USA - Kanada 2015 - Teil 1 + Teil 2

Reisezeit: Mai - Juli 2015  |  von Uschi Agboka

Teil 1 - Südwesten - Streckenverlauf: 24.05.2015 - Tucson - Saguaro National Park

24.05.2015 - Tucson - Saguaro National Park

24.05.2015 Tucson – Saguaro National Park – Mc Cain Loop Road – Gates Pass Road – Tucson (Arizona)
3 ¼ Std. – 65 Meilen (105 km)

Wir werden wie immer früh wach und lassen es langsam angehen. Gegen 8.30 Uhr laufen wir zu einem nahe gelegenen Restaurant Country Folks, welches wir von früheren Besuchen kennen, zum Frühstück. Es wurde von drei älteren Damen geführt, sehr gutes Essen, sehr gute Preise. Doch was ist das? Das Lokal ist geschlossen, es steht zum Verkauf. Wie uns der Hotelmanager später erzählt, sind die alten Ladys in Pension und er hofft dringend, dass ein neuer Inhaber gefunden wird. Denn ein Hotel ohne Restaurant in der Nähe läuft nicht so gut!

Wir wollen nun erst einmal tanken, funktioniert nicht mit Kreditkarte, wir sollen vorher bezahlen, das geht aber nicht, weil Rolf nicht weiß, wie viel Liter er braucht. So fahren wir auf der Interstate 10 Richtung Phoenix.

In der Nähe des Harley-Dealers finden wir das Restaurant Cracker Barell – wie wir später sehen, ist das eine bekannte Kette. Es ist sehr groß, sehr gut besucht. Unsere nette Bedienung geht auf alle unsere Sonderwünsche ein, berät uns, so dass wir restlos zufrieden sind. Nicht nur der Kaffee ist hervorragend, auch die Hashbrowns, in Butter gebraten, das gute Brot. Wir lassen uns Zeit und sind dann pünktlich um 10 Uhr beim Harley-Dealer, wo Rolf den Deckel des Seitenkoffers befestigen lässt und zusätzlich einige Schrauben kauft.

Um 10.45 Uhr starten wir dann zum Saguaro National Park. Der Park (380 km²) liegt in der Sonora-Wüste, die sich bis weit nach Mexico erstreckt, und gilt als eine der schönsten und artenreichsten Regionen dieser Wüste. Eine herausragende Pflanze hat dem Park seinen Namen gegeben: der Kandelaberkaktus – Carnegiea Gigantea (Saguaro).

Es ist herrliches Wetter, nicht zu heiß. Halten zunächst am Red Hills Visitor Center. Die dortigen Ranger machen uns klar, dass es verboten und illegal sei, Jahrespässe, die nur eine Unterschrift tragen, zurück in Europa weiter zu verkaufen. Die Rangerin erzählt uns, dass sie, wenn sie so etwas auf Facebook, bei Ebay etc. entdeckt, sie die Namen nach Washington meldet, so dass diese Personen später bei erneuter Einreise in die USA Probleme bekommen könnten.

Der Saguaro-Nationalpark besteht aus zwei Teilgebieten, die am westlichen bzw. östlichen Rand der Stadt Tucson im südöstli-chen Arizona liegen. Der kleinere Westteil enthält ausgedehnte Bestände der Kandelaberkakteen. Die hügelige Ebene liegt etwa 800 Meter über dem Meeresspiegel. In den Tucson Mountains wird eine Höhe von 1.418 m erreicht. Der östlich gelegene Distrikt erhebt sich aus der Ebene bis zum Mica Mountain (2.641 m), dem höchsten Gipfel in den Bergen der Rincon Moun-tains, etwa 40 Kilometer östlich von Tucson.

Im Park befindet sich eine große Vielfalt an Lebensräumen. Pflanzen und Tiere sind angepasst, um in der heißen und trockenen Wüste überleben zu können. Die Wüstenregion ist nicht so leblos, wie es auf den ersten Blick zu vermuten ist. Mehr als 1.000 Pflanzenarten sind im Saguaro-Nationalpark beheimatet. Außer den riesigen Saguaros sind hier Cylindropuntia-Arten und Ferocactus wislizeni verbreitet, aber auch bunte Blumen, wie Lupinen und Goldmohn. Weitere typische Bewohner der Wüstenebene sind die großen, grünen Mesquite-Sträucher und der Ocotillo (Teufelsfinger), dessen lange, dünne Stämme oft wie abgestorben aussehen, aber die meiste Zeit rote Blüten tragen. Kiefern und Wacholder sind in den Bergen zu Hause.

Die Tierwelt präsentiert sich entsprechend vielfältig. Kojoten und die schweineähnlichen Halsbandpekaris gehören zu den häufigeren Großtieren im Park. Großraubtiere sind durch Pumas und Schwarzbären repräsentiert, wobei letztere in erster Linie die höheren Lagen besiedeln. Gleiches gilt auch für den Weißwedelhirsch. Kleinere Raubtierarten sind Rotluchs, Kitfuchs, Graufuchs, Katzenfrett, Waschbär, Weißrüssel-Nasenbär, Silberdachs und verschiedene Skunks. Darüber hinaus kommen Antilopenhasen, Eselhasen, Baumwollschwanzkaninchen und verschiedene Hörnchen vor. Vögel sind mit etwa 200 Arten besonders zahlreich vorzufinden, beispielsweise Arizonas Wappenvogel, der Kaktuszaunkönig, und der Gilaspecht, der seine Nester in den Stamm des Saguaros hämmert.

Es gibt winzige Kolibris und Roadrunner, die tatsächlich besser laufen als fliegen können. Zu den exotischeren Bewohnern der Gegend gehören die Kalifornische Gopherschildkröte, der Wüstenleguan, die giftige Gila-Krustenechse, mehrere Arten von Klapperschlangen und die Arizona-Korallenschlange, sowie Taranteln und Skorpione.

Wir schauen uns dann einen Film über die Sonora Wüste an, sehr interessant und gut zu verstehen, unterlegt mit Musik der Natives. Anschließend erkunden wir den kleinen Desert Discovery Nature Trail und dann beginnt die Fahrt durch die herrliche Wüstenlandschaft, überall blühende Saguaros, einfach wunderschön.

Weiter durch den Tuscon Mountain Park, über die Gates Pass Road. Wir halten an verschiedenen Aussichtspunkten, sehen verbrannte Kakteen, die wie Aliens ausschauen. Gates Pass ist eine landschaftlich besonders schöne Straße durch die Wüste, gesäumt mit vielen Aussichtspunkten und Orten, wo Einheimische und Touristen den Sonnenuntergang beobachten. Besonders schön sind die unzähligen Saguaro-Kakteen, die den Weg säumen.

Die riesigen Saguaro-Kakteen sind das Symbol des amerikanischen Westens. Die majestätischen Pflanzen, die nur in einem kleinen Gebiet der USA vorkommen, werden besonders geschützt. Die Saguaro-Kakteen der Sonora-Wüste haben die Größe eines Baumes mit einer langen Lebensdauer, bis zu 250 Jahren. Besonders schön sind die weißen, wachsartigen Blüten im Juni/Juli. Der Kaktus ist ein Leckerbissen für die vielen Tiere, die die Wüste bewohnen. Wildtiere wie Rehe, Javalinas, Bob-cats, Füchse, Hasen, Schlangen, Wachteln etc. leben in dieser herrlichen Landschaft.

Die Straße Gates Pass wurde 1883 von Thomas Gates geschaffen, der auf der Suche nach einer Abkürzung durch die Tucson Mountains war. Gates, ein lokaler Pio-nier, mit einer Ranch und einem Saloon, kaufte das Land, um diese wunderschöne, aber gefährliche Straße zu bauen. 2006 wurde die Strecke „entschärft“, da sich bis zu diesem Zeitpunkt viele tödliche Unfälle aufgrund der extremen Steigungen und Kurven ereigneten.

Weiter durch schöne Wohnanlagen bis Tucson. Kurzer Halt am Walmart. Ich kaufe dort nochmals die herrlichen Erdbeeren, dann weiter zurück zum Hotel, wo wir um 14 Uhr, nach 65 Meilen (105 km) eintreffen. Wenige Kilometer, aber wir haben viel Schönes gesehen, blühende Kakteen, schwarze Berge – ein Traum.

Rolf hat ja gleich beim Harley-Dealer Ersatzschrauben gekauft, falls es nochmals Probleme mit dem Kofferdeckel geben sollte. In Greeley haben sie wohl vergessen, die Schrauben zu ersetzen und anzuziehen.

Es ist auch mal schön, früh im Hotel zu sein. So kann ich mir in Ruhe meine langen Haare waschen, relaxen und schreiben. Morgen geht es nach Holbrook. Wir wollen nochmals den Petrified Forest National Park besuchen.

Unser Dinner heute Abend: Salami, Käse, Lachs, Grape-Tomaten, Erdbeeren, Baguette, Bier, Rosewein und Sneakers. Das Wetter soll schön bleiben, etwas bedeckt und windig, nicht zu heiß, also ideal zum Motorrad fahren.

Weiter mit dem Reisebericht - Teil 2 – Historic Route 66 – 25. Mai bis 8. Juni 2015.

Bilder auf der Homepage meines Mannes, www.harley-rolf.de oder auf meiner Facebook Seite - www.facebook.com/Uschi.Rolf.USA.Canada

© Uschi Agboka, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reise durch folgende Staaten (USA und Kanada): Colorado / New Mexico / Arizona / Nevada / Arizona / New Mexico / Texas / Oklahoma / Kansas / Missouri / Illinois / Wisconsin / Michigan / CANADA – Ontario / Minnesota / North Dakota / Montana / Idaho / Utah / Wyoming / Utah / Colorado Motorrad-Tour-Verlauf – 10.250 Meilen = 16.503 km
Details:
Aufbruch: 13.05.2015
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 08.07.2015
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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