Wenn nicht jetzt wann dann

Reisezeit: April 2008 - September 2009  |  von Sabine Salcher

Australien: 23. Broome bis Karijini NP

12.10 Somewhere hinter Geikie Gorge NP - Broome
(Tag 168 / 74)

Nachdem unser Zelt steht stuerzen wir uns erstmal in die Fluten. Badewannentemperatur. Genau richtig fuer Binchen. Den restlichen Tag verbringen wir mit chillen. Schwimmen, schlafen, in der Sonne oder im Schatten doesen, lesen, Musik hoeren, essen und wieder schwimmen. Erst zum Nachmittag hin werden wir wieder ein wenig aktiver, dann wenn Severine entscheidet, dass ich dringend einen neuen Haarschnitt brauche. Und da ich mir einen teueren Friseurbesuch nicht leisten kann legt Severine Hand an. Am Anfang bin ich sehr skeptisch. Ich habe da so meine Erfahrung als Kind gemacht. Mit ins Ohr schneiden und so, ne Ma!

Aber sie macht es phantastisch und ich bin stolz wie Oskar als ich mich schlisslich im Spiegel betrachte. So einfach bekommt man das Uebersmilen! Wir wollen die Gunst der Stunde nutzen und heute gross ausgehen. Sofern das denn hier moeglich ist. Es ist also rausputzen angesagt. Zur feier des Tages wollen wir heute mal nicht kochen, sondern leisten uns einen Besuch beim Pizza Take Away, die wir dann bei Mc Donalds essen. Das muss man auch erstmal bringen. Essen wonders kaufen und dann bei MC D. essen. Danach machen wir uns auf die Suche nach DER Party in Broome und muessen feststellen, dass das an der Westkueste gar nicht so einfach ist. Wir waren davon ausgegangen, dass Broome DER Ort fuer Partymachen ist aber es stellt sich als schwierig heraus. Ein wenig enttauescht, aber trotzdem noch gut drauf, gehen wir in einen Pub und siehe da: Livemusik. Der Laden ist zwar komplett leer und bis auf uns sind vielleicht noch 10 andere da, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Im Laufe des Abends fuellt es sich ein wenig, aber von VOLL ist der Laden weit entfernt. Es dauert aber nicht zu lange bis wir uns denken "Na und? Dann machen wir halt alleine Party." ... und stuermen die Tanzflaeche. Die Band ist begeistert und wir sind gegeistert von der Band. Es ist ein traumhaft schoener genialer Abend. Einer dieser wo man denkt "Ich kann fliegen..." Ein weiterer Schritt vom kleinen Babyshark in die grosse weite Welt... Mir geht es dermassen gut, dass ich mich um Mitternacht nochmal in die Fluten des Indischen Ozeans stuerze. Man, was ist das Leben schoen.

13.10 Broome (Tag 169 / 75)

Beim Fruehstueck geht es mir nach wie vor gut. Leider haellt das jedoch nicht den ganzen Tag an. So hoch wie ich gestern geflogen bin, so tief falle ich heute. Nach zehn Tagen checke ich zum ersten mal wieder meine emails und falle von einer Hiobsbotschaft in die naechste. Der Internetbesuch reisst mir den kompletten Boden unter den Fuessen weg und das einzige was ich noch will ist meine Ruhe und heulen. Es dauert allerdings eine kleine Ewigkeit bis mir dazu die Gelegenheit gegeben wird. Zunaechst muss ich auf die anderen warten, da jeder etwas anders machen wollte und wir uns entsprechend verabredet haben. Ich laufe wie ein angeschossenes Tier durch Broome und mache Frustshopping. Dinge, die ich bis heute nicht benutzt habe! Danach machen wir uns auf den Weg zum Strand wo wir unseren Lunch haben wollen. Also weiteres warten. Und was passiert natuerlich? Wir sind der Meinung, das man schon ein Stueckchen mit Dirty auf festem Sand fahren koennte. Ja wenn es denn fester Boden waer. Also sind wir bogged. Von allen Seiten kommt Hilfe, aber es dauert eine Weile, bis wir den Sand beiseite geschaufelt und eine Strasse aus Steinen gebaut haben. Endlich sind wir frei und es dauert ca. 21 sekunden bis wir wieder feststecken. Ich koennte ausflippen. Ich will einfach nur noch hier weg und heulen. Diesmal geht es allerdings schneller und nachdem wir dann endlich unseren Lunch hatten verabschiede ich mich fuer den Rest des Nachmittags von dieser Welt.

In den naechsten zwei Stunden sitze ich an einem der schoensten Straende dieser Welt und verliere wahrscheinlich 1 Liter an Traenen. Aber danach geht es mir besser und ich fuehle mich als waer eine letzte Tuer zugefallen. Und es ist gut so.

Irgendwann gehe ich dann zu den anderen zurueck und wir machen uns auf zum Sonnenuntergang. Dieser ist ansich betrachtet zwar nicht etwas besonderes, aber dafuer hat es das Licht mit seinen Reflektionen auf die Rot-Orangenen Feldformationen in sich.

Fuer den Abend haben wir etwas ganz besonderes geplant: ein grosses Thanks Giving Dinner. Fuer 80% unserer Gruppe das erste Thanks giving ihres Lebens. Nur fuer Kristina aus Canada etwas normales, wobei es auch etwas Besonderes fuer sie ist, da sie nicht unbedingt mit einem Thanks giving in OZ gerechnet hat. Wir essen also bis zum abwinken, bis es beinah nicht mehr geht. Aber dann kommt gegrillte Banana, mit allen erdenklichen Schweinereien on Top. Ein unvergesslicher Abend und mit Sicherheit nicht mein letztes Thangs giving.

14.10 Broome - Somewhere (Tag 170 / 76)

Heute ist zusammenpacken und Abschiednehmen von Broome angesagt. Ich sage also einem weiteren moeglichen Arbeitsstandort good bye, unteranderem weil es mir unvorstellbar schwer faellt mich von meinen Travelmates zu verabschieden. Und weil die Hoffnung auf einen Deckhandjob in Exmouth noch nicht begraben ist. Wir bepacken also unsere Dirty und machen uns dann auf zum Grosseinkauf. Hier lasse ich dann auch meine Neue Kamera checken, die seit zwei Tagen nicht mehr funktioniert. Gar nicht mehr! Aber sie koennen mir nicht so richtig weiterhelfen und empfehlen mit Nikon in Sydney Kontakt aufzunehmen. Also Telefonher und go. Und ich hab Glueck (oder Pech, wie man es sehen will). Nikon raet die Kamera nach Syndney zu senden wo sie durchgecheckt und repariert werden kann. Na toll und wie soll ich Fotos machen? Das gute ist jedoch, dass sie auch die Kosten uebernehmen. Das ist leider nicht so selbstverstaendlich. Aber sie sind kulant und wollen keinen Backpacker ohne Kamera durch ihr wunderschoenes Land traveln sehen, wie sie sagen Ich werde also in den suaren Apfel beissen und mein Schaetzchen auf die weite Reiose nach Sydney schicken. Aber nicht von Broome.

Nach dem Grosseinkauf geht es raus nach Cable Beach, DER Beach in Broome. Dort wo all die Kameltouren stattfinden (nein wir haben keine Tour gemacht). Wir haben lieber einen weietern schoenen Lunch und gehen dann entspannt schwimmen und auf Fotosession (ich hab ja zum Glueck noch meine alte Kamera).

© Sabine Salcher, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieviele Chancen braucht der Mensch um sich seinen Traum zu erfüllen? Bei mir sind aller guten Dinge drei. Ende April geht es los. In 9 Monaten allein um die Welt. Im Gepäck die eigene Courage und die ungestillte Lust mittendrin statt nur dabei zu sein
Details:
Aufbruch: 28.04.2008
Dauer: 17 Monate
Heimkehr: 18.09.2009
Reiseziele: Vietnam
Thailand
Laos
Kambodscha
Malaysia
Indonesien
Australien
Der Autor
 
Sabine Salcher berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.