TimeOut in Südamerika

Reisezeit: April - August 2008  |  von Beatrice Feldbauer

Woche 16 26.Juli-1.Aug. 2008: Feria

Heute Nachmittag bin ich mit Reyna und der kleinen Julissa unterwegs. In den Ruinen des Kapuzinerinnenklosters ist eine Kaffeeausstellung. Alle Kaffeeplantagen der Gegend haben einen Stand, an dem man ihren Kaffee degustieren kann. Guatemala ist Kaffeeland und vor allem hier rund um Antigua wird Kaffee angebaut. Reiner Arabica-Kaffee. Wir probieren da einen Espresso, riechen dort an frisch gerösteten Bohnen und selbstverständlich kaufen wir auch etwas ein.

Bei Fernandos kann man Kakao kaufen. Gemahlen oder in ganzen Bohnen. Er hat eine neue Spezialität kreiert: Schokoladekugeln mit geschälten Schokoladebohnen in der Mitte. Schmecken wunderbar, sehr apart und exklusiv. Selbstverständlich muss ich auch davon etwas einkaufen. Hoffe nur, dass das mit dem Übergewicht im Koffer nicht zu schlimm wird.

Weil gestern hier eine Blumenausstellung stattfand, sind auch die verschiedenen Blumenarrangements noch aufgestellt. Wunderschöne Kreationen mit allen möglichen exotischen Blumen.

Wir bummeln weiter und kommen zum Mercado de Artesania, der vor einer anderen Ruine stattfindet. Und obwohl ich glaube, schon alles zu kennen, was hier angeboten wird, finde ich immer wieder etwas, das ich noch nie gesehen hatte. Reyna hat Recht wenn sie sagt, dass sogar sie jedesmal wieder etwas Neues entdeckt.

Beim Arco spielt eine kleine Band auf der Strasse. Es ist ein Vater mit seinen kleinen Söhnen. Während der älteste sehr konzentriert auf der Marimba spielt, schläft der mittlere mit dem Schlagzeug fast ein. Der Kleinste aber hockt an der Mauer und bewegt nur noch wie zufällig seine beiden Rasseln. Wer weiss, wie lange die Gruppe schon hier steht und für die Passanten spielt.

Es sind immer noch viele Menschen in der Stadt. Überall ist etwas los. Im Kulturzentrum führen junge Leute ein Theater auf. Sie zeigen, wie die Brautschau in den ländlichen Gegenden abläuft. Mit verschiedenen Besuchen des Bräutigams bei den Brauteltern. Mit Eltern und Grosseltern. Es sind langsame und vor allem sehr lang dauernde Aufführungen. Ich mag hier nicht zu lange stehen bleiben. Habe bei solchen Vorführungen schon Stunden verbracht.

Wir schlendern darum weiter und kommen endlich zum Rummelplatz. Schon von weitem sieht man das Riesenrad und selbstverständlich ist das auch unser erstes Ziel. Ganz langsam steigen wir in unserer Gondel hinauf. Wunderbar ist die Aussicht über die Stadt und die verschiedenen Karussells. Als alle Gondeln gefüllt sind, fängt das Riesenrad erst richtig an sich zu drehen. Und zwar ziemlich schnell.

Ich hab noch nie ein Riesenrad gesehen, das sich so schnell gedreht hat. Julissa jauchzt vor Freude und auch Reyna und ich jauchzen mit. Oder sind es vielleicht doch eher Angstschreie? Jedenfalls schaukelt unsere Gondel ganz schön, während das Karussell sich immer schneller dreht. Und dann bleibt es stehen und wir glauben bereits, dass die Fahrt jetzt zu Ende ist. Aber weit gefehlt, jetzt dreht es sich rückwärts und der ganze Spass fängt noch einmal von vorn an.

Als nächstes gehen wir zum Autoscooter. Und dann zur Sesselbahn und zur Wilden Raupe. Die ist nicht ganz so schnell wie die wilde Maus, aber immerhin. Nach dem Pulpo bin ich fix und fertig. Bin froh, dass wir vorher nicht noch was gegessen haben, denn in meinem Kopf und zum Teil in meinem Magen dreht sich alles.

Reyna hat nach dem Riesenrad nicht mehr mitgemacht, aber Julissa ist hell begeistert. Trotzdem ist es jetzt Zeit, nach Hause zu gehen. Wie praktisch, dass Rigoberto gerade in diesem Moment anruft und fragt, wo wir seien. Er hat soeben Schluss gemacht im Büro und fährt uns zurück nach Jogotenango.

Julissa

Julissa

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nicht Nichtstun steht im Mittelpunkt. Sondern etwas tun, wofür im normalen Alltag zu wenig Zeit bleibt. Meine beiden Leidenschaften Reisen und Schreiben möchte ich miteinander verbinden. Und wenn mich dabei jemand begleitet, umso schöner. Es sind vor allem Geschichten, die ich erzähle und erst in zweiter Linie Beschreibungen von Orten und Gebäuden. Ich möchte versuchen, Stimmungen herüberzubringen. Feelings, sentimientos. Wenn mir das manchmal gelingt, ist mein Ziel erreicht.
Details:
Aufbruch: 12.04.2008
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 03.08.2008
Reiseziele: Uruguay
Brasilien
Paraguay
Argentinien
Chile
Bolivien
Peru
Guatemala
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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