Träume Wirklichkeit werden lassen...

Neuseeland-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2007 - Juni 2009  |  von Melanie Kasüske

Land der langen Wolke - Neuseeland: Hiking in Thames

06.10.08
Um 8Uhr morgens machte ich mich auf den Weg zum Ponsonby Backbacker wo mich der Straybus abholen soll. Stray ist ein Unternehmen fuer Backpacker und junge Traveller um durch Neuseeland zu kommen. Es ist jedoch keine Tour sondern ein Bus wo man ueberall aussteigen kann wo man will und auch so lange dableiben kann wie man will, jedoch gibt es ein paar Extras wie z.B. ein paar Bushwalks zwischendrinnen etc. Die bekanntesten dieser Art sind eigentlich Kiwiexperience und Magicbus, aber KIWIexerience ist eine Sauftour was man so hoert und die Busfahrer erzaehlen einem nur wie man am besten zur naechsten Kneipe kommt und Magic faehrt nur die Touriorte an wo man dann auch aussteigen kann. Stray ist eine Tochtergesellschaft von KIWI und wurde gegruendet fuer Leute die nicht nur Party machen wollen.
Im Bus war total die gute Stimmung. Ich sass hinten bei einem Japaner namens Toko der so gut wir gar kein Englisch konnte sich aber sehr bemueht hat und Andrew aus Kanda (soweit ich denke schwul). Andrew ist auch ueber Neujahr in Sydney und somit haben wir direkt mal Nummern ausgetauscht.
Erst sind wir auf Mt Eden raufgefahren bei total schlechtem Wetter bevor wir dann mit einem kleinen Morningteastop in Thames angekommen sind. Wenn man immer nur da uebernachten wuerde wie der Bus faehrt waere der eigentliche Stop in Hahei gewesen, da ich aber individuell entscheiden kann was ich will bin ich in Thames raus da ich unbedingt den Pinaccles walk machen wollte. War allerdings die einzige aus dem Bus.
Das Hostel hier ist total schoen, wohne im Sunkist Backpacker was gleichzeitig YHA und BBH angehoert. Zimmer supersauber und die besten sind mit die besten Hostelbetten in denen ich jemals geschlafen habe.
Erstmal habe ich mir natuerlich Thames angeschaut, bin an der Haupstrasse und am Meer entlanggelaufen und wieder zurueck ins Hostel wo ich Kati (Deutsch), Marie (Frankreich) und Sylvia (USA) kennengelernt habe und mit denen bis Abends zusammen sass.
Spaeter kamen noch viele mehr ins Hostel, 90% Deutsch.... hatte schon wieder fast vergessen in meiner Zeit in Auckland dass es hier so viele Deutsche gibt... Aber na ja, war recht lustig.
Abends hab ich noch mit Eric (America) zusammengesessen und Sudoku gespielt. War ganz lustig.

07.10.08
Eigentlich wollte ich den Pinacles walk machen und Kathi wollte mitkommen. Jedoch bekamen wir am Morgen gesagt, dass der Walk noch gesperrt sei wegen Ueberschwemmungen und weil schlechtes Wetter mit Orkanboehen und Starkem Regen angekuendigt waren. Somit Byebye Pinacles Walk fuer den 07.10.
Kathi und ich ueberlegten daher einen kuerzeren (dachten wir) Weg hier in Thames zu wandern. Den Karaka Steam, besser bekannt als Gold Mines Walk.
Da Thames die Stadt der Goldgraeber ist (erinnert mich ein wenig an Dawson City in Kanda) gibt es hier ueberall alte Mineneingaenge etc.
Nach ein wenig rumfragen gelangten wir an den Track der unseres Erstaunens 5 Stunden dauern sollte. Aber egal, auch wenn es dicht bewoelkt war und der Wind heftig bliess wir wollten ja was tun.
Der erste Teil war eigentlich recht "moderate", es ging zwar 2 Stunden lang in einem nur bergauf, dafuer war der Track aber ein recht normaler ausgetrampelter Track.
Danach ging es daran auch wieder runter zu gehen ueber einen anderen Track. Dieser erwies sich als "difficult" da es teilweise kaum einen Weg zu sehen gab und man ueber Steinschlaege und Erdrutsche klettern musste, sowie ein paar Rivercrossings hatte (die ich ja ueber alles liebe) und manchmal auch keine orangen Richtungspfeile erkennen konnte und einfach mal raten musste was wohl richtig ist.
Abends kamen wir erschoepft und schmutzig vom Schlamm hier wieder an. Wir waren keine 2min im Hostel als draussen anfing die Welt unterzuegehen. Orkane bliessen und der Regen liess nichts erkennen ausser sich selbst. Na da hatten wir mal gutes Timing.
Spaeter sind wir zu 3 Deutschen einkaufen gegangen da wir fuer 6 Personen kochen wollten. Wir 4 Deutschen kochten somit fuer uns selber und fuer Eric und Marie etwas leckeres zu essen.
Fisch, Reis und eine Sosse aus Tomaten, Kaese und ganz viel verschiedenem Gemuese. Soooo lecker sag ich euch. Da haette ich mich reinsetzen koennen.
Danach haben wir eigentlich nur rumgesessen, wieder Sodoku gekniffelt, ein wenig dumme TV Shows gesehen und dann Richtung Bett gewandert

08.10.08
Eigentlich dachte ich, dass das Wetter eh wieder schlecht ist und machte mir nicht die Muehe irgendwann frueh aufzustehen.
Weit gefehlt um 8Uhr kam die Besitzerin des Hostels ins Zimmer, entschuldigte sich, dass sie wahrscheinlich einige wecken wuerde aber sie wollte nur sagen, dass es heute moeglich ist den Walk zu gehen da die Voraussichten einfach nur sonnig sind.
Ich ueberlegte kurz aus dem Schlaf gerissen, aber ausser mir wollte nur ein Kiwipaerchen noch gehen und das war dem Shuttlebusfaher zu wenig. Somit nahm das Kiwipaerchen ihr Auto und nahm mich einfach mit )
Da wir durch das ganze Hin und Her jedoch schon recht spaet waren hiess es ueberlegen ob wir wirklich die 7 Stunden bis hoch zu den Pinacles laufen oder nur bis zur Huette oder nur den Circuit. Wir beschlossen es vom Wetter abhaengig zu machen da wir ja auch nicht im dunkeln nach Hause laufen wollten.
Zu dem Paerchen (deren Namen ich leider wieder vergessen habe) sind von Taupo und sie ist eigentlich in Deutschland geboren aber ihr Vater ist Kanadier und ihre Mutter Kiwi und im Alter von 2 Jahren ist sie nach Kanada und dann im Teenageralter nach Neuseeland und hier haengengeblieben. Die beiden haben letztes Wochenende geheiratet und sind grade auf Hochzeitsreise was ich ja ganz schoen spannend finde. 2 Wochen auf der Nordinsel hier und fast jeden Tag wandern und sie wohnen in Hostels um Leute aus der ganzen Welt kennen zu lernen.... das sind mal andere Flitterwochen, finde ich aber ganz toll muss ich sagen.
Wir fingen an einen komplett anderen Weg zu gehen als wir eigentlich wollten. Das haben wir aber erst spaeter rausgefunden. Es war halt einfach der Circuit in die andere Richtung somit nicht wirklich tragisch. Gingen wir halt erst den Billyggoat Trail.

Das erste was mir auffiel war allerdings "Bugga, this way reminds me of something. I know this one for some reason"... dachte mir aber, dass das gar nicht sein konnte. Woher sollte ich den Weg auch kennen.
Um die naechste Biegung und die alten Arbeitereisenbahngleise (was ein Wort) gesehen und es schoss mir in den Kopf: "Hey, that's where I did the sleeping god canyon" der mit den 80min abseil etc. der total geile... ach was war ich happy. Da es ja damals keine Fotos gab konnte ich zumindest von ausserhalb des Canyongs Fotos davon machen. Happy Mel.
Es ging staetig bergauf mit immer wieder kleinen Tafeln ueber die alte Holzfaeller und Goldgraeberzeiten und wie der Zug damals da den Berg raufgefahren ist etc.
Es war steiler und steiler und anstrengender und anstrengender bis es ENDLICH mal etwas runter ging. Unten angekommen fragten wir uns dann wieso wir uns es angetan habe und nicht vorm runtergehen umgekehrt sind da wir das ja alles gewiss auch wieder rauflaufen muessen.

Dann kamen wir jedoch zum Hydrocamp und machten nach 3 Stunden eine Mittagspause. Da es schon nach 1Uhr war und wir dunkle Wolken aufkommen sahen beschlossen wir, dass 2 Stunden mehr reichen und wir nicht hoch zu den Pinacles laufen. Zwar schade aber Sicherheit geht vor.
Somit ging es zurueck ueber den Kauri Trail der ueberraschenderweise nur bergrunter und geradeaus ging mit einigen Rivercrossings (Happy Mel) und Swingbridges etc. Ganz toll, nur superrutschig und ich hab mich nicht nur einmal beinahe hingelegt.
Superschoene Natuer, der Wald wie aus einem Maerchen. So habe ich mir Neuseeland vorgestellt.
Kurz vorm Ende kamen wir dann noch zu einem Aussichtspunkt den ich auch schon kannte weil wir da damals nach dem Sleeping God Canyon hin sind um noch mal zu sehen wo wir eigentlich waren.
Auf dem Weg von dort zum Auto fing es an zu regnen. Wieder also gutes Timing, denn bei Regen und Sturm haette ich nicht auf fast 800m Hoehe sein wollen.
Auf der Rueckfahrt zum Hostel bin ich dann erst mal eingeschlafen. 2 Tage 5 Stunden wandern macht schon irgendwie muede, aber ich fuehle mich muede und TOTAAAAL super in einem. Wandern ist halt toll, vor allem wenn es hohe Schwierigkeitsgrade sind, wie heute Schwierigkeitsgrad 4-5 laut Karte )
Auf jedenfall werde ich heute gut schlafen und auch jetzt nicht mehr machen als zum Pack 'n Safe laufen und mir neues ekelhaftes Toastbrot kaufen und Tagebuch schreiben.
Morgen geht es dann um 11Uhr los nach Hahei. Also wieder wandern zum Cathedral Grove und danach (oder davor) am Hot Water Beach sitzen. Hoffentlich ist die Gruppe im Bus nett )

© Melanie Kasüske, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Entdeckung besteht darin, etwas zu sehen, was jeder gesehen hat und sich dabei etwas zu denken, was noch niemand gedacht hat. Singapur - Australien - Neuseeland - Suedostasien
Details:
Aufbruch: 25.09.2007
Dauer: 20 Monate
Heimkehr: 07.06.2009
Reiseziele: Singapur
Australien
Neuseeland
Malaysia
Thailand
Der Autor
 
Melanie Kasüske berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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