Ich bin dann mal weg...

Reisezeit: Juli 2014 - Juli 2015  |  von Claudia J.

Guatemala II: Antigua II

10.11.2014: In Antigua laesst es sich wirklich eine Weile aushalten, weil gute Infrastruktur und vom Klima her auch sehr angenehm.
Mit der Schule, also eigentlich der James aus Kanada (ist 83 und macht hier einen Sprachkurs!!!) und der Praktikantin Alejandra haben wir eine Exkursion auf den Friedhof gemacht. Der Friedhof in Antigua unterscheidet sich zu anderen dadurch, dass die Mausoleen und Graeber alle in weiss gehalten sind. Ist schon sehr beeindruckend. Der James hat uns 2 Maedls hinterher auch noch auf ein Getraenk in ein Lokal eingeladen.

Das Leben der Toten existiert in den Erinnerungen der Lebenden

Das Leben der Toten existiert in den Erinnerungen der Lebenden

Auf dem Friedhof in Antigua sind alle Mausoleen in weiss gehalten

Auf dem Friedhof in Antigua sind alle Mausoleen in weiss gehalten

Am Wochenende habe ein Shuttle nach Montericco gebucht, das ist wohl hier der Badestrand der Guatemalteken. Nach ca. 2 1/2 Stunden Fahrt erreicht man die Pazifikkueste, wo ich auch schon ein Hostel fuer eine Nacht gebucht hatte. Johnny's Place, direkt am Strand, mit allem, was man so fuer ein Wochenende am Strand braucht. Eine Bar, ein Restaurant, einfache saubere guenstige Zimmer, ein Pool vor der Zimmertuer. Johnny's Place ist keine reine Backpackerabsteige, hier findet man auch viele guatemaltekische Familien und Leute. Samstags ist hier allerdings fett Party und mit Frueh-schlafen-gehen ist hier nix. Ich habe gleich beim Einchecken die Marie aus Montreal kennengelernt und da wir beide auf unser Zimmer warten mussten, haben wir uns mal ein bisschen den Ort angesehen und uns danach auch noch ein bisschen an den Strand gepflanzt. Danach haben wir ihre Freundin Natalie getroffen, die sie irgendwo kennengelernt hatte und die in Montericco einen Sprachkurs macht. Nach einer ca. 1stuendigen Unterhaltung auf Englisch habe ich dann herausgefunden, dass die Natalie aus Deutschland ist. Dann kam auch noch der Josh aus US dazu, der hier auch einen Sprachkurs macht und dann abhaut nach Xela, um dort Leute auf die Vulkane zu fuehren. Wir sind dann noch auf ein paar Drinks in unserer Bar geblieben und danach wollten die Maedls auf Party. Ich hatte mich fuer eine Tour zu den Schildkroeten angemeldet, und zu einer weiteren um 5.00 Uhr morgens mit dem Boot zu den Mangroven.

Marie y yo

Marie y yo

Sonnenuntergang am Strand von Monterrico

Sonnenuntergang am Strand von Monterrico

Die Maedls und Jungs beim Sportln...ich mit Cocktail auf der Terasse

Die Maedls und Jungs beim Sportln...ich mit Cocktail auf der Terasse

Gleich vor der Zimmertuer gab's einen Pool

Gleich vor der Zimmertuer gab's einen Pool

Ja, dass mit meinen Touren war dann eine sehr spannende Sache. Der Guide hat mich um 8.00 Uhr abends am Hotel abgeholt, um mir die Schildkroeten bei der Eiablage zu zeigen (ich alleine). Wir sind dann so am Strand entlanggegangen und zwar echt mal 30 Minuten stramm gewandert, bevor wir da bei den Schildkroeten waren. Und da warteten 3 andere Jungs bei der Schildkroete, also da war mir im ersten Augenblick nicht so ganz wohl, ich da alleine mit den 4 fremden Guatemalteken alleine an dem Strand. Ich muss ja echt sagen, bisher bin ich ja nie unangenehm belaestigt worden und da zwar auch nicht, aber ich wollte da auch nicht wirklich bleiben. Ich also dem Guide, eine Geschichte erzaehlt, von wegen fusskrank, muss mich ausruhen und morgen so frueh auf usw,. wir also wieder zurueck zum Hotel maschiert und er meinte dann nur, aber die Schildkroete und ich dachte mir nur "Sch... auf die Schildkroete, mir taugt das hier nicht!" Auf jeden Fall, habe ich dann ein bissl zu seinem Familienstand und -verhaeltnisse befragt, um mal zu sehen, was das fuer ein Typ ist. Aber da hat sich dann rausgestellt, dass das echt so eine arme Sau ist und der eigentlich kein Geld hat, um eine Familie zu gruenden und dann tat er mir auch richtig leid. Ich war aber trotzdem froh, wieder im Hotel zu sein.
Um 5 Uhr hat mich der Kerl dann tatsaechlich abgeholt und man glaubt es kaum: Mit dem Fahrrad!!! Ich dachte mir noch so, also wenn das so weitergeht, dann muss ich wahrscheinlich noch zu den Mangroven schwimmen, weil er kein Boot hat. Auf jeden Fall sind wir dann in Richtung Zentrum gegangen und haben da gewartet, weil es sollten noch 2 Personen mit. Da kam dann auch ein Auto mit verdunkelten Fenstern, die Scheibe wurde runtergelassen und der Guide hat mit einem Mann im Wagen gesprochen. Dann sagte er zu mir, ich solle einsteigen, er faehrt mit dem Rad vor. Also ich wollte mir erstmal anschauen, wer denn da im Wagen sitzt, aber da sass dann ein junges Maedl drin und der Papa fuhr das Auto. Mit den beiden habe ich mich dann auch noch sehr nett unterhalten. Wir dann zur Bootsanlegestelle und rausgeschippert und da haben wir dann auf den Sonnenaufgang gewartet. Ich muss schon sagen, dass war dann sehr beeindruckend, auf der einen Seite der Mond und auf der anderen Seite der Sonnenaufgang. Erst war auch alles total still alles es dunkel war und erst mit dem Sonnenaufgang erwachte auch die Natur und kaum Leute da draussen.

Am Mittwoch haben die Maedls der Schule ein Maisfestl veranstaltet und nochmal ein bissl was zur Geschichte des Mais erzaelt und danach wurde dann der Ofen vor meinem Zimmer angezuendet (der Abzug hat nicht funktioniert und in meinem Zimmer hat es gestunken, wie in einer Raeucherkammer) und der Fuser und ich haben dann Tortillas gemacht.
Habe es wieder geschafft, ein paar meiner Fotos irgendwohin zu kopieren, wo ich sie nimmer finde.

Am Anfang der Woche hat in der Schule die Dana aus Deutschland eingecheckt und mit der habe ich mich fuer Donnerstag zu einer Tour nach Guatemala City angemeldet. Und zwar wurde einem da das Projekt "Camino Seguro" vorgestellt. Die Amis, die ich in Flores kennengelernt habe, haben da eine Woche Volunteering gemacht und ich wollte mir dieses Projekt mal ansehen. Und zwar hat im Jahr 1999 eine junge Amerikanerin Guatemala City besucht und Kinder auf der Riesenmuellhalde von Guatemala City arbeiten sehen. Sie hat dann alle ihre Sachen zu Hause verkauft, eine kleine Kirche nahe der Muellhalde gemietet, zu einer Schule umfunktioniert und da erstmal einen Platz fuer 40 Kinder geschaffen, die dann Schulbildung und eine warme Mahlzeit am Tag erhalten haben. Das Projekt ist in den letzten 15 Jahren sehr gewachsen, diese Organisation kuemmert sich mittlerweile um ca. 400 Kinder, deren Schulbildung und deren Familien. 80% der Muetter sind alleinerziehend, sind Analphabeten und so kuemmert sich Camino Seguro auch um die Ausbildung der Muetter.
Wir wurden mit einem Shuttle von Antigua auf den Friedhof in Guatemala City gebracht. Der Friedhof befindet sich ca. 30 Meter ueber der Muellhalde. Von da konnte man die Leute auf der Muellhalde arbeiten sehen. Es hat da oben unvorstellbar gestunken und die Geier kreisten ueber uns. Unvorstellbar, dass Leute da arbeiten koennen. Im Jahre 2005 gab es ein riesiges Feuer auf der Muellhalde und seither ist es Kindern unter 14 verboten auf der Muellhalde zu arbeiten. Die schleichen sich dann halt nachts auf die Muellhalde, da die Muellhalde aber sehr instabil ist, verschwinden da halt auch immer Leute. Auch duerfen die Menschen seither nicht mehr direkt auf der Muellhalde wohnen (keine Ahnung, wie die das da ausgehalten haben).
Die Gruenderin Hanley Denning ist 2007 bei einem Verkehrsunfall in Guatemala City gestorben. Bei einem Bus haben die Bremsen versagt und der ist direkt in ihr Auto gerauscht.

Die Gruenderin: Hanley Denning

Die Gruenderin: Hanley Denning

Die Muetter, die hier unterrichtet werden

Die Muetter, die hier unterrichtet werden

Dana mit einer kleinen Guatemaltekin

Dana mit einer kleinen Guatemaltekin

Die Kiddies lernen hier Hiphop

Die Kiddies lernen hier Hiphop

Lupita y Dana haben Brillen getauscht

Lupita y Dana haben Brillen getauscht

So schaut es auf der Muellhalde aus (das ist ein kleiner Teil)

So schaut es auf der Muellhalde aus (das ist ein kleiner Teil)

In meiner Schule fand zu dieser Zeit auch ein Kurs fuer angehende Spanischlehrerinnen statt und die Leiterin des Kurses, die Monika, hat mich gefragt, ob ich mich als Teststudentin fuer die Lehrerinnen zur Verfuegung stellen wuerde und ihren Unterricht bewerten wuerde. Habe ich natuerlich gerne gemacht. Die Maedls waren echt nervoes, aber haben das dann doch ganz gut auf die Reihe gekriegt. Am Freitag gab es dann noch eine Abschlussfeier fuer die Maedls und ich habe am Vormittag zum Abschied fuer das Schulteam noch eine Torte ausgegeben.

Torte zum Abschied

Torte zum Abschied

Yeni, die Sekraeterin

Yeni, die Sekraeterin

Fuser, Yeni, Flor (Direktorin der Schule), Alejandra (Praktikantin), Aura (Koechin), yo, Humberto, Aura, Leonor (Lehrerinnen)

Fuser, Yeni, Flor (Direktorin der Schule), Alejandra (Praktikantin), Aura (Koechin), yo, Humberto, Aura, Leonor (Lehrerinnen)

Aura y yo

Aura y yo

Bei der Abschlussfeier (Yeni, Monica, Flor)

Bei der Abschlussfeier (Yeni, Monica, Flor)

Die alten und die neuen LehrerInnen

Die alten und die neuen LehrerInnen

Fuser und ich mit den Graduationshueten

Fuser und ich mit den Graduationshueten

Der ewig hungrige Manabu

Der ewig hungrige Manabu

Am Abend ist dann die Hilary aus San Pedro angekommen und wir wollten dann zusammen mit dem Shuttle nach Leon/Nicaragua fahren. Samstag um 2 Uhr morgens sollte es von Antigua Richtung Leon losgehen. Eine 15-16stuendige Reise Richtung Nicaragua. Hasta luego Guatemala!

© Claudia J., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Jahr durch Mittel- und Südamerika und die Karibik.
Details:
Aufbruch: 24.07.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Juli 2015
Reiseziele: Mexiko
Guatemala
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Peru
Kuba
Der Autor
 
Claudia J. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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