Ich bin dann mal weg...

Reisezeit: Juli 2014 - Juli 2015  |  von Claudia J.

Nicaragua: San Juan del Sur II

Fahrt von Balgue nach San Juan del Sur

30.12.2014: In San Juan del Sur, hat mich die Rosa in der Schule schon erwartet. Eigentlich war ja ausgemacht, dass ich im Obergeschoss der Schule in einem Einzelzimmer uebernachte. Die Rosa hat aber ueber Sylvester ihre ganze Schule vollgepackt mit Touristen und so war nur noch ihr eigenes Schlafzimmer frei. Sie meinte dann, da ich ja praktisch "zur Familie gehoere", kriege ich ihr Schlafzimmer, sie muesse da nur ab und an mal rein, da sich ja ihr ganzer Krempel in dem Zimmer befindet. Ordnung ist uebrigens nicht so der Rosa ihre Sache so schaut ihr Zimmer wie eine Rumpelkammer aus. Was soll's, dachte mir, ich brauchte nur ein Bett zum Schlafen und zum Klassenzimmer ist es auch nicht weit. Das einzige Problem, das dann auftauchte, war das Abschliessen des Zimmers: Das Schlafzimmer der Rosa hat eine Tuer vom Zimmer zum Flur und danach zum Klassenzimmer und eine Tuer vom Zimmer zur Kueche und von der Kueche zum Klassenzimmer. Alle Tueren haben so Kofferschloesser an den Tueren und natuerlich jedes Schloss einen anderen Schluessel. Da haben wir dann erstmal eine Stunde damit verplempert, wer den welchen Schluessel fuer welche Tuer bekommt, da die Rosa sehr darauf bedacht ist, alle ihre Tueren zu verschliessen.(Weiss der Kuckuck, warum, ist eh nur Ruempel drin!!) Ausserdem muesste man nur mal fester gegen die Tuer treten und die waere auf.

Das aeusserst interessante Tuer-Schloss-System in Rosas Zimmer Ausserhalb dieser beiden Raeume gibt es natuerlich noch eine Tuer mit Schloss.

Das aeusserst interessante Tuer-Schloss-System in Rosas Zimmer Ausserhalb dieser beiden Raeume gibt es natuerlich noch eine Tuer mit Schloss.

Ich habe ihr dann auch gleich die 200 Flocken bezahlt und das machte mich gleich zu ihrer Lieblingsschuelerin. Im oberen Geschoss hatte sie einen Chaffeur untergebracht und im anderen Zimmer hat mein Lehrer der Oscar uebernachtet, da der wieder mal 3 Schueler pro Tag zu betreuen hat. In ihr Buero hat die Rosa auch kurzerhand, 2 Betten reingestellt und 3 costaricanische Maedls reingepackt fuer 10 Dollar pro Nase und Nacht. Wo sie dann selbst uebernachtet, war mir bis dahin noch nicht klar. Meine Unterkunft ist wieder mit Vollverpflegung, da die Rosa aber nicht die begnadeste Koechin ist, hat sie dem Oscar Geld in die Hand gedrueckt und wir los zum Markt, um dort zu essen. Danach hatte ich mal wieder 4 Stunden Spanischunterricht und dann ging es fuer mich zum Strand. Es gibt einen weiteren Schueler in der Schule, der Unterricht mit der Rosa hat, aber nicht in der Schule wohnt. Und zwar ist das der Steven aus den US, der unter einer bipolaren Stoerung leidet, aber die Krankheit aufgrund von seinen Medikamenten wohl ganz gut unter Kontrolle hat.
Fuer den 31. meinte die Rosa, wir koennten ja schoen was kochen und dann nett zusammensitzen. Ich dachte mir, ja passt. Die Rosa hat am naechsten Tag mal wieder ihre Meinung geaendert. Uebernachtet hatte die Rosa uebrigens auf einer Matratze vor dem Klo. Am Abend meinte sie auf jeden Fall, sie haette Bock auf chinesisches Essen und wir sollten was holen. Wir also los, mit Geld fuer 2 Portionen (wir waren ja aber 4: Rosa, Oscar, Steven und ich). Chinafood ist in Nicaragua im Verhaeltnis echt teuer. Ich also noch 2 weitere Portionen aus meinem Geldbeutel bezahlt und ausserdem noch Wein und Rum gekauft.(Ab diesem Zeitpunkt dachte ich mir: Jetzt hilft nur noch Alkohol:) Chinesenfutter in Nicaragua ist nicht unbedingte die beste Idee. Die wissen wirklich nicht, wie man das kocht!! Ich war schon froh, dass ich genug Alkohol eingekauft hatte! Aber sonst war der Abend ganz spassig, es ist noch die Schwester von der Rosa aufgetaucht (Statur und Aussehen praktisch gleich) und dann noch ihr Bruder aus Jinontega. So hatte ich ein richtiges nicaraguensisches Sylvester. Wir haben uns die Plastikgartenstuehle auf den Gehsteig vor die Schule gestellt, das Treiben auf der Strasse beobachtet und nett auf Spanisch geplaudert. Mit dem Bruder der Rosa hatte ich so einen Spass, der hat sich doch glatt in mich verliebt (hat mir die Rosa am naechsten Tag erzaehlt).Der hat uebrigens auch noch in der Schule uebernachtet, ich habe keine Ahnung, wo sie den noch hingepackt hat.

In Nicaragua ist es ueblich, so lebensgrosse Puppen zu basteln, diesen Puppen alte Klamotten anzuziehen und diese vor die Haustuer zu setzen. Die Puppen symbolisieren das alte Jahr und sind meistens auch mit Feuerwerkskoerpern gefuellt. Um Mitternacht werden diese Puppen auf die Strasse geworfen, mit Benzin uebergossen und angezuendet. Manche von denen gehen ganz schoen in die Luft. Mit diesen Puppen werden die negativen Erlebnisse des alten Jahres verbrannt. Wir hatten einen Logenplatz vor der Schule mit einem Glas Rum in der Hand. Danach bin ich noch ein bissl durch die Strassen von San Juan spaziert, der Ort ist zu Sylvester ein Hexenkessel voller feiernder Leute und es gab auch ein Riesenfeuerwerk. Am naechsten Tag sind dann die Ticamaedls abgereist und eine 7koepfige nicaraguensische Familie ist in das Buero mit den 2 Betten eingezogen.

Die selbstgebastelten Puppen

Die selbstgebastelten Puppen

Rosa, Steven, Schwester von der Rosa, Oscar

Rosa, Steven, Schwester von der Rosa, Oscar

Da zuendelt die Puppe schon

Da zuendelt die Puppe schon

Da geht es los mit dem Feuerwerk

Da geht es los mit dem Feuerwerk

:-

:-

Am naechsten Tag sollte der Oscar etwas fuer uns kochen und da haben wir mal den Kuehlschrank gecheckt. Ich meinte dann nur, das Fleisch, dass da im Kuehlschrank rumliegt, wuerde ich nicht essen, weil das schon "leicht" vergammelt aussah und ich wollte mir da echt keine Lebensmittelvergiftung einfangen. Ich habe ihn dann ueberzeugen koennen, den ganzen Mist in den Muell zu werfen und ich bin dann los und habe noch ein paar Lebensmittel eingekauft. Die Rosa sitzt derweil die meiste Zeit vor der Glotze und schaut sich die Telenovelas an. (Mir kommt es hier vor, als waere ich in einer Telenovela gelandet, jeden Tag gibt es eine neue Folge) Ein Highlight ist es immer, wenn die Rosa mit dem Steven Unterricht hat (4 Stunden am Stueck). Sie hat absolut keine Geduld und er kann sich aufgrund seiner Medikamente nicht wirklich viel merken. Die beiden sind so genervt von einander, dass ist fast nicht zu glauben, aber sie kaempfen weiter.
Am Samstag sind dann die Jenny und der Vadim von der Isla Ometepe nach San Juan gekommen. Seine Freundin, die Christine hat sich mittlerweile von ihm getrennt und so reist er allein weiter nach Costa Rica unterwegs. Ich habe die beiden am Nachmittag am Strand getroffen und wir haben am Abend noch unser Wiedersehen begossen. Die Rosa hat mich uebrigens aus meinem Zimmer ausgeschlossen, da sie wieder mal die Schloesser ausgetauscht hat, GSD bin ich zwischendrin mal heim um zu schauen ob sie daheim ist. Da die 7koepfige Familie mittlerweile abgereist ist, koennte ich zur Not auch auf der Matratze vor dem Klo uebernachten. (5. Folge meiner Telenovela)

Ich bin dann nochmal auf der anderen Seite von San Juan ueber die Huegel gewandert, denn da gibt es nach ca. 1/2 Stunde Fussmarsch einen kleinen Leuchtturm und ausserdem hat man von dem Huegel einen schoenen Blick ueber San Juan und die suedlichen Straende. San Juan hat natuerlich auch dieses Mal wunderschoene Sonnenuntergaenge zu bieten.

Aussicht Richtung San Juan

Aussicht Richtung San Juan

Ausblick auf die Jesusstatue

Ausblick auf die Jesusstatue

Die Bucht von San Juan

Die Bucht von San Juan

Am Leuchtturm

Am Leuchtturm

Die Straende suedlich von San Juan

Die Straende suedlich von San Juan

Die letzten Tage in San Juan waren dann noch ganz interessant, da die Rosa in eiliger Mission weg musste. Die Rosa hat einen Sohn, der ist ca. 28 und lebt in den Staaten und ist verheiratet mit einer Amerikanerin, der Kelly, die ist ca. 48. Mit der hat er eine Tochter, die Madeleine, die ist 5, lebt aber bei der Kelly in San Juan, da die beiden mittlerweile getrennt leben. Die Kleine ist auch ganz oft bei der Tochter von der Rosa, da die Kelly wohl ganz gerne feiert. Die Kelly und die Rosa verstehen sich so ueberhaupt nicht und streiten sich somit auch um die Kleine und das Sorgerecht. Die Rosa hat nun gehoert, dass die Kelly mit der Kleinen nach Kolumbien abhauen will und hat sich kurzerhand entschlossen, die Kleine zu kidnappen. Bevor sie abgefahren ist, mussten wir natuerlich nochmal alle Schloesser tauschen und dann war die gute Frau dahin. Zum Zeitpunkt meiner Abreise, war sie noch nicht wieder zurueck, deshalb habe ich auch keine Ahnung, wie diese Geschichte ausgegangen ist. Es gab am 6. auch noch eine Parade zu Ehren der 3 Heiligen Koenige in San Juan. Die Koenige kamen zu Pferde.

Die kleinen Koenige...

Die kleinen Koenige...

...und die Grossen

...und die Grossen

Kirche von San Juan

Kirche von San Juan

Der Strand am Morgen

Der Strand am Morgen

Fischerboote in der Frueh

Fischerboote in der Frueh

So ein schoenes Land! Hasta luego Nicaragua!

So ein schoenes Land! Hasta luego Nicaragua!

© Claudia J., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Jahr durch Mittel- und Südamerika und die Karibik.
Details:
Aufbruch: 24.07.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Juli 2015
Reiseziele: Mexiko
Guatemala
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Peru
Kuba
Der Autor
 
Claudia J. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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