DanInsis Reise ins Wunderland

Reisezeit: Oktober 2006 - März 2007  |  von Insa und Daniel

Thailand: Bangkok

25.02.2007

Obwohl wir kein Weiterreise-Ticket vorzeigen konnten, war die Einreise nach Thailand wohl die mit Abstand unproblematischste. So konnten wir noch eine Runde um unser Gepaeck bangen, das wir wieder einmal als letzte in Empfang nehmen durften. Kaum im Terminal angekommen, sprangen schon die ersten Tourverkaeufer und Taxifahrer auf uns zu, die uns die besten Schnaeppchen des Jahrhunderts andrehen wollten. Durch einschlaegige Reiseliteratur und Reiseberichte anderer gewappnet, wussten wir, dass man diese Angebote tunlichst ausschlaegt, und sind zum oeffentlichen Taxistand gegangen. Auch dieser Taxifahrer schaffte es, einen Riesenumweg zu fahren und die Endabrechnung grosszuegig von 360 Baht auf 400 Baht aufzurunden, aber da es sich hier um eine 50-minuetige Taxifahrt handelte, waren wir gerne bereit, die geforderten 8 Euro zu zahlen.

Am Davis Hotel angekommen durften wir schon um 12 Uhr einchecken, was uns sehr entgegen kam. Unser Zimmer ist super, wie auch der Service im Hotel, bis jetzt koennen wir es nur weiterempfehlen! Da wir zu angeschlagen waren, um uns direkt ins Sightseeing zu stuerzen, wollten wir den Nachmittag nutzen, um uns einige Schneider anzuschauen. Das Hotel bekam unser Vorhaben mit und rief sofort bei Embassy Tailors an, die uns abholen liessen. Soweit, so gut. Allerdings verlief der restliche Teil nicht mehr so gluecklich, eigentlich wollten wir uns nur mal informieren, aber nach zwei Minuten stand Daniel vor dem Spiegel und bekam Stoffproben umgehaengt, nach weiteren 10 Minuten stand fuer die Herren bereits fest, dass wir hier entgegen unseren Beteuerungen heute etwas kaufen werden. Wir hatten direkt am Anfang mehrmals gesagt, dass wir nur gucken moechten! Na, dann kam noch der britische Besitzer und machte uns ein Angebot, das an sich ok war, uns ging das trotzdem zu schnell, zumal wir nichtmal in Ruhe die Stoffe hatten aussuchen koennen. Unser Zoegern interpretierte der Brite als Versuch zum Runterhandeln, und so ging es stetig mit dem Preis bergab, bis wir bei 800 Euro fuer 4 Anzuege landeten. Dabei handelten wir gar nicht aktiv, im Gegenteil, wir aergerten uns eher ueber den doch etwas drastischen Sprung von 1200 Euro (erster Angebot) zu 800 Euro. Wir schafften es mit Mueh und Not aus dem Laden, auch wenn das letzte Angebot nur heute gelten sollte. Ein gutes Gefuehl hatten wir nicht.

Am Abend probierten wir, noch einen anderen Schneider aufzusuchen um einen Eindruck zu bekommen, doch der vom Spiegel empfohlene Mr. Bobby von Raja's Fashion hatte Sonntags zu. Also schlenderten wir die Sukhumvit Road entlang und gewannen einen ersten Eindruck von Bangkok. Viele Essensstaende am Strassenrand, duftet alles sehr sehr gut, bunte Farben, Abgase, laute Verkaeufer, doch nicht so aufdringlich wie erwartet, tuckende Tuk-Tuks und draengelnde Touris. Uns gefaellt es hier.

Um unseren ersten Tag fuerstlich zu beenden gingen wir im Restaurant neben unserem Hotel essen; waehrend wir warteten konnten wir die Tischdecke mit Wachsmalstiften bemalen. Genau das Richtige fuer uns! Die Tischdecke wurde voller und voller, aber das Warten hat sich gelohnt, und die Rechnung fuer 3 Bier, ein Wasser, zwei Hauptspeisen und einen Nachtisch fuer 10 Euro hat auch positiv ueberrascht.

26.02.2007, oder: Shop till you drop!

Direkt nach dem Fruehstueck schnappten wir uns ein Taxi zu Raja's Fashion. Der Taxifahrer riet, dass wir zu einem Schneider wollten (in der Gegend wimmelt es nur so von ihnen), da wir in einem oeffentlichen Taxi sassen, waegten wir uns in Sicherheit und bestaetigten seine Vermutung. Prompt griff er zum Telefon und rief einen befreundeten Schneider an (wir verstanden immer nur Bruchstuecke, sind ja der thailaendischen Sprache nicht maechtig), und sagte uns, dass er uns zu einem Schneider bringen wuerde. Ach, nein danke, ist schon ok. Er liess sich nicht abwimmeln, doch Daniel schaffte es, ihn dazu zu bringen, an einem Hotel direkt gegenueber von unserem eigentlichen Ziel anzuhalten. Nochmal gutgegangen.

Bei Raja's wurden wir freundlich begruesst und bekamen viele Stoffproben zu Gesicht. Das war schon mehr nach unserem Geschmack, letztendlich entschied sich Daniel in zwei Stunden fuer 4 Anzuege, 12 Hemden, 4 Krawatten und eine Weste. Alle wichtigen Fragen wie "Bundfalte- ja oder nein?", "Manschettenknoepfe?", und andere Dinge, ueber die man sich noch nie zuvor Gedanken gemacht hat, sind geklaert, und am Mittwoch geht Daniel zur ersten von drei Anproben.

Am Nachmittag sind wir ins MBK, einer riesigen Shopping Mall gegangen, dort wimmelt es nur so von Faelschungen und Souvenirs; anschliessend ins Siam Centre, das unsere Preisklasse doch um einiges uebersteigt. Zumindest fuer ein Mittagessen im Food Court reichte es, und mit Bedauern stellten wir fest, dass uns auch in Thailand Zitronengras nicht schmeckt. Schade, denn es findet sich in fast jedem Gericht. Wir probieren fleissig weiter.

Fuer den Heimweg fanden wir keinen Taxifahrer, der gewillt war, uns im Berufsverkehr zu unserem Hotel zu bringen, also griffen wir auf den guten alten Skytrain zurueck, und nahmen nur fuer den letzten Kilometer ein Taxi. Normalerweise wuerden wir auch einen Kilometer laufen, aber hier ist es einfach zu heiss!

Zum Entspannen huepften wir eine Runde in den Whirlpool, danach waren wir viel zu muede, um uns noch Richtung Essen zu bewegen. Daniel opferte sich grosszuegig auf und ging -der Mensch ist ein Gewohnheitstier- ins Restaurant vom gestrigen Abend, um uns eine Pizza zu organisieren. Zur grossen Freude der thailaendischen Bedienung wartete er im Restaurant und trank eine riesige Flasche Bier, dementsprechend angeheitert kehrte er zu Insa ins Hotelzimmer zurueck.

27.02.2007

Heute sollte es doch mal etwas kultureller zugehen, wir zogen unsere langen Hosen an und zogen Richtung Tempel und Palast. Da keine oeffentlichen Verkehrsmittel in diesen Teil Bangkoks fuehren, nahmen wir den Skytrain bis zum Mae Nam Chao Praya (ein Fluss). Dort blickten wir noch einmal in den Reisefuehrer und stellten fest, dass man geschlossenes Schuhwerk braucht, um in die Tempelanlagen zu gelangen. Wir dachten, man muss seine Schuhe bereits am Eingang ausziehen und hatten Flip Flops an. Plan gescheitert.

Alternativ suchten wir einen Schneider fuer Damen auf, dazu bestiegen wir die Faehre des Oriental Hotels, das wir jetzt auch einmal von Innen gesehen haben. Auch hier darf man als Besucher keine Flip Flops anhaben, aber die Rezeptionsdame dachte, wir waeren Gaeste. Sie gab uns einen Tipp und wir dackelten los, doch Insa wurde nicht fuendig. Also beschraenkten wir unser Touri-Programm auf einen Besuch der Khao San Road, zu der wir via Faehre gelangen. Diesmal aber die oeffentliche.

Wieder sicher am Flussufer angekommen blickten wir verstohlen auf eine Karte, um uns zu orientiern. Offensichtlich nicht verstohlen genug, denn prompt blieb ein gut gekleideter Thai stehen, der doch tatsaechlich jemanden in Stuttgart kennt, denn er ist Lehrer! Laut ihm ist die Khao San Road fuer Einkaeufe geschlossen, und macht erst um 17 Uhr wieder auf, also sollten wir doch zum Bo Be Shopping Center, da ist Dienstags alles billiger, aber dafuer muessten wir ein Tuk-Tuk nehmen. Dem Fahrer sollten wir nicht mehr als 10 Baht geben, denn er kriegt von der Regierung Sprit. Hmmmm...noch klingelten keine Alarmglocken, obwohl laut thailaendischer Touristenpolizei die ersten Merkmale eines Betrugs da waren (gut gekleideter Thai, ehrhafte Position, kann gut Englisch, unser Ziel ist gerade geschlossen). Dann hielt "ganz spontan" ein Tuk-Tuk neben uns, und er bat uns, dort einzusteigen, er wuerde schon dafuer sorgen, dass der Fahrer uns nicht zu viel bezahlen laesst. Die Glocken laeuteten Sturm, und wir verabschiedeten uns schleunigst.

Und da waeren wir auch schon im Hier und Jetzt angelangt, wir werden gleich einmal ueber besagte Strasse schlendern, heute Abend vielleicht noch auf einen Basar, und morgen gehts dann mit geschlossenen Schuhen zu den Tempeln.

Wir besuchten noch die Khao San Road, die wir uns ein bisschen groesser und beaengstigender vorgestellt hatten, diesmal trauten wir uns sogar an eine der Strassengarkuechen. Ansonsten hatten wir an diesem Tag noch einige Probleme, ein Taxi zu finden, dass uns mit laufendem Meter zu unserem Hotel oder wenigstens zum SkyTrain bringt. Teilweise mussten wir uns arg beschimpfen lassen, aber das laesst uns kalt.

Unser Abend endete zum dritten Mal im Palo Palo, dem Restaurant neben unserem Hotel, morgen gelobigen wir Besserung und suchen uns etwas Neues.

28.02.2007

Puenktlich um 10 vor 10 erschienen wir zum Fruehstueck, das Shuttle zum SkyTrain konnte auch noch gebucht werden, so dass wir uns um 11 Uhr Richtung Palast und Tempel aufmachten. Einige Zeit verweilten wir noch im Emporium ,einem riesigen Shoppingcenter, wo wir gelernt haben, dass es anscheinend fuer einige Thailaender unbegreiflich ist, das wir das Super-20-%-auf-Alles-Angebot ausschlagen, und nur aus dem Grund, dass uns die Ware nicht gefaellt oder passt!

Ansonsten herrschte wieder viel Verkehr, und oeffentliche Verkehrsmittel fuehren nicht bis in diesen Teil der Stadt, also fuhren wir trotz Umweg wieder zu einer Faehranlegestelle, um den Palast via Fluss zu erreichen. An der Faehre quatschte uns ein Reisebuero an, ob wir nicht eine Tour mitmachen moechten, ein anderes Paerchen blieb auch noch stehen, und schon ward es um uns geschehen. Also buchten wir vier zusammen einen Guide plus Boot, mit dem wir die naechsten vier Stunden verbrachten. Am Anfang war er noch sehr ruhig, doch dann drehte er voellig auf, und erzaehlte uns von seiner Zeit als Moench, in der er an entscheidenden Koerperteilen verstuemmelt wurde, so dass er nun leider keine Kinder mehr kriegen kann. Das erzaehlte er mit einem Riesengrinsen auf dem Gesicht, deswegen sind wir uns nicht so sicher, wieviel von dieser Geschichte auch stimmt. Nach dem Koenigspalast (viel Gold, viel Glas, viel Glitzer) ging es zum Wat Pho, einem Koeniglichen Tempel Erster Klasse, der den groessten liegenden Buddha Bangkoks beherbergt. Anschliessend fuhren wir noch mit dem Boot durch einige Kanaele und genossen den Blick in die Wohnzimmer einiger Uferbewohner. (Die Armen! )

Gleich geht es zu Daniels erster Anprobe...

01.03.2007

Da es Insa heute nicht sehr gut ging, blieb sie im Hotelzimmer, und traute sich nur kurz vor die Tuer, um Getraenke einzukaufen. Daniel ging waehrenddessen noch eine Runde Einkaufen, allzulange sind wir ja nicht mehr in Bangkok, und was du heute kannst besorgen...
Am Abend kehrte er dann auch mit einer entsprechend grossen Ausbeute zurueck.

Zum Abschluss des Tages ging es in das nahegelegene Internetcafe, denn Insa musste dringend ihr Schwesterlein anrufen. Im Internetcafe konnte man seine eigenen Gedanken nicht hoeren; es gibt hier ca. 25 Computer, und an 23 sitzen thailaendische Kids, die in zwei Gruppen gegeneinander Computer spielen. Da es ein Kriegsspiel ist hoert man also von 23 Computerlautsprechern die Knallergeraeusche, gemixt mit dem froehlichen Kichern von 23 Jungs. Ahhhhhh!!!! Zum verrueckt werden!

02.03.2007

Da uns das Fruehstueck sowieso nicht sooooo von den Socken haut, haben wir beschlossen, weiterzuschlafen, und sind erst seeehr spaet aufgestanden. Dann hat uns doch der Hunger Beine gemacht, und wir sind ins Siam Center gefahren, wo wir erst einmal gefruehstueckt haben. Da es mittlerweile schon 15:30 war, koennte man es auch Mittagessen nennen...oder Kaffee & Kuchen? Auf jeden Fall ist unser momentaner Favorit Pad Thai , ein thailaendisches Nudelgericht mit Garnelen.

Danach mussten wir uns die Zeit bis zu Daniels Anprobe vertreiben, allzulange dauerte es ja nicht mehr, und da diese auch wieder ueber 1 Stunde dauerte, war der Tag schnell vorbei.

03.03.2007

Nachdem wir heute Morgen fleissig unsere Sachen gepackt haben, sitzen wir wieder im Internetcafe, diesmal ist das Publikum um ca. 7 Jahre juenger, spielt aber dieselben Kriegsspiele mit aehnlicher Geraeuschskulisse. Deswegen nur kurz:

Heute geht es in den Norden nach Chiang Mai, dafuer setzen wir uns um 20 Uhr in einen Nachtbus, der dann morgen frueh um 6 in Chiang Mai ankommt. Da wir auch ein bisschen schlafen wollen, leisten wir uns ein VIP-Busticket, im Bus sind dann nur 24 Sitze mit dementsprechender Beinfreiheit.

© Insa und Daniel, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unsere 2. gemeinsame Rucksackreise führt uns zunaechst nach Costa Rica, und mit unseren noch offenen Tickets....mal schauen! :-)
Details:
Aufbruch: 10.10.2006
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 22.03.2007
Reiseziele: Costa Rica
Vereinigte Staaten
Cookinseln
Französisch Polynesien
Neuseeland
Australien
Thailand
Der Autor
 
Insa und Daniel berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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