Von der Schweinebucht nach Con Dao

Reisezeit: Juni 2009 - April 2010  |  von Trude M. Hippo

Die ersten Tage auf Gomera: Die erste Woche ist vorbei

10.06.09
Hallo, hier ist wieder eure Trude.
Heute bin ich besser drauf. Ach, was geht`s mir gut!!! Wenn ich die beiden Bekloppten seh`, muss es einem einfach gut gehen. Sind die doch gestern tatsächlich auf die Idee gekommen, morgens schon zu joggen. Lili ist bereits um 8:30 losgelaufen und hat sich zu den
Ex-Baghwan-Jüngern von Argayal gequält, um anschließend im Hafen mit den Haien zu schwimmen. Erst die Hitze beim Joggen und dann die Kälte des Meeres, uih, uih, wie schaurig. Aber wenn man dabei zuschauen kann, kommt einem schon die Schadenfreude hoch. Marco meinte, er müsse danach fünf Kilometer über La Playa nach Calera und zurück laufen - teilweise bergauf. Total bekloppt! Na, wenigstens die Lili zeigt sich noch klug: Hat sie doch Marco nach dem Frühstück (Resteessen vom gestrigen Chinesen) zum Wohnung putzen verdonnert. Der Arme durfte die ganze Butze schrubben, inklusive der mittlerweile total verdreckten Sonnenterrasse. Und ich habe ihm dabei zugesehen, hi, hi. Die kleinen Nervensägen schliefen derweil, während Lili im Internet ihre Mails checkte. Ich lag, wie ihr sehen könnt, genüsslich auf meiner Liege und sonnte mich. Ach was kann das Leben doch schön sein.
Bis bald Eure Trude

Fünf Minuten später:
Ich weiß ja nicht, was Lili und Co hier im Valle Gran Rey wollen? Jeden Tag baden, im Cafe` sitzen und diese schwarze Plörre trinken, das kann es doch nicht sein! In Vueltas hat die Hälfte der Läden geschlossen, gleiches in La Playa und Calera - es ist nicht grade Hochsaison. In die Kneipen - haben wahrscheinlich auch geschlossen - gehen die beiden eh nicht. Aber ein 60-Studen-Ticket für das Internet haben sie sich schon besorgt. Na klasse, dafür lohnt sich der Trip nach Gomera natürlich - Internetsurfen auf Gomera - da muss man mal drauf kommen.
Die Kleinen sind da schon kreativer: Lassen sich in so einem Saftladen einfach ein paar Erdbeeren schenken und schnabulieren diese genüsslich weg.

Grade kommt Lili vom Internetshop mit anschließendem Shopping zurück. Hat sie doch glatt eine Packung Ohrenstäbchen für Marco ergattert. Hui, da freut sich aber einer, wie ein kleiner Schneekönig - auf der heißen Sonnenterrasse. Dann fragt sie: Und, hast du auch noch ein bisschen Zeit für dich gehabt? Hat er, hat er, fünf Minuten lang! Dafür glänzt jetzt die Wohnung. Ich habe beinahe vor Lachen in die Tischkannte gebissen, wollte dafür aber nicht von meiner Liege aufstehen.
Es grüßt Euch Eure Trude

10 weitere Minuten später:
Einheftiger Streit ist entbrannt: Lili meint, sie müsse im Supermarkt auch noch ein Babyplantschbecken kaufen. Marco sagt, 8 Euro sei viel zu teuer für die Kinder. Deshalb müsse nun der für morgen geplant Ausflug nach San Sebastian ausfallen, weil nun diese 8 Euro fehlen und wir jetzt kein Geld mehr für Benzin haben. Lili meinte zwar, die Kinder würden sich darüber freuen, dies konnte Marco aber gleich widerlegen, indem er den Kindern das Plantschbecken (noch in der Schachtel verpackt) in die Hände drückte. Yara interessierte sich gar nicht dafür und Lia schmiss die schwere Schachtel gleich wieder auf den Boden. Ich muss nun folgendes dazu sagen: Ich finde, ein gutes hat so ein Babyplantschbecken. Denn nun müssen wir überhaupt nicht mehr an diesen schwarzen Sandstrand gehen, sondern können fortan auf unserer Sonnenterrasse bleiben - eine große Arbeitserleichterung!

Drei Eimer Wasser später:
Yara und Lia springen nackig in die Fluten. Große Überschwemmung! Mir schwant schon böses, denn wie ich diese jungen Eltern kenne, erkennen sie die Gefahr nicht. Und schwups ist es auch schon passiert: Lia krabbelt aus dem Pool und glitscht auf den spiegelglatten Fliesen aus, schlägt mit dem Kopf auf und brüllt, wie am Spieß. Yara will auch gleich heraus. Wer hält nun das Kind fest, wer tröstet das andere. Ohne ihre mitdenkende Trude wären diese nichtsnutzigen Eltern aufgeschmissen. Geistesgegenwärtig rufe ich per Handy die Feuerwehr und den Krankenwagen......
Ok, die Phantasie ist mit mir durchgegangen, es ist ja gar nichts passiert. Aber glatt war`s schon! Und Geschrei gab es auch: Denn als das schöne Baden dann beendet werden sollte, weil die Kinder bereits blaue Lippen bekamen, war diesen das gar nicht recht. Großes Gezeter!

© Trude M. Hippo, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am 04.06.2009 geit los: Der Flieger ins Kanarenmekka Teneriffa kappt die Taue und legt ab. Gomera ruft uns! Was werden bloß die Kinder dazu sagen. Egal! Denn es kommt noch schlimmer: Sieben Monate in Thailand, Vietnam, Kambodscha und Laos. Trude wird`s schon richten. Wir verlassen uns auf sie.
Details:
Aufbruch: 04.06.2009
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 15.04.2010
Reiseziele: Spanien
Thailand
Vietnam
Kambodscha
Laos
Der Autor
 
Trude M. Hippo berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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