Wer braucht ein Ziel, um anzukommen?

Reisezeit: November 2021 - April 2022  |  von Katja Jäger

Mode und andere Hindernisse

Wir und sämtliche Teile des Monstertruck haben die kalten Tage soweit gut überstanden. Die letzten 2 Tage waren wir wieder sehr alleine nachts. Man merkt, dass dies nicht die Hochsaison  ist.
Vorletzte Nacht haben wir wild im Wald gecampt und haben vorsichtshalber  immer mal wieder alle Wasserhähne und die Pumpe laufen lassen, damit nix einfriert.

Nach dem Sonnenaufgang sind wir etwas müde zum sightseeing aufgebrochen.
Diesmal war es aufgrund der Kälte nicht nur  SS  《Speed Sightseeing》, sondern auch noch  JSS 《Jogging Speed Sightseeing 》
Der blaue Himmel und die Sonne über uns trügt!
Wir tragen ca. die Hälfte unseres Winter und Trekking Kleiderschrankes am Körper, incl. Stulpen, Handschuhe und Kopftuch zzgl. Kapuzen der Jacken.
Manchmal zweifeln wir an uns, manche Einheimischen tragen kurze Hosen oder ( im schlimmsten Fall allerdings UND ) Flipflops.

Wir können doch nicht solche Weicheier geworden sein oder?
Manchmal vergessen wir nach der Fahrt im warmen Monstertruck wieder diverse Schichten Klamotten drüber zu ziehen. Zum Beispiel wenn wir mal wieder tanken müssen.
Dann geht Thorsten auch schon mal im recht oberkörperbetonten Trekkingoberteil in den Truckstop zum bezahlen.
Dort trifft er dann auf die eingeborenen Trucker..die tragen modischerweise grosskarrierte Hokzfällerhemden zu ihren Shorts.
Die Blicke die er in dieser Situation ( die für die Verfasserin des Textes am lustigsten ist) zugeworfen bekommt sind eine Mischung aus " bist du der neue Ballettlehrer " und " 1940 hätte es dich bei euch nicht gegeben".

Erst gestern wieder so erlebt, als wir auf dem Weg zu heißen Quellen waren. Der Weg war, sagen wir mal so, genau so, wie er nicht hätte sein sollen, für einen RV mit 6 Reifen auf 8 Metern Länge.

3 Meilen Schlaglöcher an Schlaglöcher, Pfützen an Pfützen.
Da wir aus den o.g. eh nicht hätten umdrehen können und weil wir unbedingt wenigstens einmal zu den Quellen wollten, haben wir es durch gezogen.
Dort angekommen wunderten wir uns schon ein bisschen über die vielen etwas runter gekommen Autos und auch Vans.
Wir haben 4 der noch vorhandenen Parkplätze eingenommen  und uns auf dem mühseeligen Weg über Stock und Stein, Berg hoch und Berg runter, durch Matsch und gefrorene Pfütze gemacht.

Noch bevor wir den Schwefel Rochen, hörten wir Musik?!?!
Dann sagen wir auch die Ursache.... die 4 oder 5 Becken wurden von Neuhippies und Langzeittravelern, rumspringenden Mischlingstölen uns einem verliebten Pärchen belegt. Bierdosen, Musik und Joints für alle versüssten den Morgen.
Einen kurzen, warte...einen sehr, sehr kurzen  Lichtblick gab es dann doch.
Einer dieser natürlichen und schön warm dampfenden Pools war nur mit einem Mann belegt.
Allerdings mit einem behaarten, nackigen Mann. Puuuuuuuuuuuhhhhhh, eng anliegendes Oberteil hin oder her, warmes Wasser bei der Kälte toll ....aber in einer Badewanne mit ihm?!?!? Noooooo way!!

Wir waren uns einig: die 2 kaputten Gläser war dieser Ausflug nicht wert. Aber wir fragen uns immer noch, wie wir es geschafft haben, dass der Eierkarton im Kühlschrank auf dem Kopf liegt, aber nicht eines der 12 Eier kaputt ist!?!?
Wahrscheinlich weil es glückliche Eier waren.

Wir waren heute morgen auch glücklich, weil die Nacht um die 2 Grad warm war.

Nach unserem früh morgendlichen Spaziergang sollte unsere nur  76km lange Tagestour direkt ans Meer gehen.

Da für heute Schnee angekündigt war und in der Landkarte explizit stand, dass der 5700 Fuss hohe Pass im Winter geschlossen ist, wollten wir vor der Abfahrt gerne genauere Infos bzgl. der Strassenkonditionen.

In unserer 34 Seelen Dorf Tankstelle fragten wir die soeben -legalerweise in Oregon- frisch bekiffte Mitzwanzigerin, ob sie uns bzgl. der Schneeverhälntisse am Pass weiter helfen könnte.
Aus einer anderen Sphäre antwortete sie, daß sie vor einem Monat noch dort gefahren wäre.
Danke fürs Gespräch und die tagesaktuelle Auskunft!

Wir hätten weitere 33 Dorfbewohner Fragen können, wir entschieden uns allerdings für den sicher-ist-sicher Umweg.
Und waren somit 3 x solange, aber 4 x sicherer unterwegs.

Erst in Oregon Richtung Süden, über die Grenze nach Californien, ein paar Meilen Richtung Meer und dann wieder an Oregons Küste Richtung Norden.

Und als wir mal wieder Handy Empfang hatten, sahen  wir, das der angekündigte Schnee gerieselt ist!
So sahen wir auch während der Fahrt einige schneeschwangere Wolken in den Gebirgen die wir hätten durchqueren müssen.
Natürlich bekommen wir diese in Form von Regen ab , aber immerhin bei ca. 14 Grad plus.
Und, wir haben seit eben den rauhen Pazifik vor unserer Haustüre.
Bevor wir von unseren Harris Beach State Park (im Wald und am Meer ) zum Waschsalon  gelaufen sind, haben wir uns noch schnell mit der Verhaltensweise im Falle des zusammentreffen mit den hiesigen Wildtieren vertraut gemacht.
Die nachtaktiven Stinktiere in Ruhe lassen und weggehen, Pumas in die Augen gucken, Bären wiederum nicht. Immer krach machen und sich auf jeden Fall wehren, im Falle eines unwahrscheinlichen Angriffes!
Ok, ist abgespeichert und wird hoffentlich im unwahrscheinlichen Fall aktiviert.

© Katja Jäger, 2021
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Die Reise
 
Worum geht's?:
USA wir kommen, aber nicht um zu bleiben! Am 8.11. 21 gehts los, die Heimkehr ist noch ungewiss, aaaaaber vor Ostern ( jaja: 2022)
Details:
Aufbruch: 08.11.2021
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 18.04.2022
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Live-Reisebericht:
Katja schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Katja Jäger berichtet seit 25 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/12):
Schneeflocke 1637946715000
BERICHT GELESEN UND FÜR SUPER GE­FUN­DEN!!!!!!!!
Schneeflocke 1637783738000
Hallo Weiche­ier, haltet die Ohren steif. Nachts Fenster schlie­ßen­,Eich­hörnchen mögen Nüsse.!!!
Liebe Grüße Schneef­locke
Marta-Chipi 1637670553000
Leía y con la tra­duc­ción au­tom­áti­ca he tenido que leerlo dos veces! ya estaba pen­san­do lo peor con la mochila negra! menos mal que todo está bien!
A dis­fru­tar con el a­par­ta­men­to de lujo con ruedas!
Que sigan las a­ven­tu­ras, amigos!