Rückenwind

Reisezeit: Januar 2010 - März 2011  |  von Marco Burkhart

Argentinien: Mendoza

Mendoza ist die Wein-Hauptstadt Argentiniens und daher ein Paradies fuer einen verkappten Winzer. 70 % des argentinischen Weins stammen aus dieser Region. Der Klassiker ist eine Radtour durch Maipu, wo etliche Weingueter beheimatet sind. Als europaeisches Oktett mit Vertretern aus Schweden, Holland, Spanien, England und Deutschland machen wir eine Erkundungs- und Probierfahrt. Es ist am Ende bei zwei Winzern geblieben, da unsere spanische Radlerin schneckig vorwaerts kam und erst nach fuenf Kilometern bemerkt hat, dass ihr Reifen platt ist. Das nenn ich mal eine Glanzleistung ueber diese Strecke einen Plattfuss zu ignorieren.

Beschilderung fuer ganz depperte

Beschilderung fuer ganz depperte

Wir kehren bei Trapiche ein, der groesste Produzent Argentiniens. Trapiche verarbeitet Trauben von ueber 4.000 ha Flaeche, also industrieller Massstab. Die Weine sind entsprechend gleichformig im Charakter und relativ flach. Die Fuehrung war jedoch professionell mit Video und einem Probiersaal mit Fenster zum Barriquelager.

Weinkellerei Trapiche

Weinkellerei Trapiche

Als Kontrast haben wir noch einen kleinen Winzer mit 22 ha besucht. In Deutschland ist man damit schon Grossbetrieb, in Argentinien jedoch ein kleines Licht. Das Weingut Carinae wird von einem Franzosen gefuehrt, die bekanntlich auch etwas von Weinbau verstehen. Ich schluerfe mich durch die Reserva-Linie und erlebe ein Feuerwerk des Gaumens. Die Weine sind eine absolute Wucht.

Mendoza liegt am Fusse der Anden und bietet sich daher fuer Berg-, Wasser- und Flugsport an. Ich entscheide mich fuer einen Gleitschirmflug. Wir fahren mit dem Jeep auf 1.800 m. Der Steinweg ist steil und ohne Begrenzung. Unser Fahrer haelt sich immer schoen am Abhang des Wegs und schuettelt uns ordentlich durch. Obwohl ich noch nie Gleitschirm geflogen bin, bin ich froh, dass ich nach unten fliegen kann und nicht mehr mit dieser Karre fahren muss. Unsere Tandempiloten bereiten die Schirme vor und ich frage mich die ganze Zeit, wann die Flug-Unterweisung kommt. Irgendwann holt mich mein Pilot zu sich, schnallt mich an und sagt: Lauf!!! Wir rennen auf den Abgrund zu und sind nach wenigen Metern in der Luft. Ich hab gar keine Zeit zum Denken oder aufgeregt zu sein, alles geht so schnell. Wir gleiten ueber die Berge, alles ist ruhig und friedlich. Ich freue mich wie ein Schneekoenig und geniesse den grandiosen Flug. Nach einer halben Stunde setzen wir zur Landung an, gefuehlt viel zu frueh und mein Pilot sagt wieder: Lauf!!! Und schon sind wir gelandet. Gleitschirmfliegen laesst sich in drei Worten zusammenfassen: laufen, geniessen, laufen. Ich koennte sofort wieder starten, ein tolles Erlebnis.

Flugvorbereitung

Flugvorbereitung

in der Luft

in der Luft

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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