Mozarabischer Jakobsweg 2014

Reisezeit: März / April 2014  |  von Uschi Agboka

Alcaracejos – Hinojosa del Duque - 22 km

23. März 2014 - 20. Tag - Alcaracejos – Hinojosa del Duque - 22 km

23. März 2014 20. Tag Alcaracejos – Hinojosa del Duque 22 km

Nachdem ich sehr gut geschlafen hatte, stand ich um 7.30 Uhr auf. Draußen lachte wieder die Sonne. Gegen 8.15 Uhr war Frühstück angesagt. Wie üblich gab es Milchkaffee mit Tomatentoast, 1,70 Euro.

Um 9 Uhr machte ich mich dann auf den Camino. Seit langem hatte ich meine Windjacke nicht gebraucht, doch heute musste ich sie anziehen, es war empfindlich kühler geworden und es wehte ein starker Wind. Ich musste sogar meine Handschuhe anziehen. Der Weg war wieder sehr gut zu laufen, so dass ich schon um 11 Uhr in Fuente La Lancha war.

Leider macht die einzige Bar im Ort sonntags erst um 12 Uhr auf. Da ich Durst hatte, setzte ich mich in die Sonne und schrieb mein Reisetagebuch. Endlich um 12.15 Uhr wurde die Bar geöffnet und ich trank ein Bier.

Weiter ging es, der Weg war sehr schön und gut zu laufen, durch die Weiden und Korkeichen, vorbei an kläffenden Hunden. Landleben pur. Nach einer Stunde legte ich mich an einer windgeschützten Stelle in die Sonne. Die ¾ Stunde Pause hatten mir gut getan und ich marschierte weiter.

Der Rio Guadamatilla führte kaum Wasser, so dass ich nicht die Brücken überqueren musste, sondern durchwaten konnte.

Gegen 15.30 Uhr erreichte ich die kleine Kapelle Ermita de la Virgen. Dort waren einige Spanier versammelt und machten Picknick. Spontan wurde ich von zwei spanischen Familien zum Paella-Essen eingeladen. So etwas würde einem in Deutschland nie passieren. Es war einfach wunderbar, wie ich aufgenommen und bewirtet wurde. Für mich war es ein richtiger Festtag. Viele Bilder wurden gemacht und als ich herzlich verabschiedet wurde, haben wir noch Adressen ausgetauscht. Die netten Spanier gaben mir auch noch den Tipp mit der Herberge im Rathaus und eine Telefonnummer, wo ich anrufen konnte.

So machte ich mich gut gestärkt und gut gelaunt auf die restlichen 3 km. Am Rathaus angekommen, rief ich die mir genannten Telefonnummer an. Ich sagte, ich sei vor dem Rathaus und eine Stimme sagte „si“. Ich verstand erst nicht ganz und dann sah ich, dass jemand am Fenster stand und winkte.

Die Herberge in Hinojosa ist nagelneu, es gibt alles, was ein Pilgerherz begehrt, sogar einen PC kann man nutzen. Nach dem Duschen und Mails checken, ging ich in die Bar, um den Fußball-Klassiker „El Classi-co“ anzuschauen. Die Bar war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Wirt reichte den Gästen kostenlos kleine Häppchen (Tortilla, Pizza, frittierte Sardellen, belegte Brötchen). Es war interessant zuzusehen, die die Spanier mit dem Spiel mitfieberten. Die Meisten waren für Real Madrid. Es war eine super Atmo-sphäre in der Bar. Das Spiel endete 3:4 für Barcelona. Ich machte mich auf in die Herberge, wo ich bald super schlief.

Hinojosa del Duque, ca. 8.000 Einwohner, blickt auf eine geschichtsträchtige Zeit zurück.

Sehenwwürdigkeiten:
Kirche San Juan Bautista – auch Catedral de la Sierra genannt, aus dem 16. Jh.
Ermita de Santa Ana
Convento de las Madres Concepcionistas
Ermita de la Virgen del Castillo
Ermita de San Sebastián
Ermita de San Isidro Labrador
Ermita de San Gregorio
Ermita de San Benito
Convento de San Diego (Padres Carmelitas)
Ermita del Santo Cristo de las Injurias
Ermita de San Bartolomé
Ermita-Santuario de la Virgen de La Antigua (Patrona de Hinojosa del Duque)
Ermita de Santo Domingo
Fuente del Pilar de los Llanos

© Uschi Agboka, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mozarabischer Jakobsweg 2014 Bericht nach den Tagebuchaufzeichnungen meines Mannes Rolf. Von Malaga nach Baena/Cordoba, Granada nach Cordoba, Cordoba nach Merida/Sevilla 4. März bis 2. April 2014
Details:
Aufbruch: 04.03.2014
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 02.04.2014
Reiseziele: Spanien
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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