5 Wochen Canada West

Reisezeit: Juli / August 1993  |  von Herbert S.

Vancouver Island

Mittwoch, 15.07.93 (7. Reisetag)
Heute bekommen wir - bei strömendem Regen - Breakfast im Restaurant, nur den Kaffee müssen wir selbst bezahlen (der wird aber teuer, da Ulrike den Kaffee aufmüpfen will und danach das Glas Kaffeepulver stehenläßt). Wir wollen bis Parksville und dann in die Berge. Da es aber verhangen ist, gucken wir Indianerkunst-Shops, gehen in Duncan in das Indian Heritage Center (6$/p), wo es außer ein paar Verkaufsausstellungen nur einen Film und zwei Totempfahlschnitzer zu sehen gibt.

Dafür bietet aber der Ort Duncan einen auf dem Pflaster markierten Rundweg (wie in Boston), der an allen Totempfählen des Ortes vorbeiführt.

Inzwischen ist die Sonne wieder voll erschienen, und beim Besuch des B.C. Forest Museums haben wir tolles Wetter, machen einen Bummel übers Gelände und fahren mit der Narrow Gauge Railway.

Kurz vor Nanaimo schauen wir uns noch den Petroglyph Parc an.

Da es schon 15.00 Uhr ist, beschließen wir, auf den Abstecher in die Berge zu verzichten. In Parksville sind uns die Motels zu teuer, nach Erkundigung bei 6-7 Motels fällt der Entschluß, noch bis Courtenay-Comix zu fahren. Dort finden wir dann in der Economy Inn wieder preiswertere Zimmer. Auf Empfehlung des Motelwirtes gehen wir ins Old House zum Essen. Die beiden Ladies essen frische Seezunge und ich Cajun Local Prawns. Alles toll!! Da ich noch einen alkoholisierten Kaffee trinke, muß jemand anders fahren. Auch Ulrike bietet sich an, wird jedoch von mir darauf hingewiesen, daß sie z.Zt. als mothballed driver einzustufen ist. Beim Tanken bekomme ich noch einen Gutschein für einen tollen Mug - der Sprit hier ist mit 39,9 cts/l erheblich billiger als anderswo, bisher bis zu 52,9 cts/l.

Donnerstag, 16.07.93 (8. Reisetag)
Als wir die Vorhänge aufziehen, gießt es! Gerade zum Koffereinladen hört es mal auf. Die Fahrt nach Norden bringt erst jetzt Landschaft, wie ich mir Vancouver Island vorgestellt habe: einsamer Highway durch Wälder in hügeliger Landschaft.
In Sayward wollen wir unseren 2. Kaffee nehmen, aber dort gibt es weder Tankstelle noch Café. Dafür aber sehen wir die Holzcompany bei der Arbeit.

Riesenbagger werfen Baumstämme in ein Gerüst, eine andere Maschine macht ein Band um ein großes Paket Baumstämmme und läßt es ins Wasser rutschen. Dort wartet ein Minischiff mit starkem Motor und Zackenreihe vorne und manövriert das Paket in die richtige Position. Dann werden die Pakete wieder aneinandergebunden und über das Wasser zum Sägewerk gezogen.

50 km weiter finden wir endlich unseren Kaffee in Woss. Kurz nach dem Baumstamm-Picnic kommt ein Schäferhund, Ulrike flüchtet ins Auto, der Hund stupst Christel an und wirft ihr ein Stück Holz zum Spielen hin. Erst später entdeckt Ulrike - wieder draußen - einen Deckel mit der Aufschrift 'give your dog a happy smile'. Weiterfahrt durch Wälder, es regnet inzwischen nicht mehr.

Am Nachmittag lohnt sich ein Abstecher nach Beaver Cove - einem weiteren Holzverladungsort - und nach Telegraph Cove - einem Ort mit Stelzenhäusern und den Schiffen zum 'Killerwal'-Beobachten.

Stelzenhäuser

Stelzenhäuser

hier werden die geangelten Fische noch ausgemessen!

hier werden die geangelten Fische noch ausgemessen!

In Port McNeill gibt es nichts zu sehen, meine beiden Damen sind müde und machen ein Nickerchen, während ich mich im Radio Shack nach einem CB-Funkgerät erkundige. Bis Port Hardy ist es nicht mehr weit.

Nach dem Einchecken ins Seagate Hotel (wir haben vorgebucht), wird beschlossen, heute abend auf dem Zimmer zu essen. Nur sind die beiden Damen wegen des Nieselregens nicht willens, lange nach einem Laden mit 'smoked salmon' zu suchen. Dafür erstehen wir allerdings - diesmal eine stabile - Ice Chest, da unsere Styroporbox schon seit zwei Tagen leckt und das Elefantenklopapier zu Feuchttüchern verwandelt hat. Dann werden nach dem Abendessen (Camembert, Cheddar Cheese) Frühstücksbrote geschmiert und Rotwein mit Tacochips und Japaleno-Dip gefuttert.

© Herbert S., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Lange haben wir überlegt, ob wir zu dritt ein Wohnmobil mieten, uns letztendlich aber doch entschlossen, mit Motel und Mietwagen zu reisen, damit wir uns nach 5 gemeinsamen Wochen noch 'riechen' können. Trotzdem kann ich auch das Wohnmobil empfehlen, wenn man denn zu Zweit oder mit Familie reist.
Details:
Aufbruch: 08.07.1993
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 11.08.1993
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Kanada
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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