Rückenwind

Reisezeit: Januar 2010 - März 2011  |  von Marco Burkhart

Namibia: Namib

Anfahrt zur Namib

Anfahrt zur Namib

Auf meiner Reise habe ich das eine oder andere Extrem an Landschaften erlebt. Eine Sandwüste habe ich allerdings noch nicht betreten und sie ruft bei mir allergrößten Respekt hervor. Ich habe mit der Antarktis das genaue Gegenteil mit wenig Sonne, extremer Kälte und blauen Eiswelten bewundern dürfen. Nun sind wir in der Namib angekommen, eine der trockensten Wüsten weltweit. Die Namib ist karg, heiß, brutal, aber auch wunderschön und malerisch. In dieser krassen Mischung aus Sand, Sonne, Hitze und Trockenheit hast du die Wasserflasche permanent griffbereit. Da willst du nicht einen Meter ohne dieses wichtige Elixier gehen.

Sandsturm

Sandsturm

Wir fahren mit unserem Auto, das in der Hitze nach und nach Zerfallserscheinungen an den Tag legt, nach Sesriem am Rande der Wüste. Wir sitzen wie Löwen unter einem Baum und weichen der brütenden Mittagshitze aus, als ich einen Blick über die Schulter werfe und einen Sandsturm anfahren sehe. Da wird dir erstmal anders, aber am Ende ist es nur Wind mit viel Sand, der sich in Mund, Nase und Augen setzt. Ein Peeling für die Atemwege. Wir entscheiden uns durch den Wind in die Wüste zu fahren, wo bestes Wetter herrscht. Über Sandpisten erreichen wir die atemberaubende Dünenlandschaft Sossusvlei und marschieren eine Düne hoch. Es ist zwar schon später Nachmittag, aber der Sand kocht und treibt dir den Schweiß aus den Poren. Du gehst einen Schritt vor und rutscht zwei zurück. Mühsam finden wir unseren Weg zur Spitze und genießen die traumhafte Aussicht über die Dünen. Es ist alles so unwirtlich für uns Menschen und doch wieder faszinierend.

Sand Fu

Sand Fu

Am nächsten Morgen klingelt um fünf der Wecker. Wenn es wolkenfrei ist, fahren wir in die Wüste zum Sonnenaufgang. Wenn nicht, schlafen wir weiter. So der Plan. Ich blicke in die Wüste und auf einen Sternenhimmel: "Jan, lass uns fahren." "Bei mir hats Wolken", so die verschlafene Antwort aus dem Dachzelt mit Bergblick. "Nicht da, auf der anderen Seite!" Anscheinend soll der Sonnenaufgang etwas besonderes sein. Wir fahren im Dunkeln los und sehen, wie die Sonne langsam hinter den Bergen hervorkriecht. Die Dünen werden angeleuchtet und erstrahlen in einem wunderbaren Rot. Es sieht aus wie gemalt. Eine Symphonie aus Farben und Schatten in Perfektion.

Morgenstimmung

Morgenstimmung

Jan nimmt sich eine hohe Düne als Frühsport vor und wird von der Brutalität der Wüste etwas überrascht. Mein Respekt vor dieser Landschaft lässt mich eine kleinere Düne ansteuern. In kurzer Zeit heizt die noch tiefstehende Sonne den Sand auf und macht jeden Schritt zu einer kleinen Schinderei. Doch die Aussicht ist es mal wieder wert. Ich sitze oben auf der Düne, sinniere vor mich hin, als mir einfällt, dass meine Reise heute Geburtstag feiert. Am 31. Januar 2010 habe ich Deutschland über Madrid in Richtung Argentinien verlassen. In der Zwischenzeit ist doch so einiges passiert. Die Namib ist bestimmt eines der ganz großen Glanzlichter auf meinem Weg.

Düne 45

Düne 45

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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