Wer braucht ein Ziel, um anzukommen?

Reisezeit: November 2021 - April 2022  |  von Katja Jäger

Negativ ist das neue positiv

Langsam trocknendes Silikon...

Wie wir uns den ganzen heutigen Tag gefühlt haben, könnt ihr vielleicht nachvollziehen, wenn ihr an eure Abi Prüfung, euer Scheidungsurteil oder an die letzte Heizkostenrechnung denkt...

Stunde um Stunden habe wir eigendlich nur gewartet, bis wir um 16.30 irgendwo unseren so verdammt wichtigen Antigen Test machen können.
Gegen 12h sind wir von unserem letzten Hotel zum vorerst allller letzten Hotel gelaufen und haben somit nicht nur einen Aligator im Flussbett gesehen, sondern auch eine Apotheke passiert die Antigen- Tests macht.
Wir haben angefragt, ob wir später vorbei kommen können....Wäre kein Problem, aber mit Termin.

Also haben wir nach einer kurzen  Lagebesprechnung unser Gepäck im Hotel abgelegt und einen Termin  für 16.33 und 16.38 vereinbart.

Die 3 Stunden bis dahin zogen sich wie langsam trocknendes Silikon....obwohl wir lecker im  Yachthafen von Puerto Vallarta essen waren, ging  die verflxte Zeit nicht rum.

Der Plan war...für den Fall eines positiven Tests laufen wir die 2.6 km zurück zum super spartanischen Testzelt beim Walmart versuchen dort unser Glück.

Aber erst einmal wollten wir mit der Testperson in der Apotheke reden.
Überpünktlichst kamen wir dort an.
Mangles deutscher Organisation wußten wir nicht, ob wir uns direkt beim Testen anstellen sollen oder erst in der Apotheke die Tests bezahlen mussten.
Also haben wir uns aufgeteilt, die Eine wartetet in der Bezahlreihe, der Andere in der Testreihe.
Nach -für mexikansiche Verhältnisse - kurzer Wartezeit war klar: erst zahlen- dann testen!

Sobald gezahlt wurde, durften wir zum Doc rein.

Katja war die Erste um 16.33 und bat, gemäß vorheriger eheinterner Absprache, um eine kurzes Arzt/Patientin Gespräch.

Katja trug kurz und knapp vor, dass beide wissentlich mit Corina inviziert gewesen sind, aber seit 6 Tagen keine Symptome mehr hätten ( flunkter, flunker) und morgen dringend mit einem negativen Test Heimreisen müssten.

Die mehr als kurze und noch mehr als knappe Antwort des Arztes war: es gibt positiv und negativ....zwischen  drin gibt es nichts.
Wenn negativ, dann könnt ihr morgen fliegen.
Wenn positiv, dann müsst ihr im Krankenhaus einen Attest für Fluggesellschaft holen. In 20 Minuten könnt ihr das Testergebnis abholen.

Der Teststab wurde bis in den Frontallappen gebohrt, der nächste bitte!!!!
Danke fürs Gespräch, Doc!

Dies waren die aller, aller, aller, aller, aller, längsten 18 Minuten, die wir je in einem Starbucks gesessen haben.
Bei der erneuten Ankunft in der Apotheke kam der Arzt sofort raus geschossen, drückte uns 2 Zettel in die Hand, sagte:
ihr seid beide negativ, passt auf euch auf, tschüss!

Wir konnten es nicht glauben, da wir mit mindestens einem positiven Test gerechnet hatten. Zwischenzeitlichen hatten wir schon überlegt, in welches Testzentrum wir danach gehen und bei einem erneut positiven Ergebnis... wie wir die Tage bis zum negativen Test und neu gebuchten Heimflug verbringen, mit welcher Fluggesellschaft wir überhaupt  fliegen wollen und und und.

Das war der reinste psycho Terror...und dann heisst es auf einmal, dass wir beide negativ sind. Krass!!!!!!

Vielleicht war das auch mal wieder Karma...Als Katja in der Apotheke anstand um zu bezahlen, fragte eine der Angestellten verzweifelt, ob eventuell jemand englisch spricht, da ein Gespräch mit einem Kunden aus Amerika nicht so ganz rund lief.

Katja bejahte dies und half kurz aus, da es ihr eh grad langweilig war.
Der Opikunde suchte etwas gegen seinen schmerzenden Arm, die Apothekerin ( wir erinnern uns an Thorstens Sonnenallergie Salbe) empfahl eine wärmende Salbe. Der Opi wollte eine kühlende Salbe.
Auf der Theke lag bereits eine kühlende Salbe,  eine wärmende Salbe und eine beruhigende Salbe. Daher entschloss Katja spontan, dass eine beruhigende Salbe genau das richtige wäre und alle Beteiligten waren zufrieden!

Den Rest des Abends verbrachten wir mit einer nicht zu schädlichen Menge an mexikansichen Erfrischungsgetränken am Hafen. Die Sonne ging ein letztes Mal nur für uns unter und wir realisierten so langsam, daß dies das Ende unserer Reise ist.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Sicher ist, dass wir bald möglichst wieder nach Puerto Vallarta, San Pancho und Sayulita zurück kehren möchten.
Es gibt noch viele andere Ecken zu erkunden. Wir haben das Land,  die Leute und die Kultur schätzen gelernt. Und die Langsamkeit und Trägheit oft genug verflucht!!!!

Aber wir kommen sicher wieder, ohne Corona im Nacken und Stäbchen in der Nase.

Morgen Nachmittag fliegen wir nach Los Angels, am nächsten Mittag geht's weiter nach Barcelona! Home sweet Home!

Mit der Hoffnung, daß ab hier alles glatt läuft, sagen wir TSCHÜSS, Adios und Danke!
Danke, das ihr wieder mit uns gereist seid!
Danke, fürs Weiterleiten der Geschichten (an friends and family) die das Leben schrieb.
Danke, für die aufmunternden Worte per WhatsApp und Email, wenn es mal echt Kacke lief.

Bleibt gesund ....

Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben ihnen zu folgen

© Katja Jäger, 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
USA wir kommen, aber nicht um zu bleiben! Am 8.11. 21 gehts los, die Heimkehr ist noch ungewiss, aaaaaber vor Ostern ( jaja: 2022)
Details:
Aufbruch: 08.11.2021
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 18.04.2022
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Katja Jäger berichtet seit 30 Monaten auf umdiewelt.
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