Einmal um die Welt

Reisezeit: Dezember 2013 - August 2014  |  von Annika & Axel alias A Team

Brasilien: Rio de Janeiro 24.05. - 01.06.14

Rio zur WM - coole Sache!!!!

Rio - Die Metropole des weltweiten Fußballs in diesem Sommer, und wir mittendrin...

Nee, wir sind schon weiter gezogen, leider...

Im Nachhinein muss vor allem die männliche Seite unserer Reisegruppe zugeben, dass es schon schön gewesen wäre, kurze Zeit später hier zu Besuch zu sein!

Aber nun gut, aktuell in Peru am Strand lässt sich das Ganze auch sehr gut verfolgen...

Zurück zu Rio. Diese Stadt hat uns mit Buenos Aires am meisten positiv überrascht. Einfach traumhaft hier, egal ob am Strand, in der Churascaria, beim Flanieren oder in den Favelas, überall waren die Menschen extrem nett und man hat sich überall willkommen und wohl gefühlt.

Um irgendwelchen Sicherheitsbedenken oder auch WM-Kritikern vorzubeugen, NIE haben wir uns unsicher gefühlt, es gab keine Anti-WM-Stimmung. Wir haben uns an Deutschland 2006 erinnert gefühlt, sämtliche Läden und Straßen waren geschmückt. Die Vorfreude auf die WM war spürbar, auch wenn natürlich nicht alles in Brasilien rosarot ist!

Uns nervt diese ganze negative Berichterstattung in den deutschen Medien zwischenzeitlich nur noch extrem an, egal ob es die riiiiiesigen Proteste in Rio sind oder die extreme Gefahr, der man sich aussetzt, wenn man hier einen Fuß vor das Hotel setzt. Nichts davon ist hier zu spüren, und nein, wir waren nicht nur tagsüber oder nur mit Polizei-Escorte unterwegs. Die ganzen Geschichten sind absolut übertrieben und wenn man sich an ein paar ganz selbstverständliche Grundsätze hält, ist es genau so gefährlich oder eben ungefährlich wie in anderen Städten.

Also berichten wir lieber über die tollen Seiten dieser Stadt:

Zuckerhut

Der Pão de Açúcar, wie er in der Landessprache heißt, gehört natürlich zu den top To Dos, wenn man das erste Mal diese Stadt besucht. Keine Postkarte ist vollkommen, wenn dieses Wahrzeichen von Rio fehlt.

Es streiten sich die Geister, ob man den besten Blick über Rio vom Zuckerhut oder vom Corcovado (der mit dem Jesus drauf) aus hat. Wir enthalten uns und finden, dass man sich beide Ausblicke anschauen sollte.

Da wir Städte bei Nacht sehr schön finden, haben wir uns entschlossen, kurz vor Sonnenuntergang die Seilbahn zu nehmen um dann Rio bei Tag und Nacht bestaunen zu können. Was wir hierbei echt unterschätzt haben, ist der sehr starke Wind, der über den Berg pfeift, und bei fehlender Sonne für eine kurze Verweildauer sorgte...

Das Funkeln der Lichter von Rio entschädigte uns aber ausgiebig.

Rio wird von unzähligen Hügeln durchzogen.

Rio wird von unzähligen Hügeln durchzogen.

Die Copacabana ist auch abends nicht zu übersehen.

Die Copacabana ist auch abends nicht zu übersehen.

Vom Zuckerhut der Blick rüber zum Corcovado.

Vom Zuckerhut der Blick rüber zum Corcovado.

Auf dem Zuckerhut gibt sie noch, die verschollen geglaubten Gremlins!
Und sie sind schon wieder dabei, Schabernack zu treiben...

Auf dem Zuckerhut gibt sie noch, die verschollen geglaubten Gremlins!
Und sie sind schon wieder dabei, Schabernack zu treiben...

Corcovado e Cristo Redentor

Gleiches Spiel beim zweiten Aussichtspunkt. Kurz vor der Dämmerung fahren wir, diesmal mit einer Zahnradbahn, nach oben, um den Ausblick bei Helligkeit und Dunkelheit zu genießen.

Allerdings ist oben angekommen doch einiges anders...

Auf den paar Quadratmetern rund um den Herrn Jesus stapeln sich nämlich geradezu die Massen. Am Anfang versucht man noch, der Foto schießenden Meute nicht durch das Bild zu laufen, was man aber spätestens nach 2 Minuten aufgibt, da man sich ansonsten den ganzen Tag aber auch gar keinen Meter weiter bewegen würde! Also munter darauf los laufen, so gut es eben geht.

Nach dem ersten Eindruck also klare 1:0 Führung für den Zuckerhut (ist ja gerade WM, Honduras - Ecuador 1:1 nach 45 Minuten, Zeit für den Reisebericht).

Aber warum kommen so viele Menschen hier hoch, wenn doch der Ausblick auch vom Zuckerhut so schön ist und eben nicht so überlaufen?

Claro, hier steht ja noch der Jesus und wacht über Rio.

Ist man in Rio, gehört so ein Bild natürlich dazu wie die Caipirinha an der Copacabana, aber dazu später mehr.

Auch hier hat es sich unserer Meinung nach gelohnt, in der Dämmerung hoch zu gehen, da die Blicke in der Dunkelheit schon sehr unterschiedlich sind im Vergleich zum Hellen. Und da man ja dazu lernt, hatten wir auch wärmere Kleidung dabei, um etwas länger bleiben zu können. Somit hatten wir die Plattform dann irgendwann fast für uns alleine...

Bei Tag...

Bei Tag...

...bei Dämmerung...

...bei Dämmerung...

...und bei Nacht.
Die Farbspiele gab es übrigens nur für einen sehr kurzen Zeitraum...

...und bei Nacht.
Die Farbspiele gab es übrigens nur für einen sehr kurzen Zeitraum...

Dieses Mal der Blick rüber zum Zuckerhut.

Dieses Mal der Blick rüber zum Zuckerhut.

Rio by Night

Rio by Night

Rio an sich

Rio hat aber auch einiges zu bieten, wenn man sich in der Stadt bewegt. Es gibt zwar leider nur eine begrenzte U-Bahn-Verbindung, aber auch mit Bus und Taxi kommt man recht schnell und preisgünstig ans Ziel.

So waren wir dann auch das ein oder andere Mal im Zentrum und haben eine Stadtführung gemacht. Überrascht waren wir von der Vielzahl an Häusern im Kolonialstil. Es gab Gebäude, die man eher in Paris oder Florenz vermutet hätte, aber auch ein Haus, das unter die Top 10 der hässlichsten Gebäude weltweit gewählt wurde...

Auch im Zentrum kann man sich problemlos zu Fuß auf Erkundungstour machen und manche leckere Köstlichkeit entdecken. Und wer hätte es gedacht, auch in Rio bewegen wir uns auf den Spuren der britischen Queen, denn auch hier hat sie schon ihren Afternoon-Tea getrunken. Und auch hier handelt es sich natürlich wieder um ein wirklich hübsches Cafe.

Was uns sehr aufgefallen ist und auch zugegebenermaßen sehr gut gefallen hat, ist, dass es an jeder Straßenecke ein kleines Plastikstuhlrestaurant gibt, in dem landestypische Leckereien angeboten werden und das ein oder andere Feierabendbier von den Cariocas (Einwohner Rios) in geselliger Runde getrunken wird. Und diese Läden sind echt jeden Abend gerammelt voll...

Apropos Cariocas: Bei der Stadtführung haben wir auch einige interessante Dinge über diese erfahren. So beruht der Name der Stadt, "Januarfluss", auf einem Irrtum der hier anlandenden Portugiesen. Diese glaubten, sich am Mündungsdelta eines großen Flusses zu befinden. In Wirklichkeit handelte es sich aber um eine Meeresbucht und nicht um einen Fluss, den besagten Fluss gibt es gar nicht.

Und Cariocas wurden die neuen Siedler seinerzeit von den hier ansässigen Tupi-Indianern getauft, die sich über die weißen Portugiesen in ihren komischen weißen Häusern wunderten. Carioca bedeutet wohl übersetzt "Haus des weißen Mannes".

Die Einheimischen finden es übrigens total lustig, wenn wir Rio de Janeiro sagen, besonders noch mit amerikanisch gerolltem "r". Sie selbst sprechen das ziemlich anders aus. Können wir hier jetzt schlecht nachmachen, deshalb bleiben wir bei Cariocas, das spricht man wenigstens wie man's schreibt

Das prunkvolle Theatro Municipal, Schauplatz für viele Konzerte.

Das prunkvolle Theatro Municipal, Schauplatz für viele Konzerte.

Palácio Tiradentes, Sitz der Versammlung und daher gerne Schauplatz für Kundgebungen, so auch heute.

Palácio Tiradentes, Sitz der Versammlung und daher gerne Schauplatz für Kundgebungen, so auch heute.

Könnte auch auf der Wilhelmstraße in Wiesbaden sein.

Könnte auch auf der Wilhelmstraße in Wiesbaden sein.

Die Confeitaria Colombo, hier isst das Auge mit - und das nicht nur wegen der tollen Inneneinrichtung aus Spiegelwänden, Vitrinen und antikem Geschirr. Die vielen kleinen Köstlichkeiten waren für jedes Schleckermäulchen eine wahre Gaumenfreude. Das braune Kügelchen auf unserem Teller hat es übrigens ins sich: der "Brigadeiro", eine brasilianische Praline, besteht zu 100% aus einer butterzarten Schokoladenmasse und ist so massig und süß, dass selbst eines dieser Bällchen pappsatt macht

Die Confeitaria Colombo, hier isst das Auge mit - und das nicht nur wegen der tollen Inneneinrichtung aus Spiegelwänden, Vitrinen und antikem Geschirr. Die vielen kleinen Köstlichkeiten waren für jedes Schleckermäulchen eine wahre Gaumenfreude. Das braune Kügelchen auf unserem Teller hat es übrigens ins sich: der "Brigadeiro", eine brasilianische Praline, besteht zu 100% aus einer butterzarten Schokoladenmasse und ist so massig und süß, dass selbst eines dieser Bällchen pappsatt macht

oben links:
Wurde mal offiziell zu einem der 10 hässlichsten Gebäude der Welt gewählt (Petrobras HQ)
unten links und rechts:
Was außen unscheinbar ist, kann innen aber echt was hermachen...

oben links:
Wurde mal offiziell zu einem der 10 hässlichsten Gebäude der Welt gewählt (Petrobras HQ)
unten links und rechts:
Was außen unscheinbar ist, kann innen aber echt was hermachen...

Die "Arcos de Lapa" dienten zu Kolonialzeiten als Aquädukt und versorgten die Stadt mit frischem Wasser von den Hügel von Santa Teresa. Bis vor ein paar Jahren fuhr hier die Straßenbahn nach Santa Teresa hoch, jedoch gab es 2011 einen schweren Unfall und bisher hat es noch nicht geklappt, das originelle Bähnchen wieder in Betrieb zu nehmen. So sind die Bögen von Lapa heute einfach nur schön anzusehen und am Wochenende Treffpunkt für die Partygemeinde von Rio zum Vorglühen.

Die "Arcos de Lapa" dienten zu Kolonialzeiten als Aquädukt und versorgten die Stadt mit frischem Wasser von den Hügel von Santa Teresa. Bis vor ein paar Jahren fuhr hier die Straßenbahn nach Santa Teresa hoch, jedoch gab es 2011 einen schweren Unfall und bisher hat es noch nicht geklappt, das originelle Bähnchen wieder in Betrieb zu nehmen. So sind die Bögen von Lapa heute einfach nur schön anzusehen und am Wochenende Treffpunkt für die Partygemeinde von Rio zum Vorglühen.

Die "Eascadaria Selarón" ist die verbleibende Möglichkeit, um hoch nach Santa Teresa zu kommen, und zieht viele Touristen an. 
Der chilenische Künstler Jorge Selarón, der einst selbst an den seinerzeit herunter gekommenen Treppen wohnte, fing 1990 an, den Teil vor seinem Haus mit verschiedenen bunten Kacheln zu renovieren. 
Sein Werk weitete er dann immer weiter aus, so dass heute 250 Treppenstufen mit über 2.000 Kacheln aus rund 60 verschiedenen Ländern verziert sind. Während Selarón sich zu Beginn noch mit Fliesenresten von Baustellen behalf, brachten ihm in den späteren Jahren überwiegend Besucher aus aller Herren Länder ausgefallene Kacheln von zu Hause mit.
Der Tod des Künstlers gibt Rätsel auf; er wurde im Januar 2013 tot auf den Treppen aufgefunden. Er selbst ist übrigens auch auf einer der Kacheln verewigt (siehe links unten im obigen Bild).

Die "Eascadaria Selarón" ist die verbleibende Möglichkeit, um hoch nach Santa Teresa zu kommen, und zieht viele Touristen an.
Der chilenische Künstler Jorge Selarón, der einst selbst an den seinerzeit herunter gekommenen Treppen wohnte, fing 1990 an, den Teil vor seinem Haus mit verschiedenen bunten Kacheln zu renovieren.
Sein Werk weitete er dann immer weiter aus, so dass heute 250 Treppenstufen mit über 2.000 Kacheln aus rund 60 verschiedenen Ländern verziert sind. Während Selarón sich zu Beginn noch mit Fliesenresten von Baustellen behalf, brachten ihm in den späteren Jahren überwiegend Besucher aus aller Herren Länder ausgefallene Kacheln von zu Hause mit.
Der Tod des Künstlers gibt Rätsel auf; er wurde im Januar 2013 tot auf den Treppen aufgefunden. Er selbst ist übrigens auch auf einer der Kacheln verewigt (siehe links unten im obigen Bild).

In den steilen Gassen von Santa Teresa begegnen wir kaum einer Menschenseele und einige Fleckchen sehen auch so aus, als würde hier schon lange niemand mehr wohnen. Hat etwas uriges hier

In den steilen Gassen von Santa Teresa begegnen wir kaum einer Menschenseele und einige Fleckchen sehen auch so aus, als würde hier schon lange niemand mehr wohnen. Hat etwas uriges hier

Typische "Choperia"
Unser "Dax", also liebgewonnene Stammkneipe und gleichzeiges Suchbild nach einer zufriedenen Anni

Typische "Choperia"
Unser "Dax", also liebgewonnene Stammkneipe und gleichzeiges Suchbild nach einer zufriedenen Anni

Rio's Strände

Kaum ein Strand ist wohl weltweit so bekannt wie die Copacabana oder auch das angrenzende Ipanema.

Wir sind eher mit gemischten Gefühlen an die Strände Rios gegangen. Anni hat sich sehr darauf gefreut und es war eines der Dinge, die sie auf dieser Reise gerne sehen wollte. Axel mag eigentlich nicht unbedingt Strände, die von riesigen Betonbuden eingezäunt sind.

Aber, mein lieber Scholli, trotz der natürlich vorhandenen Hotels und Appartements ist der Strand eine absolute Augenweide. Die Bucht der Copacabana hat eine perfekte Sichelform, des Wassers ist wunderschön blau, aber das Besondere ist gerade der viele Trubel hier und die ganzen sportbegeisterten Menschen. Ob beim Joggen, Fastball- oder Beachsoccer-Spielen oder auch beim Workout. Jeder scheint sich hier körperlich zu betätigen. Außer den Touris, die in der Strandkneipe beim Caipi oder Bierchen dem ganzen Treiben zuschauen. Aber das hat auch schon viel Spaß gemacht...

Es ist ein eigenes und entspanntes Lebensgefühl, das hier transportiert wird. Und ich meine nicht die Touris, die ja mal bitte vom Grunde her entspannt sein sollten, sondern die Cariocas. Man sieht, wie sie ihre Stadt lieben und leben.

Man hält es hier durchaus aus...

Man hält es hier durchaus aus...

Einfallsreiche Strandverkäufer

Einfallsreiche Strandverkäufer

Zwei Klassiker der Copacabana:
das Mosaikmuster der Strandpromenade und natürlich die Caipirinha. 
Trinkt in Rio übrigens kein Mensch mit Crushed Ice, würde auch viel zu schnell schmelzen...

Zwei Klassiker der Copacabana:
das Mosaikmuster der Strandpromenade und natürlich die Caipirinha.
Trinkt in Rio übrigens kein Mensch mit Crushed Ice, würde auch viel zu schnell schmelzen...

Ein weiterer Klassiker, der nicht fehlen darf...

Ein weiterer Klassiker, der nicht fehlen darf...

Favelas

Je nach Quelle existieren in Rio ca. 800 Favelas mit einer Bevölkerung von rund 1,3 Millionen Menschen.

Tja, die Favelas gehören nun mal zu Rio, wie der Zuckerhut oder die Copacabana, doch lösen sie bei uns in der Regel doch einiges an Unbehagen aus. In unseren Köpfen sehen wir rumballernde Banden, Personen, die an der roten Ampel ausgeraubt werden und was sonst noch alles.

Auch wir waren natürlich im Vorfeld von diesen ganzen Behauptungen eingeschüchtert. Gerade kurz vor der WM muss Rio ja wieder ein einziges Schlachtfeld gewesen sein. Da uns Südamerika bisher aber immer vom Gegenteil der deutschen Berichterstattung überzeugt hatte, waren wir auch frohen Mutes, was die Favelas angeht.

Natürlich muss hier aber auch unterschieden werden. Es gibt Favelas, da kann man als Touri nicht rein, und es gibt eben Favelas, die man sich ohne Probleme anschauen kann, ob als Tour oder auf eigene Faust.

Man muss sich einfach von dem Bild verabschieden, dass dort nur Kriminelle leben. Hier leben die Arbeiter und Angestellten von Rio. Zum Arbeiten geht die absolute Mehrzahl der Bewohner am Tag in die Stadt und abends kommen sie wieder die Stufen hinauf.

Bei der Touri-Info wurde uns eine Vorzeige Favela genannt, die man auch ohne Begleitung besichtigen kann oder sich auch am Eingang einen einheimischen Guide nehmen kann. Später haben wir dann erfahren, dass das absoluter Käse ist. Es ist eher die Regel, dass mann alleine in die Favelas kann, und die Ausnahme, es zu unterlassen.

Ein größeres Problem als die Sicherheit ist vielmehr die Orientierung durch die verschachtelten kleinen Gassen. Ruck zuck hat man sich nämlich verlaufen... Da kann dann jemand mit Ortskenntnis durchaus von Vorteil sein.

Typische Favela

Typische Favela

Favela Santa Marta

Santa Marta ist eine dieser "Vorzeige-Favelas" und die einzige, die man alleine besichtigen kann (laut Aussage der Touri-Info).

So sind wir auch alleine gestartet, mussten uns den kleinen Gassen dann aber sehr schnell geschlagen geben und haben bei einem anderen Pärchen, welches mit Guide unterwegs war, höflich um Asyl gebeten...

In dieser Favela gibt es nämlich zum Beispiel ein Denkmal von Michael Jackson zu bestaunen, da hier Teile von seinem "They don't care about us" Videos gedreht wurden. Ohne Ortskenntnisse hätten wir den Platz aber wohl nicht gefunden. Und zum zweiten war uns bei unserem ersten Favela Besuch natürlich etwas mulmig und so fühlten wir uns dann als Gruppe wohler.

Was auch hier direkt wieder auffällt, ist die Lage der Favela. Beste Hanglage mit traumhaftem Blick über die Stadt. Wollte einst keiner am Berg wohnen, wer will schon seinen Wasserkanister jeden Abend den Berg rauf tragen, so ist es heute natürlich extrem begehrtes Bauland. Es bleibt abzuwarten, wie die Geschichte weitergeht. Die Immobilienpreise sind jetzt schon wahnwitzig gestiegen und natürlich haben die Spekulanten schon ihre Ätzgriffel nach den Favelas ausgestreckt. Kaum ein Haus oder Hütte steht hier ja offiziell. Aber noch wohnen die einst Verstoßenen hier und hoffentlich bleibt das auch so. Es werden auch immer mehr "Vereine" oder Museen gegründet, um die Favelas zu erhalten. Aber dazu bei der nächsten Favela mehr.

Der aggressivste Bewohner von Santa Marta. Er wollte unbedingt die Einkaufstüte einer Bewohnerin, was diese zum schnellen Rückzug veranlasst hat...

Der aggressivste Bewohner von Santa Marta. Er wollte unbedingt die Einkaufstüte einer Bewohnerin, was diese zum schnellen Rückzug veranlasst hat...

Ausblick von der Favela

Ausblick von der Favela

Michael, Anni und Axel

Michael, Anni und Axel

Verschachtelte Gassen und kleine Kioske
Hier einzukaufen ist übrigens teurer als unten in der Stadt.
Macht es den älteren Bewohnern nicht unbedingt einfacher...

Verschachtelte Gassen und kleine Kioske
Hier einzukaufen ist übrigens teurer als unten in der Stadt.
Macht es den älteren Bewohnern nicht unbedingt einfacher...

Santa Marta ist bekannt für die bunten Häuschen

Santa Marta ist bekannt für die bunten Häuschen

Favela Cantagalo

Für diese Favela haben wir uns einen Tourguide gesucht und mit Isabell auch gefunden. Wir haben sie in einer Spiegel TV und "Weltreisen" Folge gesehen und sie dann einfach mal gegoogelt und angeschrieben.

Siehe da, sie hatte auch Zeit und Lust, uns die Favela bzw. die Favelas zu zeigen. Cantagalo besteht nämlich aus den Favelas Cantagalo-Pavão-Pavãozinho, die inzwischen ineinander verwachsen sind.

Der Tag mit Isabell war sehr interessant, da sie die Gegend aus dem FF kennt und hier auch selbst wohnt. So kommt man natürlich noch mal viel leichter mit den Bewohnern ins Gespräch. Und da Isabell zum ersten Mal ihren frisch geborenen Sohn bei der Tour dabei hatte, war das "Hallo" sowieso riesig und jeder wollten den neuen Mitbewohner mal ein Küsschen links und ein Tetscherchen rechts aufdrücken.

Von Isabell hörten wir dann viel über das Leben in der Favela und über die Vorurteile über die Favela. Hier jetzt alles aufzuführen sprengt wohl den Rahmen, aber unser Bild über die "Armenviertel" hat sich grundlegend geändert.

Wie bereits vorher geschrieben, lebt hier die ganz normale Arbeiterschicht und verdient sich ihr Geld. Die Menschen, die wir hier gesehen haben, waren ALLE sehr nett, Thema Nummer 1 war natürlich das Baby, aber direkt gefolgt von der WM und dem "Angstgegner" Deutschland. Dass wir aus Deutschland kommen, hat uns sehr viel Respekt gebracht. Mit Handschlag wurden wir verabschiedet...

Im Ernst, diese spezielle Favela hatte in der Vergangenheit das Problem, dass sie durch die Lage in unmittelbarer Nähe zu Ipanema Beach und der Copacabana sehr interessant für die Drogenbanden war, um die Touris und reicheren Cariocas zu bedienen.

Unter diesen Territorialkämpfen mussten dann die Bewohner am meisten leiden. Sie standen von jeher zwischen den Gangs und der Polizei. Heute ist die Polizei rund um die Uhr vor Ort und die Favela offiziell "befriedet". Das es damit aber nicht all zu weit her ist, zeigt der jüngste Fall des mysteriösen Ablebens eines Bewohners von Cantagalo. Er war Tänzer und sein Fall sorgte für weltweites Aufsehen und zu Protesten in Rio. In einem zuvor selbstgedrehten Video zeigte er sein alltägliches Leben und wie es seiner Meinung nach irgendwann beendet werden wird, nämlich durch die Polizei. Traurige Wahrheit ist, dass er tatsächlich nicht älter als 26 wurde und die Umstände seines Todes nach wie vor ungeklärt sind. Einen Tag vor unserem Besuch waren dutzende Beamte vor Ort, um die ganze Sache zu rekonstruieren.

Die gewaltsamen Proteste auf Grund des Todes und der Rolle der Polizei waren vorüber, aber an dem Ort des Auffindens der Leiche ist die Anspannung zwischen der Polizei und den Bewohnern sehr spürbar.

Gerade als wir an diesem Platz standen, kamen auf einmal fünf Polizisten mit gezogener Waffe um die Ecke und zielten in die Fenster der gegenüberliegenden Häuser. Für uns ein komisches Gefühl, für Isabell Alltag.

Die Bewohner hier versuchen sich selbst zu organisieren und so gründen sie die bereits angesprochenen Vereine und Museen, um sich vor dem Zugriff der Stadt und den Spekulanten zu schützen. Die Häuser der Favela schmücken unzählige Graffitis, welche die Historie des Stadtteils erzählen. Diese ganzen Bilder sind als Kunst und Ausstellung in einem Museum anerkannt und auch gefördert, somit wird es schwerer, so etwas dem Erdboden gleich zu machen.

Generell wird Kunst hier groß geschrieben und auch wir haben Maler in den Gassen beim Werkeln sehen können. Auch wird der Tourismus entdeckt und es gibt bereits erste B&B's und Hostels.

oben:
Die Favela liegt nur wenige Meter vom Ipanema Strand entfernt.
Unten:
Isabell, Nachwuchs und Axel

oben:
Die Favela liegt nur wenige Meter vom Ipanema Strand entfernt.
Unten:
Isabell, Nachwuchs und Axel

Beschäftigungen:
Ob künstlerischer oder spielerischer Natur

Beschäftigungen:
Ob künstlerischer oder spielerischer Natur

Es wird geschmückt, ob mit Girlanden oder Stromkabeln.
Die WM steht vor der Tür...

Es wird geschmückt, ob mit Girlanden oder Stromkabeln.
Die WM steht vor der Tür...

Museu de Favela in der Favela

Museu de Favela in der Favela

Die Geschichte wird erzählt, hier zum Beispiel geht es um das Problem der Wasserversorgung, Müllentsorgung und das damit entstehende Rattenproblem. 
Wasserzisternen gibt es nun seit kurzer Zeit in Cantagalo, aber der Müll landet leider immer noch, wo manch einer geht und steht, stapelt sich und zieht daher so einiges an Ungeziefer an.

Die Geschichte wird erzählt, hier zum Beispiel geht es um das Problem der Wasserversorgung, Müllentsorgung und das damit entstehende Rattenproblem.
Wasserzisternen gibt es nun seit kurzer Zeit in Cantagalo, aber der Müll landet leider immer noch, wo manch einer geht und steht, stapelt sich und zieht daher so einiges an Ungeziefer an.

Auch Alltagsgeschichten finden Erwähnung. Ein armer Bewohner möchte seine Angebetete mit billigem Cachaça zur Hochzeit bewegen, doch der Vater hat rechts etwas dagegen und wünscht sich jemanden mit mehr Geld.
Unten ein Bild aus früheren Zeiten, ohne Betonbebauung (rechte Hälfte) und in der linken Hälfte neue Betätigungsfelder der Bewohner zum Beispiel als Guide...

Auch Alltagsgeschichten finden Erwähnung. Ein armer Bewohner möchte seine Angebetete mit billigem Cachaça zur Hochzeit bewegen, doch der Vater hat rechts etwas dagegen und wünscht sich jemanden mit mehr Geld.

Unten ein Bild aus früheren Zeiten, ohne Betonbebauung (rechte Hälfte) und in der linken Hälfte neue Betätigungsfelder der Bewohner zum Beispiel als Guide...

Dieses Graffiti ist von einem Foto entstanden, welches vor Jahren um die Welt gegangen ist. Es zeigt eine Bewohnerin der beim Transportieren des Einkaufs hinauf in die Favela.

Dieses Graffiti ist von einem Foto entstanden, welches vor Jahren um die Welt gegangen ist. Es zeigt eine Bewohnerin der beim Transportieren des Einkaufs hinauf in die Favela.

Besondere Menschen werden gerne mit einem eigenen Graffiti geehrt.
Oben links ist Souza zu sehen, der aktuelle Hoffnungsträger im Fußball der Favela. Er hält übrigens auch Deutschland für den Titelfavorit. Netter Kerl!
Unten links ein ehemaliger Politiker, der sich sehr für die Menschen in der Favela eingesetzt und viel Positives bewirkt hat.
Rechts ist Rocky zu sehen, ein Muskelberg, der für die Bewohner die Einkäufe nach oben bringt. In echt sieht er auch kräftiger aus als auf dem Bild...

Besondere Menschen werden gerne mit einem eigenen Graffiti geehrt.
Oben links ist Souza zu sehen, der aktuelle Hoffnungsträger im Fußball der Favela. Er hält übrigens auch Deutschland für den Titelfavorit. Netter Kerl!

Unten links ein ehemaliger Politiker, der sich sehr für die Menschen in der Favela eingesetzt und viel Positives bewirkt hat.

Rechts ist Rocky zu sehen, ein Muskelberg, der für die Bewohner die Einkäufe nach oben bringt. In echt sieht er auch kräftiger aus als auf dem Bild...

Tja, und hier ein ganz aktuelles Graffiti. Es zeigt den getöteten Tänzer Douglas Rafael da Silva Pereira an dem Platz, wo er angeblich von einem Balkon in den Tod sprang.

Tja, und hier ein ganz aktuelles Graffiti. Es zeigt den getöteten Tänzer Douglas Rafael da Silva Pereira an dem Platz, wo er angeblich von einem Balkon in den Tod sprang.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Einmal im Leben eine Weltreise machen. Dem Alltag entfliehen und einfach nur Reisen. Unser langjähriger Traum wird nun war :)) Einen festen Plan gibt es hierbei nicht, da wir uns treiben lassen und dort verweilen möchten, wo es uns gefällt. Eine grobe Idee von unserer Reise haben wir natürlich trotzdem und so werden Australien und Südamerika unsere Schwerpunkte sein. Wir freuen uns auf diese einmalige Erfahrung und sind gespannt, wo uns der Wind so hintragen wird...
Details:
Aufbruch: Dezember 2013
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: August 2014
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Hongkong
Macau
Philippinen
Australien
Great Ocean Road
Chile
Argentinien
Brasilien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Vereinigte Staaten
Deutschland
Der Autor
 
Annika & Axel alias A Team berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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