen koennten, wenn wir keinen Platz im Zug bekommen wuerden, verbrachten wir den Tag in Jodhpur, um dann Nachts Rikshaws zum Bahnhof zu nehmen. Unser Zug sollte naehmlich um 1 Uhr nachts den Bahnhof verlassen. Da wir vier Personen mit jede Menge Gepaeck waren benoetigten wir eigentlich zwei Rikshaws. Als wir nachts auf die Strasse traten, war natuerlich nur eine aufzutreiben. Im Moment is Hochzeitssaison in Indien, da es nicht zu warm ist und die Sterne guenstig stehen. Somit kam gluecklicherweise ein betrunkener Hochzeitsgast vorbei, der dem mit uns ueberforderten Rikshawfahrer sagte, er wuerde uns helfen. Somit gab er uns Anweisungen. Wir mussten zuerst in die Rikshaw klettern. Als die drei sassen und ich auf dem Schoss von Markus Platz genommen hatte, wurde unser Gepaeck von dem Hochzeitsgast in die Rikshaw gestopft. Die anderen konnten vor lauter Gepaeck nichts mehr sehen. Ich konnte seitlich aus der Rikshaw schauen. Natuerlich kamen wir mehrfach in einen Hochzeitsumzug. Immer wenn die Inder uns sahen, gab es ein grosses Gelaechter. Sie deuteten auf die Rikshaw und wollten uns dauernd aus der Rikshaw ziehen, damit wir mit ihnen tanzen.

Am Bahnhof angekommen machten wir zunaechst wieder grosse Augen. Die Bahnhofshalle war voll von Menschen. Sie lagen in Reihe und Glied auf dem Boden und schliefen groessenteils. Nicht dass das ungewoehnlich ist. Ich habe mich inzwischen an diese Anblicke gewoehnt. Jedoch war die Halle so gross wie eine Turnhalle und in der Dimension hatte ich es dann doch noch nicht gesehen.

Auf dem Bahnsteig sagte uns der schlecht gelaunte Schaffner des Zuges dann, dass wir keinen Platz bekommen haetten. Es ist nicht leicht das Zugsystem in Indien zu durchschauen. Da zu viele Leute um den Schaffner rumstanden wollten wir ihn auch nicht bestechen um einen Platz zu bekommen.

Somit also zurueck zum Guesthouse. Der ebenfalls schlecht gelaunte Angestellte des Guesthouses eroeffnete uns dann, dass das Guesthouse voll belegt sei. Wir suchten ein anderes Guesthouse auf, wo wir gluecklicherweise auch gleich Zimmer bekamen.

Somit war die Goa-Geschichte fuer mich definitiv gestorben. Die anderen machten sich zwei Tage spaeter erneut auf den Weg. Wieder mit Warteliste. Wieder ohne Plaetze bei Abfahrt. Diesmal aber mutiger und somit einfach eingestiegen. Wie ich spaeter hoerte mussten sie Strafe zahlen. Diese Strafe ist laecherlich wenig und der Schaffner steckt sie sich sicher selbst in die Tasche. Oder auch nicht.... Insgesamt brauchten sie dann auch lockere 45 Stunden um Goa zu erreichen.

Ich selbst bin mit einem Bus nach Udaipur gefahren...

© André Hellberg, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem ich nun drei Jahre auf den August 2010 gewartet habe um mein freies Jahr zu beginnen, bin ich jetzt langsam richtig heiß drauf. Ich werde von Hamburg über Moskau nach Delhi fliegen und dort früh morgens ankommen. Von dort soll es erstmal ´gen Norden, in den Himalaya gehen. Dann wieder ´gen Süden, dann ´gen Osten, ´gen Süden, und noch weiter und weiter... und letztlich kommt eh alles anders als gedacht... Indien, ich komme...
Details:
Aufbruch: 05.08.2010
Dauer: 9 Monate
Heimkehr: Mai 2011
Reiseziele: Indien
Malaysia
Thailand
Der Autor
 
André Hellberg berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.