Farm&Travel in Australien

Reisezeit: November 2006 - Februar 2007  |  von Mirjam & Nico L.

Die Ostküste: Brisbane

Ich freute mich sehr, wieder nach Brisbane zu kommen. Es war ein besonderer Ort für mich, schließlich hatte ich hier am 9.11 zum ersten Mal Australien betreten. Nun würde ich endlich die Stadt in Ruhe und auf eigene Faust anschauen können!

Brisbane ist die drittgrößte Stadt Australiens. Sie ist auf 37 Hügeln erbaut worden und wurde nach dem Gouverneur Thomas Brisbane benannt. 1824 wurde die erste Siedlung am Brisbane River gegründet, für jene Strafgefangenen, mit denen man in Sydney nicht mehr zurecht kam, also "besonders harte" Fälle. 1842 wurde die Siedlung an freie Einwanderer übergeben.
Bis vor dreißig Jahren wurde Brisbane scherzhaft "Bush Capital" genannt. Doch seitdem hat es sich rasant weiterentwickelt. Dazu hat zum Beispiel die Expo beigetragen, die hier 1988 stattfand.
Als erstes machte ich mich daran, den im Reiseführer vorgeschlagenen Stadtspaziergang abzuwandern. So konnte ich mir zu Fuß einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Besonders gefielen mir die vielen Sandsteingebäude aus der Kolonialzeit - wie ich später lernte, kann man sie in allen alten australischen Städten finden.

Das Old Treasury Building, heute ein Casino

Das Old Treasury Building, heute ein Casino

Eines der Denkmäler am Shrine Of Remembrance, die an verschiedene Kriege erinnern.

Eines der Denkmäler am Shrine Of Remembrance, die an verschiedene Kriege erinnern.

Das General Post Office von 1872

Das General Post Office von 1872

Zwei der zahlreichen Hochhäuser...

Zwei der zahlreichen Hochhäuser...

Queens St. Mall, Brisbanes Fußgängerzone

Queens St. Mall, Brisbanes Fußgängerzone

Die Queens Gardens

Die Queens Gardens

Benannt wurde der Park nach Queen Victoria, und so befindet sich hier auch eine Statur von ihr.

Benannt wurde der Park nach Queen Victoria, und so befindet sich hier auch eine Statur von ihr.

Das Parliament House wurde von 1865 bis 1889 gebaut

Das Parliament House wurde von 1865 bis 1889 gebaut

Das Old Government House diente nur sehr kurze Zeit als Parlamentsgebäude, es wurde als Residenz für den Gouverneur von Queensland gebaut und bis 1910 dafür genutzt. Heute gehört es zur Queensland University of Technology.

Das Old Government House diente nur sehr kurze Zeit als Parlamentsgebäude, es wurde als Residenz für den Gouverneur von Queensland gebaut und bis 1910 dafür genutzt. Heute gehört es zur Queensland University of Technology.

Unterwegs passierte ich die City Botanik Gardens, die sich direkt hinter dem Government House befinden. Wirklich erholsam, wie eine ruhige Oase inmitten der lauten Stadt. Es war wunderbar, hier dem hektischen Trubel ein wenig zu entfliehen, all die tropischen Pflanzen zu sehen und sich etwas auszuruhen. Nach einem Spaziergang durch den Garten setzte ich meine Erkundung Brisbanes fort.

Das Kunstmuseum der QUT grenzt ebenfalls direkt an den Botanischen Garten

Das Kunstmuseum der QUT grenzt ebenfalls direkt an den Botanischen Garten

Die Kangaroo Point Cliffs vom anderen Ufer aus gesehen. Sie entstanden, als Sträflinge hier das vulkanische Gestein abbauten.

Die Kangaroo Point Cliffs vom anderen Ufer aus gesehen. Sie entstanden, als Sträflinge hier das vulkanische Gestein abbauten.

Über die Goodwill Bridge gelangte ich dann in den Südteil der Stadt. Hier besuchte ich gleich das am Flussufer gelegene Maritime Museum. Das Prunkstück des Museums ist ein Kriegsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, die Diamantina, in dem man sich frei bewegen, alles anschauen und herumklettern konnte. Hochinteressant, aber auch ein wenig unheimlich, da ich ganz alleine dort war. Ich fand es bedrückend, immer weiter in den Bauch des Schiffes hinunterzuklettern, die kalte Atmosphäre und all die Maschinen, die Enge... Im Funkraum traf ich einen Mann, der tatsächlich im Krieg zweieinhalb Jahre auf diesem Schiff als Soldat gelebt hatte und nun ehrenamtlich im Museum arbeitete. Fröhlich sprach er von seiner Zeit auf dem Schiff, doch ich hatte nur einen Kloß im Hals bei der Vorstellung, was er erlebt hatte.
Im Maritime Museum gab es außerdem viele Modelle und Fotos von Schiffen und Artefakte von den vielen Wracks, die in den Gewässern Queenslands gesunken waren.

Die Goodwill Bridge

Die Goodwill Bridge

Blick von der Brücke auf die Diamantina

Blick von der Brücke auf die Diamantina

Der Funkraum...

Der Funkraum...

...und ein Teil des Maschinenraums

...und ein Teil des Maschinenraums

Am Südufer des Brisbane Rivers wurde ein weiteres Erholungsgebiet geschaffen. Hier liegen die Southbanks Parklands, ein künstlicher Strand, sowie viele Cafés und Restaurant. Die Gegend ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt und es war wirklich schön, hier entlang zu schlendern und die besondere Atmosphäre am Fluss zu genießen.

Southbank Parklands

Southbank Parklands

Streets Beach

Streets Beach

Zurück in den nördlichen Teil der Stadt geht es über die Victoria Bridge - hier der Blick von der Brücke auf den Brisbane River

Zurück in den nördlichen Teil der Stadt geht es über die Victoria Bridge - hier der Blick von der Brücke auf den Brisbane River

North Quay

North Quay

Der Riverside Express Way

Der Riverside Express Way

Zurück in der Innenstadt

Zurück in der Innenstadt

In den nächsten Tagen genoss ich Brisbane. Ich fühlte mich in dieser Stadt einfach wohl und hätte hier ohne weiteres noch länger bleiben können, so sehr gefiel mir die Atmosphäre. Grüne Parks, tolle Museen, gute Geschäfte und angenehmes Wetter - Brisbane hat einiges zu bieten. Zudem ist die Stadt trotz ihrer Größe immer noch recht überschaubar und man kann sie gut zu Fuß erkunden.

Blick von South Bank auf das Nordufer

Blick von South Bank auf das Nordufer

In der City Hall (Rathaus) ist das Museum of Brisbane untergebracht. Sie wurde von 1920 bis 1930 erbaut und war noch bis in die 50er Jahre hinein das höchste Gebäude Brisbanes. Kaum vorstellbar, denn heute wirkt der Turm wie ein Zwerg zwischen all den Hochhäusern!
Die Ausstellung konzentrierte sich zur Zeit hauptsächlich auf die Miss Australia-Wahlen seit den Fünfziger Jahren, was mich nicht ganz so interessierte. Die Schönheit des Gebäudes machte allerdings einiges wieder wett.

Die City Hall, leider inmitten von Baustellen.

Die City Hall, leider inmitten von Baustellen.

Der Blick vom Turm des Rathauses ist eher unspektulär - obwohl vom Reiseführer als "gigantisch" beschrieben

Der Blick vom Turm des Rathauses ist eher unspektulär - obwohl vom Reiseführer als "gigantisch" beschrieben

Blick zwischen den Hochhäusern hindurch auf die Roma Street.

Blick zwischen den Hochhäusern hindurch auf die Roma Street.

Das Innere des Gebäudes ist allerdings sehr, sehr schön!

Das Innere des Gebäudes ist allerdings sehr, sehr schön!

Diese Plakate findet man überall in der Stadt: Sie rufen zum Wassersparen auf.

Diese Plakate findet man überall in der Stadt: Sie rufen zum Wassersparen auf.

Das kleine Museum im Commissariat Store Building war für mich als Geschichtsfreak genau das Richtige: Hier konnte man viele interessante Fotos, Zeichnungen und Gegenstände besichtigen, die mit den Anfängen der Kolonie zu tun hatten.
Die Art Gallery bot dem Besucher viele verschiedene Stilrichtungen. Am meisten faszinierte mich die lebensgroße Skulptur einer sterbenden Elefantenmutter: Unglaublich, wie ausdrucksstark der Künstler sie gestaltet hatte.
Im Museum of Queensland gab es viele interessante Ausstellungsstücke zu verschiedensten Themen: Geschichte, Tiere, Umweltschutz, Leben in Queensland, Aborigines...

Brisbane wird immer wieder von großen Fluten heimgesucht. Im Commissariat Store Building sind historische Bilder dazu ausgestellt.

Brisbane wird immer wieder von großen Fluten heimgesucht. Im Commissariat Store Building sind historische Bilder dazu ausgestellt.

In der Art Gallery

In der Art Gallery

Eine weitere Parkanlage sind die Roma Street Parklands, in der Nähe des Brisbane Transit Centres. Hier kann man die Wege entlangschreiten und über immer mehr wunderschöne Pflanzen, Farbenpracht und Vielfalt staunen. Von der Atmosphäre her ist dieser Park ganz anders als die City Botanik Gardens, aber genauso schön.

Eine weitere Parkanlage sind die Roma Street Parklands, in der Nähe des Brisbane Transit Centres. Hier kann man die Wege entlangschreiten und über immer mehr wunderschöne Pflanzen, Farbenpracht und Vielfalt staunen. Von der Atmosphäre her ist dieser Park ganz anders als die City Botanik Gardens, aber genauso schön.

Fortitude Valley ist so etwas wie das alternative Viertel Brisbanes, hier reihen sich Geschäfte, Kunstgallerien und Cafés aneinander.

Fortitude Valley ist so etwas wie das alternative Viertel Brisbanes, hier reihen sich Geschäfte, Kunstgallerien und Cafés aneinander.

Gleich daneben befindet sich China Town

Gleich daneben befindet sich China Town

Eine neue Erfahrung für mich waren auch Brisbanes Kathedralen und Kirchen, die im Vergleich zu europäischen Gotteshäusern natürlich sehr jung, ihnen im Stil aber doch nachempfunden sind. 
Hier die Cathedral of Saint Stephen, erbaut in den 1860ern.

Eine neue Erfahrung für mich waren auch Brisbanes Kathedralen und Kirchen, die im Vergleich zu europäischen Gotteshäusern natürlich sehr jung, ihnen im Stil aber doch nachempfunden sind.
Hier die Cathedral of Saint Stephen, erbaut in den 1860ern.

St. Stephen's Chapel, die älteste Kirche Brisbanes, stammt aus dem Jahr 1850.

St. Stephen's Chapel, die älteste Kirche Brisbanes, stammt aus dem Jahr 1850.

Der Bau der St John's Cathedral begann 1906 und ist immer noch nicht abgeschlossen. Zum Zeitpunkt dieses Besuches fehlten sogar noch die Türme, die inzwischen erbaut wurden.

Der Bau der St John's Cathedral begann 1906 und ist immer noch nicht abgeschlossen. Zum Zeitpunkt dieses Besuches fehlten sogar noch die Türme, die inzwischen erbaut wurden.

Die pittoreske Albert St United Church, vom Turm des Rathauses aus gesehen.

Die pittoreske Albert St United Church, vom Turm des Rathauses aus gesehen.

Auch wenn die Kirchen teilweise europäisch anmuten, wird man doch immer wieder schnell daran erinnert, dass man sich hier in den Tropen befindet - z.B. auch durch die Tierwelt, die einem auch in der Stadt begegnet. So sah ich plötzlich ein Possum auf ein Geländer springen! Sie sind kleine Beuteltiere, aber nicht mit dem amerikanischen Opossum zu verwechseln.

Auch wenn die Kirchen teilweise europäisch anmuten, wird man doch immer wieder schnell daran erinnert, dass man sich hier in den Tropen befindet - z.B. auch durch die Tierwelt, die einem auch in der Stadt begegnet. So sah ich plötzlich ein Possum auf ein Geländer springen! Sie sind kleine Beuteltiere, aber nicht mit dem amerikanischen Opossum zu verwechseln.

Die Old Windmill von 1828 ist das älteste erhaltene Gebäude Brisbanes.

Die Old Windmill von 1828 ist das älteste erhaltene Gebäude Brisbanes.

Ein Grund, warum ich mich hier so wohl fühlte, war bestimmt auch der Brisbane River, der der Stadt eine besondere Atmosphäre gab. So wird das Stadtbild natürlich auch von den vielen Brücken bestimmt. Das Wahrzeichen Brisbanes ist die Story Bridge.

Die Story Bridge

Die Story Bridge

Blick von der Story Bridge

Blick von der Story Bridge

In meinem Hostel in Brisbane fühlte ich mich aufgrund der vielen netten Leute, die ich traf, sehr wohl. Vom Dach aus hatte man einen tollen Blick auf die Stadt, besonders nachts. Hier saß man abends zusammen, schaute auf all die Lichter und redete über Gott und die Welt.

© Mirjam & Nico L., 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
Details:
Aufbruch: 07.11.2006
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 07.02.2007
Reiseziele: Australien
Der Autor
 
Mirjam & Nico L. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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