Sponsorenradfahrt von Herford nach St. Petersburg

Reisezeit: September / Oktober 2006  |  von Erhard Krull

Radewege bis Lanke

Radewege-Lanke (Nähe Wandlitz)
Um 8:40 Uhr ging es los bis Nauen. Dort habe ich kurz vor Mittag Rast gemacht und im I-Cafe einige Blogs geschrieben, bzw. vervollständigt. Eine gute Stund später sah ich in Staffede vor dem Restaurant "Zur Tenne" den schönen Erntedankwagen stehen. Ich blieb für ein Salatessen auf der Terrasse und dann ging es weiter bis Kremmen. Von dort nach Sommerfeld. In der Nähe von Sommerfeld sah ich die Gedenktafel zum Todesmarsch. Beim Fotografieren muss ich dann meine Radfahrkarte verloren haben.
Bis Sachsenhausen ging es dann weiter nach dem Stand der Sonne. An einer Tankstelle habe ich mir dann eine Straßenkarte besorgt. Die half zumindest die grobe Richtung zu finden. Mein neuer Kompass funktioniert nicht.
Gegenüber der Tankstelle war ein Restaurant der schottischen Feinschmeckerkette Mc. Donalds. Dort habe ich den ersten Teil des Blogs über Sachsenhausen und
das Gefangenenlager in Stukenbrock geschrieben. Die Besichtigung des Lagers hat auch wieder mehr als eine Stunde gedauert. Heute habe ich deshalb weniger km gemacht, als geplant und dazu auch noch wegen des Umwegs über Oranienburg zu weit südlich gelandet.
Mal schauen, ob ich morgen etwas rausholen kann. Mit der Kondition bin zufrieden. Was will ich ohne Training mehr erwarten. Harald wird ab Danzig zwar trotzdem fluchen, aber das kenne ich ja seit nunmehr 20 Jahren. Zumindest beim abendlichen Biertrinken habe ich mindestens die gleiche Kondition zu bieten.
Übernachtet habe ich im Jägerheim Ützdorf, in der Nähe von Wandlitz.
www.jaegerheim-uetzdorf.de
DZ 65 Euro
EZ 43 Euro
Abends wäre ich gerne noch eine Stunde gefahren, aber ich habe ja zu Hause versprochen, vorsichtig zu sein. Als auf der Landstraße nach Biesenthal in der Dunkelheit der Radfahrweg aufhörte, habe ich aus Sicherheit das nächste Hotel angefahren. Mein Preislimit für die Übernachtung war eigentlich überschritten, aber die Gefahr war mir zu groß.

Schon nachmittags hatte mich ein Autofahrer übersehen. Er setzte rückwärts aus einer Ausfahrt und hatte wohl nicht mit einem Radfahrer gerechnet. Ich konnte ausweichen und mein lauter Schrei veranlasste auch ihn zum Bremsen.
Bei den "Fahrkünsten" der Autofahrer hätte ich auch noch einen Verbesserungsvorschlag für den Bundesfinanzminister:
Jeder Autofahrer, der dazu körperlich in der Lage ist, muss pro Jahr mindestens 500 km auf dem Fahrrad zurücklegen und zwar
1. 250 km auf einer Landstraße ohne Fahrradweg
2. 250 km in der Innenstadt einer Großstadt

Das Wetter war nicht zu überbieten - Sonne pur, bei gut 20 Grad.
Fahrtstrecke: 110 oder 115 km. Ich schaue morgen mal auf den Tacho.
(110 waren korrekt)
Durchschnittsgeschwindigkeit 17 km/h -- eigentlich 18, aber ich habe auf dem weitläufigen Gelände des früheren Konzentrationslagers aus Pietätsgründen geschoben.
Nachtrag. An den ersten 3 Tage betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 15,5 km/h und die Höchstgeschwindigkeit 57,2 km/h. Liebe Kinder: auf keinen Fall versuchen das mit Gepäck am Vorderrad zu wiederholen -- da bin ich manchmal halt immer noch ein bisschen verrückt

So, dies könnte bis Freitag mein letzter Blog gewesen sein.
Evtl. kommt noch mal ein Kurzblog. In Danzig habe ich dann ja Zeit, weil ich auf Harald warte.
Bis denne
Regenbogenjimmy

KZ Sachsenhausen

KZ Sachsenhausen

© Erhard Krull, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im Frühherbst habe ich eine Fahrradtour über 3000 km von Herford (OWL) bis St.Petersburg (Leningrad) durchgeführt. Gesammelt wurde während der sehr interessanten Tour für Geistigbehinderte in Herford.
Details:
Aufbruch: 06.09.2006
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 06.10.2006
Reiseziele: Deutschland
Polen
Lettland
Estland
Der Autor
 
Erhard Krull berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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