Einmal um die Welt

Reisezeit: Dezember 2013 - August 2014  |  von Annika & Axel alias A Team

Ecuador: Chimborazo 15.07. -17.07.14

...dann iss aber auch wieder gut mit der Ruhe - ACTION!!!!!!

Nachdem wir es ja in Cuenca ein wenig ruhiger haben angehen lassen, sollte nun wieder etwas Action folgen.

Und da hat sich Anni was ganz besonderes einfallen lassen.... Morgens aufgestanden und erstmal gegrübelt:

"Womit kann ich denn meiner besseren Hälfte mal eine kleine Freude bereiten? Es sollte etwas sein, wo er wirklich lange daran zurückdenken wird, mal was ganz anderes, was Neues, etwas, das er so gar nicht ab kann...
Wie wär es denn mal mit einem Event gaaaaaaanz hoch in der Höhe, da freut er sich bestimmt wie ein Keks... ;-"

Ja ja ja, total freut er sich da...

Das Ergebnis der Suche war nämlich eine Mountainbike Tour am Vulkan Chimborazo. In Cusco waren wir ja auf 3.400 Metern. Gut, da kann man durchaus noch mal ein bisschen was drauf legen und lässt die Tour dann bei knapp 5.000 Metern starten. Immerhin nicht bei 6.310 Metern, so hoch ist der Vulkan nämlich...

Da musste Anni schon etwas Überzeugungsarbeit leisten! Aber sie hatte auch überzeugende Argumente wie Bilder von so einer Tour, komplett positive Bewertungen im Internet und nicht zuletzt das beste Argument:

So was haben wir noch nie gemacht! Es wäre eine komplett neue Erfahrung in einer unheimlich schönen Natur!

Okidoki! Buch das Ding!

Unser Ziel: 
Der Vulkan Chimborazo

Unser Ziel:
Der Vulkan Chimborazo

Wir machten uns auf dem Weg nach Riobamba, eine mittelgroße Stadt auf 2.750 Metern Höhe und mit rund 130.000 Einwohnern. Viel zu erzählen gibt es eigentlich nicht über den Ort, es ist aber der beste Ort, um den Chimborazo zu erkunden. Außerdem sitzt hier der Veranstalter der Bike Tour.

Dieser gab uns auch ein extrem intensives Briefing über die ganze Tour mit allen Vorzügen und Gefahren. Das ganze Equipment wollte anprobiert werden, die Fahrräder wurden getestet (sogar die Ersatzräder). Das ganze dauerte dann schon so drei Stunden. Wahnsinn, aber auch wichtig. Wir hätten mal lieber auf die Ratschläge im Internet hören und nicht mit leerem Magen dorthin gehen sollen

Panela: Laut Aussage unseres Veranstalters das ABSOLUT WICHTIGSTE für den Trip. Rohrzucker in Reinform. Super für die Höhe!!!!! Super für die Leistung!!!!! Super im Preis!!!!!!! Super Lecker!!!!!! Einfach ein SUPER Zeug.... 
Wir haben dann auch EINMAL rein gebissen...

Panela: Laut Aussage unseres Veranstalters das ABSOLUT WICHTIGSTE für den Trip. Rohrzucker in Reinform. Super für die Höhe!!!!! Super für die Leistung!!!!! Super im Preis!!!!!!! Super Lecker!!!!!! Einfach ein SUPER Zeug....

Wir haben dann auch EINMAL rein gebissen...

Am nächsten Morgen wurden wir recht zeitig abgeholt und haben uns auf den Weg zum Chimbo gemacht. Wir nennen den Vulkan inzwischen nur noch Chimbo, weil wir ihn jetzt gut kennen und ihn so lieb gewonnen haben...
Außerdem ist es viel kürzer und einfacher...

Die Fahrt bis zu unserem Ausgangspunkt war schon sehr interessant und wurde immer wieder durch kurze Stopps mit Erläuterungen zur Geschichte oder auch um sich was anzuschauen unterbrochen. Unser Guide Alejandro war extrem bewandert, was die Vergangenheit aber auch die Gegenwart in dieser Region angeht, und so haben wir von der Entstehung dieses Gebietes über die Flora und Fauna bis in die aktuelle Stadtgeschichte so einiges erfahren.

Thema Höhe:
Wer hat sich hier wohl bäuchlings über die Abbruchkante gelegt und das Bild gemacht?! 
Kaum vorstellbar, aber dieser Ort ist ein begehrtes Ziel bei Steilwand-Kletterern...

Thema Höhe:
Wer hat sich hier wohl bäuchlings über die Abbruchkante gelegt und das Bild gemacht?!

Kaum vorstellbar, aber dieser Ort ist ein begehrtes Ziel bei Steilwand-Kletterern...

Geologie for Beginners: An dieser Stelle sieht man sehr anschaulich, wie hier zwei tektonische Platten aufeinander stoßen. Vom Ozean im Westen schiebt sich die Nazca-Platte (im Bild von links kommend) unter die Südamerikanische Platte, auf der der gesamten lateinamerikanischen Kontinent "ruht".
Durch diese Plattenverschiebung, die kontinuierlich weiterhin stattfindet, ist es in diesem Gebiet natürlich alles andere als ruhig. Nicht umsonst befinden sich so viele und vor allem die höchsten Vulkane der Erde genau hier und auch Erdbeben sind in Südamerika entlang der Platten keine Seltenheit.
Die gesamten Anden sind das Produkt der Plattenverschiebung. In den einzelnen Sedimentschichten könnte ein echter Geologe bestimmt total spannende Dinge ablesen. Wir belassen es dabei, dass wir uns sagen, dass wir die grau bis schwarzen Schichten wohl Ausbrüche des Chimborazos gewesen sein müssen

Geologie for Beginners: An dieser Stelle sieht man sehr anschaulich, wie hier zwei tektonische Platten aufeinander stoßen. Vom Ozean im Westen schiebt sich die Nazca-Platte (im Bild von links kommend) unter die Südamerikanische Platte, auf der der gesamten lateinamerikanischen Kontinent "ruht".

Durch diese Plattenverschiebung, die kontinuierlich weiterhin stattfindet, ist es in diesem Gebiet natürlich alles andere als ruhig. Nicht umsonst befinden sich so viele und vor allem die höchsten Vulkane der Erde genau hier und auch Erdbeben sind in Südamerika entlang der Platten keine Seltenheit.

Die gesamten Anden sind das Produkt der Plattenverschiebung. In den einzelnen Sedimentschichten könnte ein echter Geologe bestimmt total spannende Dinge ablesen. Wir belassen es dabei, dass wir uns sagen, dass wir die grau bis schwarzen Schichten wohl Ausbrüche des Chimborazos gewesen sein müssen

Dann hieß es aber genug faul rum gesessen! Aufsatteln bitte!!!!

Dabei war es gar nicht sicher, ob die Tour wie geplant stattfinden kann. An dem normalen Startpunkt bei knapp unter 5.000 Metern hat es nämlich so geblasen, dass man kaum die Autotür aufbekommen hat. Das macht das Fahrradfahren nicht unbedingt sicherer. Auf dem Weg hoch kamen uns aber schon zwei Radler entgegen - also muss das doch irgendwie zu bewältigen sein! Alejandro ist mit dem 4x4 auch die ersten Kilometer immer direkt hinter uns. Gibt ein gutes Gefühl.

Das wird auch den ganzen Tag so sein. Entweder ist er direkt hinter uns, zum Beispiel wenn wir auf der Asphaltstraße fahren, um uns gegen den von hinten anrollenden Verkehr abzusichern, oder, wenn wir auf Wegen unterwegs sind, wo er mit dem 4x4 nicht mitkommt, sind wir über Funk miteinander verbunden. Und er hat uns echt immer im Blick gehabt, wie auch immer... Einmal sind uns ein paar Hunde hinterher gerannt und prompt kam Alejandro durch mit Anweisungen, wie man sie am besten wieder los wird. Adleraugen, der Mann...

Von den Menschen sieht man kein Gesicht. Nein, nicht weil das Bild so klein ist, sondern weil es so dermaßen stürmisch war und bei jedem Atemzug feiner Sand eingeatmet wurde.
Die Zwei auf dem Rad zeigten uns: Es geht trotz Wind!

Von den Menschen sieht man kein Gesicht. Nein, nicht weil das Bild so klein ist, sondern weil es so dermaßen stürmisch war und bei jedem Atemzug feiner Sand eingeatmet wurde.

Die Zwei auf dem Rad zeigten uns: Es geht trotz Wind!

Mit Sicherheit unser bisher höchster Kaffee. Eigentlich war es gar kein Kaffee, denn in der Höhe trinken wir natürlich Coca Tee...

Mit Sicherheit unser bisher höchster Kaffee. Eigentlich war es gar kein Kaffee, denn in der Höhe trinken wir natürlich Coca Tee...

Rohrzucker gegessen und ein Coca Tee hinter her. Die Höhe kann uns nichts mehr anhaben! Sagten wir uns und schmissen uns in unsere Ritterrüstung. Nicht ganz, aber Ellenbogen- , Knieschützer, Helm und Handschuhe mussten dann natürlich schon sein.

Die ersten 8 km ging es auf einer recht guten Schotterpiste (Patagonien Style) schön bergab. Vorher wurde uns gesagt, dass 80% der Unfälle auf diesem Stück passieren, also erhöhte Vorsicht. Es ging aber eigentlich alles ganz easy, wenn man von mancher Obskurität absieht.

Je nach Windrichtung kam es nämlich vor, dass wir bergab treten oder auch bei einem kleinen Stück bergauf bremsen mussten. Das war Premiere, zeigt aber ganz gut, wie stark der Wind war.

Von Kurve zu Kurve hat man sich immer besser an das Fahrrad und die Straße gewöhnt und die Geschwindigkeit konnte immer weiter gesteigert werden.

Der erste Streckenabschnitt in beeindruckendem Panorama

Der erste Streckenabschnitt in beeindruckendem Panorama

Sehr weites Land auf einer Höhe von 5.000 Metern

Sehr weites Land auf einer Höhe von 5.000 Metern

Es gab nun immer Etappen von mehreren Kilometern, bis wir uns wieder mit Alejandro trafen, dann wurde die nächste Etappe besprochen und ab ging die wilde Lutzi.

Wir sind durch mehrere verschiedene Vegetationsformen gefahren und hatten die unterschiedlichsten Fahrbahnbeläge. Von Asphalt über Gras, Schotter bis hin zu weicher Erde, war irgendwie alles Fahrbare dabei und es machte einen riesen Spaß, sich da durch zu wühlen!

Uns hat es sehr überrascht, was in diesen Höhen noch so wachsen kann.
Die meisten Pflänzchen haben sich hier einer kurzen Hals zugelegt, dann wird man bei dem starken Wind nicht so durchgeschüttelt.

Uns hat es sehr überrascht, was in diesen Höhen noch so wachsen kann.
Die meisten Pflänzchen haben sich hier einer kurzen Hals zugelegt, dann wird man bei dem starken Wind nicht so durchgeschüttelt.

Diverses Zottelgetier 
Ganz oben: Vicuñas, wilde Verwandte des Lamas mit einer der feinsten Wolle der Welt, die schnell mal einige Tausend Euro kosten kann.

Diverses Zottelgetier
Ganz oben: Vicuñas, wilde Verwandte des Lamas mit einer der feinsten Wolle der Welt, die schnell mal einige Tausend Euro kosten kann.

Den inneren Schweinehund mussten wir an dem ganzen Tag nur einmal besiegen und zwar bei einem Bergaufsfstück von vielleicht 1,5 - 2 km. Ha, nur kein Hohn!!!! 2 km pffffff, das ist ja nix! Fahr ich nur mit dem linken kleinen Zeh hoch...

Auf dieser Höhe ist das alles ein bisschen anstrengender, vor allem für uns nur zu 95% und nicht 100% durchtrainierten Menschen.

Im Ernst, das war schon ein hartes Stück Arbeit. Erster Gang rein und in einer Tour treten. Und pro Umdrehung wurden wir von der Fahrradkette nur ein paar läppische Zentimeter nach vorne gespült. Ja, aber am Ende haben wir den "Berg" besiegt und waren schon ein wenig stolz auf uns! Und haben erstmal Pause gemacht...

Alejandro hatte uns immer im Blick und Anni ihren Spaß

Alejandro hatte uns immer im Blick und Anni ihren Spaß

Abgezweigtes Gletscherwasser. Im Gegensatz zum Perito Moreno in Patagonien ist es durch Gestein gesickert und beinhaltet gar nicht mal wenig Kohlensäure und Mineralien.

Abgezweigtes Gletscherwasser. Im Gegensatz zum Perito Moreno in Patagonien ist es durch Gestein gesickert und beinhaltet gar nicht mal wenig Kohlensäure und Mineralien.

Unser Begleitfahrzeug und eine irre Weite

Unser Begleitfahrzeug und eine irre Weite

Unseren Snack haben wir an einer alten Pre-Inkastätte zu uns genommen in einem wunderschönen Tal. Beim Essen gab es dann wieder Geschichtsunterricht über das Leben wie es genau an diesem Platz vor Hunderten von Jahren ausgesehen hat.

Als wir IHREN Esel fotografiert haben, war sie schwuppsdiwupps zur Stelle und wollte kassieren...

Als wir IHREN Esel fotografiert haben, war sie schwuppsdiwupps zur Stelle und wollte kassieren...

Das letzte Stück ging dann über gute 15 km steil bergab über die asphaltierte Passstraße, das war noch mal ein Spaß zum Schluss. Da konnte man es so richtig laufen lassen und seine angestrengten Glieder etwas entspannen. Vor allem die Hände haben sich sehr darüber gefreut, dass sie nicht weiter durchgeschüttelt wurden. Hält man nämlich die ganze Zeit den Lenker fest und fährt in einer Tour durch Spurrillen und sonstige Löcher, merken sie sich das und danken es mit schönen Schmerzen, sobald man auch nur ganz leicht irgendwo dran kommt.

Die Tour war ein riiiiiiiiiisen Spaß und die Höhe hat uns gar nichts ausgemacht. Zum einen waren wir durch die Tage vorher auf deutlich über 2.300 Metern schon ein wenig akklimatisiert und dann sind wir ja auch recht schnell wieder nach unten gefahren. Da braucht man keine Bedenken zu haben!

Was die Landschaft da oben angeht, muss man sagen, dass sie uns echt begeistert hat. Auch ist es eine ganz andere Erfahrung, die Natur mit dem Fahrrad zu erkunden und für uns die beste Art, den Chimbo kennen zu lernen.

Es ist auch definitiv für Jeden machbar. Große Erfahrungen im Mountainbikefahren sind nicht erforderlich. Außerdem bekommt man, wie erwähnt, ein sehr gutes Briefing und eine Rundum-Betreuung für den ganzen Tag.

Also, wer in die Nähe kommt, muss einfach diese Tour machen!

Da hat sich die Anni was Feines einfallen lassen!!!

Nach getaner Arbeit: Alle wohlbehalten am Ziel angekommen

Nach getaner Arbeit: Alle wohlbehalten am Ziel angekommen

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Einmal im Leben eine Weltreise machen. Dem Alltag entfliehen und einfach nur Reisen. Unser langjähriger Traum wird nun war :)) Einen festen Plan gibt es hierbei nicht, da wir uns treiben lassen und dort verweilen möchten, wo es uns gefällt. Eine grobe Idee von unserer Reise haben wir natürlich trotzdem und so werden Australien und Südamerika unsere Schwerpunkte sein. Wir freuen uns auf diese einmalige Erfahrung und sind gespannt, wo uns der Wind so hintragen wird...
Details:
Aufbruch: Dezember 2013
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: August 2014
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Hongkong
Macau
Philippinen
Australien
Great Ocean Road
Chile
Argentinien
Brasilien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Vereinigte Staaten
Deutschland
Der Autor
 
Annika & Axel alias A Team berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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