Rückenwind

Reisezeit: Januar 2010 - März 2011  |  von Marco Burkhart

Brasilien: Iguazu

Die Wasserfaelle in Iguazu und der Riesen-Staudamm Itaipu werden meine einzigen geplanten Abstecher nach Brasilien sein. Die Wasserfaelle gehoeren zu den Weltwundern der Natur und der Staudamm zu den Sieben Weltwundern der Moderne, also eine Tour der Superlative.

Ich treffe mit Tom und Yv aus Holland zwei Reisefreunde aus Mendoza wieder. Wir fahren gemeinsam mit Silvio aus Israel zur argentinischen Seite der Wasserfaelle, die sich im Dreilaendereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay befinden. Die Faelle halten, was der Titel verspricht. Unglaublich gross, gigantisch und tierisch laut. Da kriegst du die Klappe nicht mehr zu. Etwa sieben Millionen Liter Wasser pro Sekunde bahnen sich ihren Weg ins Tal, unaufhoerlich mit viel Getose und Getrommel. Wir muessen uns gegenseitig anschreien, wenn wir uns unterhalten wollen.

Ueber Stege und Bruecken erkunden wir dieses gigantische Werk der Natur. Das Highlight wird eine Bootsfahrt unter die Faelle. Wir werden trotz Regenklamotten gewaschen bis auf die Knochen. Ueberall spritzt Wasser durch die Luft, du kannst kaum die Augen offen halten. Und wenn du aus der Embryostellung auf dem Boot einen Blick nach oben wirfst, fuellt sich deine Jacke systematisch vom Hals mit Wasser. Die Leute johlen und jubeln, aber verbunden mit einer gehoerigen Portion Angst vor diesem Ungeheuer.

Der zweite Tag der Tour auf der brasilianischen Seite wird weniger abenteuerlich, dafuer bietet sich ein wunderbares Panorama der Wasserfaelle. Mit etwas mehr Abstand kann man das Ausmass dieses Naturwunders besser begreifen. Die Garganta del Diablo, der 700 m lange Teufelsschlund ist ein einziges Gemisch aus Wasserfall und hoch auffliegender, spritzender Gischt. Im Herbst transportiert der Fluss besonders viel Wasser, die Luft ist extrem feucht. Schon ein kleiner Luftzug und deine Klamotten sind mit Wasser getraenkt.

Die drei Musketiere

Die drei Musketiere

Garganta del Diablo

Garganta del Diablo

Silvio, Yv, Marco und Tom

Silvio, Yv, Marco und Tom

Staudamm Itaipu

Der Damm ist das leistungsstaerkste Wasserkraftwerk der Welt. 20 Generatoren produzieren 95 MWh Strom, der fuer 45 Millionen Menschen ausreicht. Ein Kernkraftwerk liefert etwa ein Zehntel dieser Leistung. 93 % der Energie gehen nach Brasilien und decken 20 % des gesamten Strombedarf des Landes, die restlichen 7 % gehen nach Paraguay und decken 90 % des Landesbedarfs. Ein krasses Verhaeltnis, damit duerfte Paraguay energetisch das gruenste Land der Welt sein. Wir kaempfen uns in Deutschland mit viel Muehe an die 10 % regenerative Energie ran und fuehlen uns als Vorreiter. Dabei produzieren die Gurkenrepublik Paraguay und das Schwellenland Brasilien seit ueber 20 Jahren gruene Energie.

120 m lange Fallrohre mit 10 m Durchmesser

120 m lange Fallrohre mit 10 m Durchmesser

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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