Rückenwind

Reisezeit: Januar 2010 - März 2011  |  von Marco Burkhart

Argentinien: Buenos Aires

Die Reise verlief ohne groessere Zwischenfaelle und nach der Ankunft habe ich gleich nachmittags meinen Spanischkurs aufgenommen. Oder war es doch Hebraeisch? Verstehen konnte ich jedenfalls nur wenig und ganz so schlecht ist mein Spanisch nicht. Aber man gewoehnt sich doch daran.
Inzwischen haben wir unsere Lehrer davon ueberzeugt, dass wir Spanisch und nicht Argentinisch lernen wollen. Das Korrigieren unserer "richtigen" Aussprache haben sie aufgegeben, aber mit dieser Aktion haben wir ihren Stolz ein wenig gebrochen. Wie konnten wir nur!

Ich lebe derzeit im Transit zwischen zwei Welten. Das alte Leben in Deutschland mit der taeglichen Arbeit, Freunden, Familie in einem geregelten Ablauf. An das neue Leben gewoehne ich mich mit kleinen Schritten. Keine Verpflichtung, ausser dem Kurs. Die grosse Freiheit kann ich noch gar nicht fassen. Ich haenge noch irgendwo zwischen Europa und Argentinien auf dem Atlantik fest. Ich bin zwar angekommen, aber eben noch nicht drin. Ich merke aber, dass der Rueckenwind zunimmt.

Bueonos Aires, la ciudud que nunca duerme...die Stadt, die niemals schlaeft. Mein Appartement ist in San Telmo, der "Schanze" von Buenos Aires. Ein bohemisches, altes Viertel, das stark im Wandel zur Moderne ist. Hier leben viele Kuenstler, die Strassen sind gesaeumt von kleinen Laeden der Kreativen. Die alten Gebaeude dienen als Kulisse fuer Filme, Werbespots oder Modeaufnahmen fuer Kataloge.
Natuerlich ist an jeder zweiten Ecke eine Parrilla (span.: parija, arg.: parischa), ein Grillrestaurant mit den besten Steaks weltweit. Das Fleisch schmilzt foermlich auf der Zunge, man kanns kaum glauben, wie zart Fleisch sein kann. Aber vor zehn abends ist dort kein Mensch. Die Argentinos essen bis spaet in die Nacht, gehen dann ab zwei, drei nachts in Bars und danach in die Disko. Und ich dachte, in Hamburg geht man lange weg. Jetzt sagt sich wohl jeder mir bekannte Leser, der Burkhart zieht bis in die Puppen um die Haeuser. Stimmt aber nicht! Die letzten Wochen haben mich so geschlaucht, dass ich noch Erholung brauche.

Plaza de Mayo

Plaza de Mayo

Argentino bei der Arbeit

Argentino bei der Arbeit

Friedhof Recoleta

Friedhof Recoleta

Tango in der Straße

Tango in der Straße

Calle Caminito

Calle Caminito

Puerto Madeiro ist ein altes Hafenviertel, das nun zum Nobelviertel umgebaut wird. Bis vor 10 Jahren war dort nichts, außer ein paar Ruinen. Inzwischen stehen dort moderne Glaskomplexe und eine renovierte Speicherstadt, die der Hamburger sehr ähnlich sieht. Nachts fasziniert das Lichterspiel der Gebäude und Brücken.

Puente de la mujer - Die Frauenbrücke

Puente de la mujer - Die Frauenbrücke

Imposant bei Nacht

Imposant bei Nacht

"Speicherstadt" in Buenos Aires

"Speicherstadt" in Buenos Aires

restaurierte Hafenkräne

restaurierte Hafenkräne

umgebaute Kai-Speicher

umgebaute Kai-Speicher

In den alten Speichern befinden sich nun Nobelrestaurants, die das Budget eines Backpackers sprengen würden. Pasta und Wein für 100 Dollar sind einfach zu viel.

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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