Auf Achse: 4 Monate Kolumbien, Panama, Costa Rica, Guatemala

Reisezeit: November 2019 - März 2020  |  von Erich Backes

Auf Kolumbiens Straßen unterwegs

Wir sind – natürlich wieder mal– ohne Straßenkarte auf Kolumbiens Straßen unterwegs. Benzin ist ungemein preiswert, aber die Gebühren für die zum Teil eher als Feldwege zu bezeichnenden Straßen summieren sich. Das Verhältnis Benzin zu Gebühr ist etwa 1:1.
Wir hantieren mit Google Maps und maps.me, wobei letztere App nur zur groben Orientierung dient - maps.me hat keine Ahnung vom Zustand der Straßen. Die Route Nacional 25 von Medellin an die Küste führt zunächst die Kordilleren rauf und runter – mit vielen, vielen Lastern, die es zu überholen gilt – wenn sie geladen haben. Falls sie leer sind, haben wir keine Chance, die sind schneller. Die Straße nach Tolu und die Wege von und nach Mompox sind katastrophal: riesige Löcher, nicht asphaltiert, staubig. Wir haben da in 2 Stunden gerade mal 30 km geschafft – ohne Reifenpanne. Oben an der Küste um Cartagena, Santa Marta und Palomino sind die Straßen sehr gut, zum Teil 2spurig. Was nicht heißt, daß dann doch plötzlich wieder Löcher (und gelbe Hubbel !!!) auftreten.

Freizeitbeschäftigungen

Die Straßen Kolumbiens lassen die verschiedenartigsten Beschäftigungen zu. Neben den üblichen Getränke-, Früchte-, Maiskolben-Verkäufern und den Fensterputzern (zumeist an den gelben Hubbeln – warum wohl) gibt es die folgenden „Hobbies“:

Die Seilchenspanner
Frauen und Kinder spannen Seilchen über die Straße. In deren Mitte wird dann eine alte Unterhose aufgehängt – damit der Fahrer das Seil auch während des Mittagsschlafes erkennt und anhält. Gegen Gebühr wird das Seilchen natürlich entspannt und man kann weiterfahren. Schön, daß es weitergeht.

Die Klopfer
Jungs, bewaffnet mit kurzen Baseball-Schlägern nähern sich deinem PKW und schlagen auf jeden Reifen kurz, aber kräftig ein??? Der entsprechende Ton verrät dem Klopfer, ob der Reifen ok ist oder nicht. Ein absolutes Gehör ist hier dringend erforderlich und kann nicht erlernt, sondern nur vererbt werden. Dem Fahrer wird das Ergebnis– gegen eine kleine Gebühr, versteht sich- mitgeteilt. Man ist ja froh, wenn alles ok ist.

Die Raser
Kinder, meist Jungs im Alter um die 10, springen unten im Tal an den bekannten Hubbeln - wenn die LKWs langsam fahren - mitsamt ihren kleinen Mountainbikes auf die LKW-Anhänger auf, lassen sich viele km-weit die Berge hochfahren und springen dann oben an einem Hubbel wieder ab. Dann kommt‘s. Mit dem Bike die steile Straße runter. Die Jungs sind viel, viel schneller als mein PKW. Lebensgefährlich.

Die Locher
Ein Männer-Job. Nachts werden Löcher in den Asphalt gestemmt, die tagsüber wieder mit lockerer Erde gefüllt werden. Man stellt sich mit einer Schaufel daneben und tut so, als hätte man den Straßen Kolumbiens und dem vorbeifahrenden PKW- und LKW-Fahrer einen unschätzbaren Dienst erwiesen – natürlich gegen Kleingeld. Das ist nicht schön.

© Erich Backes, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nov. 2019 bis Frühjahr 2020: Süd- und Mittelamerika und dann ... , offen sein, überrascht werden, sich Zeit nehmen "Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben" (Kurt Tucholsky)
Details:
Aufbruch: 13.11.2019
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 06.03.2020
Reiseziele: Kolumbien
Panama
Costa Rica
Nicaragua
El Salvador
Guatemala
Vereinigte Staaten
Thailand
Der Autor
 
Erich Backes berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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