Wenn nicht jetzt wann dann

Reisezeit: April 2008 - September 2009  |  von Sabine Salcher

Australien: 25. Ningaloo Reef

18.10 Karijini NP - Exmouth (Cape Range NP) (Tag 174 / 80)

Am naechsten morgen entschliessen wir uns auf schnellstem Weg nach Exmouth zum Ningaloo Reef zu duesen, um moeglichst lange und oft schnorcheln gehen zu koennen. Wir haben aber einiges an Kilometern vor uns so dass 80% unseres Tages heute aus fahren besteht. Vielleicht heisst es hier also Abschiednehmen. Wenn es mir in Exmouth gefaellt. Aber schon als wir dort einfahren denke ich mir, dass das nicht gerade mein Ort ist. Kein richtiges Zentrum vorhanden, alles weit auseinandergerissen, ohne Herz und Seele. Ausserdem erfahre ich von allen Tauchschulen, dass die Nebensaison beginnt und alles zurueckgefahren oder geschlossen wird. Einen Deckhandjob zu finden erscheint eher unrealistisch. Ich muss mich aber ja heute noch nicht entscheiden, da wir zwei Naechte hier bleiben. So fahren wir also wieder aus Exmouth raus um im Cape Range NP zu uebernachten. Wir fahren und fahren und fahren also, nehmen auch die Abzweigung aber dann wird alles irgendwie immer komischer. Die Strasse ist fast unbefahrbar fuer unsere Dirty und wird mit jeden 10metern schlimmer. Das ist nur was fuer absolute 4WD Liebhaber. So richtige kleine Gorges schon fast. Am Anfang fahr ich noch aber nachdem ich immer wieder schreckliche Geraeusche vom Unterboden hoere uebergebe ich an David. Von nun an muessen wir alle 30Meter aussteigen, Steine wegschaffen und David versucht Dirty durch die Schluchten zu tragen. Das kann doch nicht der Cape Range NP sein, wo alle am Ningaloo Reef schnorcheln gehen. Vorallem weil von der Kueste weit und breit nichts zu sehen ist und wir von hohen Bergketten umgeben sind. Irgendwann geht es dann nicht mehr weiter. Sackgasse. Und da es mittlerweile Stockdunkel ist schlafen wir halt hier.

19.10 Exmouth (Cape Range NP)

Dieses ganze Chaosstueck muessen wir am naechsten morgen auch wieder zurueck und als wir endlich und schliesslich die asphaltierte Hauptstrasse erreichen sehen wir ein grosses gelbes "Road Closed" Schild auf dem Boden von unserer Strasse. Sozusagen ueberfahren. Wir lachen uns halb schlapp. Vorallem weil wir zu fuenft im Auto sitzen und es keiner gesehen hat. Nachdem wir alle moeglichen Tauchschulen abgefahren sind und aber keiner etwas entsprechendes fuer Severine und Gayoung anbietet leihen sich die vier Schnorchelzeug aus und wir erkunden das Reef auf diese Weise. Es ist genial. Kristallklares Wasser, wunderschoene Korallen und alle moeglichen Fische. Immer wieder sehe ich Rochen und irgendwann dann auch eine Schildgroete und einen kleinen Hai. Wir verbringen den kompletten Tag mit Schnorcheln. Nur unterbrochen von einem Lunch und ind er Sonne aufwaermen. Den Abend verbringen wir dann auf einem NP Campground und ich schlage mich mit der Frage rum "Soll ich nun hier bleiben oder mit den anderen noch ein Stueck weiterreisen und in Coral Bay oder Carnarvon nach einem Job suchen?

20.10 Exmouth - Coral Bay (Tag 175 / 81)

Am naechsten Morgen wache ich bereits frueh auf uns setze mich in die Duenen um nachzudenken. Was soll ich nur machen? Wo finde ich einen guten Job? Irgendwann kann ich es dann nicht mehr rauszoegern und ich muss mich entscheiden. Und ich ziehe weiter. Hier ist nicht der Platz wo ich das Gefuehl habe einige Wochen oder Monate bleiben zu wollen. Vorallem nicht, da das Reef 60km von Exmouth weg ist und ich da ohne Auto nie hinkomme. Also ziehen wir nach einem weiteren Einkauf weiter nach Coral Bay, wo wir gegen Mittag ankommen. Wir verbringen einen weiteren Tag am Strand mit Schnorcheln und chillen, wobei dieses Reef nicht so schoen ist wie in Exmouth. Und auch hier hab ich nicht das Gefuehl bleiben zu wollen. Das aendert dann aber trotzdem nichts daran, dass wir heute unseren letzten gemeinsamen Abend haben. Morgen geht es nach Carnarvon und das ist der definitiv letzte Ort den wir gemsinsam ansteuern. Ausser Carnarvon ist die Hoelle. Aber ich bin dermassen abgebrannt, dass sogar das fast kein Grund waer.

21.10 Coral Bay - Carnarvon (Tag 176 / 82)

Ich bin todtraurig. Die letzten Stunden laufen und ich fuehl mich wie ein verlassenes Kind. Fuer mich ist jetzt erstmal zusammenpacken angesagt. Ueberall im Auto verteilt sind meine Sachen und ich hoffe nur das ich nichts vergesse. Was hab ich nur fuer einen Kram mittlerweile. Also bevor ich wieder als Backpacker unterwegs bin muss ich erstmal aussortieren. Grosses Backpack, kleines Backpack, Didge und Colestasche mit den ganzen Kleinigkeiten. Ich brauch einen kleinen Esel um das alles zu transportieren. Irgendwann sind wir dann on the road nach Carnarvon. Kurz hinter Coral Bay erreichen wir dann Tropic of Capricorn, die Mitte zwischen Aequator und Suedpol. Wir erreichen sozusagen kalte Gefilde! Die letzten Fotos werden geschossen, die letzten Jokes gemacht. Nachdem wir uns lange mit einem franzoesisch-spanischen Paar unterhalten haben, die gerade Carnarvon verlassen und dort 6 Wochen gearbeitet haben (alle wichtigen Info's ausgequetscht) geht es weiter. Ich haette am liebsten wenn der Motor von Dirty streikt und wir nicht weiterfahren koennen. Aber wir rollen dem Abschied entgegen. Kurz vor Carnarvon beginnen wir einige Farmen abzufahren, da David ebenfalls nach einem Job sucht, allerdings kein Work&Travel Visum hat. Aber wir haben keinen Erfolg. Nicht nur das sie keine schwarzen Jobs haben, sie haben gar keine Jobs zu vergeben. Hoffentlich find ich was, denk ich mir nur. Aber so schnell geb ich nicht auf.

Kurz vor Carnarvon beginnen wir einige Farmen abzufahren, da David ebenfalls nach einem Job sucht, allerdings kein Work&Travel Visum hat. Aber wir haben keinen Erfolg. Nicht nur das sie keine schwarzen Jobs haben, sie haben gar keine Jobs zu vergeben. Hoffentlich find ich was, denk ich mir nur. Aber so schnell geb ich nicht auf.

© Sabine Salcher, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieviele Chancen braucht der Mensch um sich seinen Traum zu erfüllen? Bei mir sind aller guten Dinge drei. Ende April geht es los. In 9 Monaten allein um die Welt. Im Gepäck die eigene Courage und die ungestillte Lust mittendrin statt nur dabei zu sein
Details:
Aufbruch: 28.04.2008
Dauer: 17 Monate
Heimkehr: 18.09.2009
Reiseziele: Vietnam
Thailand
Laos
Kambodscha
Malaysia
Indonesien
Australien
Der Autor
 
Sabine Salcher berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.