Quer durch Amerika

Reisezeit: Mai / Juni 2015  |  von Beate Pigeon

Noch 10, 9, 8, .....: 24.6.15 Port Angeles nach Seattle

Vielleicht wollte das Glück uns helfen?

Als wir am Morgen erwachen erwartet uns ein grauer Himmel, es ist kalt und dann fängt es auch noch an zu nieseln. Vielleicht wollte unser Glück uns einen solchen Tag auf einem Schiff, das propenvoll mit Wal Beobachtern ist ersparen. Wenn ich ehrlich bin, bin ich ganz froh das es nicht geklappt hat. Was hätte ich den angezogen wenn es so grausliges Wetter ist und wie hätte ich einen Platz bekommen wo ich dann ausser einem Rücken eines anderen Touristen auch einen Wal gesehen hätte. Rider macht sich daran ein Hotel zu suchen und bucht das Pan Pazific.
Kurze Lagebesprechung. Wir werden heute nach Seattle fahren, und einen gemütlichen Abend verbringen. Morgen werden wir die Motorräder dann eben einen Tag früher abgeben, Koffer kaufen und anfangen zu packen und so bleibt uns dann ein ganzer Tag zum geniessen. Das klingt doch gut.
Bei leichtem Nieselregen geht es los. Nein, eine Regenjacke ziehen wir nicht an, da haben wir doch schon ganz andere Regenfälle gehabt.
Leider ist ganz schön viel Verkehr und so fahren wir in einer endlos scheinenden Kolone durch den grauen Morgen. Es scheint alles will uns den Abschied vom Töff fahren leichter machen, Wetter, Verkehr, langweilige Strecke. Wir kommen auf eine riesige Brücke und ich überleg mir noch so, warum hier steht, bei rot leuchtenden Lampen muss man anhalten. Im gleichen Moment beginnen die Lampen zu blinken und die Kolone stoppt.
Ach, scheint eine Art Durchfahrtsstelle für Schiffe zu sein. Wir beobachten wie ein Teil der Brücke waagerecht nach oben gefahren wird, doch wo ist das Schiff? Von einer Seite zur anderen laufen wir, ohne irgendwas zu sehen. Es wird doch kein Uboot sein wie die nette Damen im Auto hinter uns vermutet?

Wir warten! Dann geht auch noch ein zweiter Teil der Brücke hoch, ein Schiff ist noch immer nicht zu sehen, ausser dem winzigen Segelboot weit draussen. Wir warten! Dann rauchen wir eben eine Zigarette und schauen ein bisschen in den grauen Himmel. Wir warten! Jetzt frischt auch noch der kalte Wind auf. Wir warten! Zu allem Elend beginnt es jetzt zu tropfen. Wir warten! (muss ich erwähnen das immer noch kein Schiff in Sicht ist und das Segelboot gar nicht in Richtung des Dammes segelt?) Wir warten! Bereits sind einige Autos umgedreht und haben die Brücke wieder verlassen. Nach über 45 Minuten bewegen sich die Brückenteile wieder an ihren angestammten Platz, die Barrieren gehen hoch, die Blinklichter erlöschen und es geht weiter. Warum wir hier rumgestanden sind weiss ich bis heute nicht.
Durch die Wartezeit hat sich ein toller Stau in alle Richtungen gebildet. Wir haben das Glück die Fahrzeuge drei und vier am Anfang der Schlange zu sein. So können wir nun an all den Fahrzeugen vorbeiziehen, in der Gewissheit, auch die wissen nicht warum das alles so lange gedauert hat.
Dank dieser Verzögerung verpassen wir die Fähre knapp. Dann eben noch Frühstücken. Eine Creperie hat es Rider sofort angetan. Fast so was wie Frühstück, oder?
Auf der Fähre beginnt es erneut zu regnen und wir sind uns sicher, es war die beste Entscheidung heute nach Seattle zu fahren.
Als wir auf den Zubringer zur Stadt einbiegen, sehen wir bereits auf der Gegenspur mächtig viel Verkehr und eine enorme Stauschlange. Eben denken wir noch, ach die armen, da beginnt sich unsere Spur auch zu stauen und wenige Sekunden später stehen wir das erste mal. Na Bravo! Zu allem Elend, ja das mein ich so, hat sich das Wetter verbessert. So fangen wir in den warmen Kleidern und durch die erhitzten Maschinen langsam an mächtig warm zu bekommen. An Fahrtwind ist nicht zu denken, es geht nur im Schritt Tempo voran. So fällt einem der Abschied vom Töff fahren wirklich leicht. Den Entscheid steht, morgen bringen wir die Maschinen zum Eagle Rider.
Wir erreichen nach einiger Verspätung das Hotel. Wir werden mit einer super Aussicht auf die Space Needle (Wahrzeichen von Seattle) belohnt. Das Zimmer ist toll und die Dusche die wir jetzt nehmen erfrischend und belebt unsere müden Geister, ab in die Stadt. Zu Fuss!
Das Wahrzeichen zeigt uns den Weg und wir kaufen ein Day/Night Ticket für Freitag. So können wir zwei mal rauf, ohne an Zeiten gebunden zu sein. Auch hier werden die Tagesticket mit einer festgelegten Zeit verkauft, damit sich der "Stau" in Grenzen hält.
Wir laufen in die falsche Richtung, da wir den Plan im Hotel haben liegen lassen. Nicht zum ersten mal scheinen wir an einer Kreuzung zu sein, die als taxifrei Zone bezeichnet werden kann. Wieder einmal mehr an diesem Tag: wir warten!
Irgendwann findet uns doch noch ein Taxi und bringt uns ans Meer und nach einem kühlen Bier in einem irischen Pub (ich muss an Eddie und Maggie denken) gehen wir in der Old Spagetti Factory essen. Rider bekommt endlich wieder einmal Spagetthi Alio e Olio. Haben wir es nicht schön?
Übrigens, das Bett ist sensationell und wir schlafen himmlisch. Weiche Daunenkissen und die Decke ist so gross, keiner muss frieren.

grau, kalt und es nieselt!

grau, kalt und es nieselt!

Erster Blick aus dem Hotelzimmer

Erster Blick aus dem Hotelzimmer

Das hätten unsere Maschinen dringend nötig gehabt!

Das hätten unsere Maschinen dringend nötig gehabt!

Sehr empfehlenswert!

Sehr empfehlenswert!

Vorfreude auf Spagetti mit Knoblauch!

Vorfreude auf Spagetti mit Knoblauch!

© Beate Pigeon, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
von New York nach Seattle Mit der Harley quer durch Amerika
Details:
Aufbruch: 09.05.2015
Dauer: 7 Wochen
Heimkehr: 28.06.2015
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Beate Pigeon berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.