3 Länder in 6 Monaten

Reisezeit: Februar - August 2011  |  von Melanie Zbick Meik Afholderbach

Ecuador: Iliniza Norte (15.6.)

Hola Amigos,

wir brechen auf zur ersten Tour in Ecuador. Und was sollte es anderes sein, als auf einen Vulkan zu steigen? Schließlich ist Ecuador ja genau dafür bekannt...

Wir entschieden uns, den Iliniza Norte zu erobern. Bevor es aber losging, liefen wir von Touranbieter zu Touranbieter. Jeder erzählte unterschiedliche Geschichten zu den verschiedenen Bergen und den jeweiligen Touren. Nach stundenlanger Suche nach einem guten Angebot (man kann die Vulkane hier nur mit ausgebildeten Bergführern besteigen) und einem "vertrauenswürdigen" Eindruck, hatten wir die Tour auf den Iliniza gebucht - mit der Option, die nächsten beiden Tage auf den (wahrscheinlich) berühmtesten Vulkan Ecuadors zu laufen: den Cotopaxi. Da dieser 5800m hoch ist, dient der Iliniza zur Akklimatisierung - immerhin ist hier der Gipfel auf 5100m erreicht.

Morgens früh um 4.45 Uhr klingelte der Wecker, schnelle Dusche, kleines Frühstück und raus aus dem Hostel. Pünktlich holte uns Pablo ab, der nicht wie zuerst gedacht unser Guide war, sondern für den heutigen Tag unser Fahrer war. Pablo sprach auch ganz passabel Englisch und Melli übte mit ihm während der Fahrt auch etwas Spanisch. Er erzählte uns auch immer wieder etwas über die Stadtteile von Quito an denen wir vorbeifuhren. Unglaublich wie riesig diese Stadt ist!

Nach ca. 1 Stunde Fahrt erreichten wir den Treffpunkt, an dem unser Bergführer zu uns stieß. Der 1. Eindruck war noch ganz gut...
Er stellte sich kurz vor und dann... Schweigen. Er unterhielt sich - wenn überhaupt - mit Pablo. Beim ersten Halt bei einem Hostel in dem er die Ausrüstung für den Cotopaxi zwischenlagerte, wurde uns dann auch klar, warum er so schweigsam war. Der gute Mann konnte kaum Englisch. Bei der Buchung der Tour wurde uns aber gesagt, dass der Führer selbstverständlich gut Englisch spricht...

Für uns war jetzt schon klar, dass wir mit diesem Führer bestimmt nicht auf eine Tour gehen, die nachts um 12.00 Uhr losgeht, man 6-7 Stunden bis zum Gipfel braucht, in über 5000m Höhe und mit Steigeisen und Eispickel über den Gletscher wandert, bzw. hochklettert. Wir waren beide echt auf 180!

Na gut, hilft ja jetzt nix. Augen zu und durch. Augen zu... ja, so ähnlich war dann auch die Sicht die wir hatten. Leider war das Wetter total besch..., dicker Nebel hing im Berg und der Wind pfiff uns um die Ohren.

Weiter oben wurde es dann nicht wirklich besser - es fing an zu regnen. Es war so kalt, dass das Wasser auf unseren Jacken gefror. Und unser Guide (wie peinlich, wir wissen seinen Namen nicht mehr; nennen wir ihn F. , sein Name begann definitiv mit F) lief mit uns einen Weg hoch, der offensichtlich keiner war. Uns machte die Höhe echt zu schaffen. Es fehlte einfach der Sauerstoff. Das Herz raste und der Kopf drückte. Und unser Guide hatte nichts besseres zu tun als querfeldein mit uns über ein steiles Sand- und Steingeröll den Berg hochzulaufen.

Meik und unser "Kompetenzguide"

Meik und unser "Kompetenzguide"

Irgendwann platzte Meik dann der Kragen und er machte dem Typ klar, dass wir auf dem richtigen Weg laufen wollten und dass das hier ganz bestimmt nicht der richtige Weg ist. F. war total perplex und meinte nur "Yes, okay".
Melli fragte, wie weit es noch zum Refugio (eine Schutzhütte auf 4700m) sei. F. Antwort: twenty meter, poco mas...
Hä? 20 Meter? Das kann nicht wirklich sein - und so war es auch nicht. Keine Ahnung was er wirklich meinte. Es ging auf jeden Fall noch eine ganze Weile querfeldein weiter.

Gute Mine zum "bösen Spiel"

Gute Mine zum "bösen Spiel"

Und dann hatten wir endlich wieder den richtigen Weg erwischt. Man muss dazu sagen, dass wir ca. eine halbe Stunde nach 3-4 Schritten immer einen kleinen Halt machen musste. Unglaublich was die Höhe mit der vermeintlichen Fitness anstellt
Und kurz nachdem wir wieder auf dem Weg waren (ein richtig schöner, kleiner Trampelpfad, so wie wir das auch von den heimischen Wandertouren kennen), erreichten wir das Refugio.

Hier oben trafen wir in der Hütte ein schweizer Ehepaar die ebenfalls mit einem Guide unterwegs waren. Allein der Unterschied in der Ausrüstung zwischen F. und deren Guide sprach Bände. Und englisch war überhaupt kein Problem...

Das Refugio ist eine Berghütte, in welcher der ""Hüttenwirt" bereits seit 80 Tagen lebt. Leider haben wir keine Bilder gemacht (der Sauerstoff hat das Mitdenken blockiert), aber ihr müsst euch das vorstellen wie ein Bretterverschlag, außen ein bisschen verputzt und innen ein Gasherd, Stockbetten und ein Tisch mit einer Bank. Und es war arschkalt.

Hier machten wir dann also eine "längere Pause" und stärkten uns mit dem Lunchpaket das wir bekommen haben.
Das Wetter war aber so übel, dass wir beschlossen, nicht weiter auf den Gipfel zu steigen. Wir würden definitiv NICHTS sehen, der Regen wurde immer stärker und der Wind peitschte inzwischen um die Hütte.

Also entschieden wir uns, nicht mehr zum Gipfel zu laufen. Schade, aber hätte uns nicht wirklich viel Spaß gemacht. Und hey, wir waren auf 4700 Meter!!! Das ist doch auch nicht sooo schlecht, oder?!

Der Abstieg ging dann erstaunlich leicht und v.a. schnell. Wie einfach das sein kann wenn man auf dem richtigen Weg bleibt...

Uns hat das frühe Aufstehen und der krasse Höhenunterschied echt zu schaffen gemacht - und so machten wir erst einmal einen langen Mittagsschlaf nachdem wir wieder zurück im Hostel waren. Hatten wir uns aber auch echt verdient, oder?!

Das war unser erster "Ausflug" in Ecuador. Es werden sicherlich noch ein paar Touren folgen...

Und so sieht dieser Berg wohl aus. Hätten ihn gerne auch so gesehen

Und so sieht dieser Berg wohl aus. Hätten ihn gerne auch so gesehen

Hasta luego, bis bald!
Cheers guys!

Du bist hier : Startseite Amerika Ecuador Iliniza Norte (15.6.)
Die Reise
 
Worum geht's?:
Es ist soweit - wir sind unterwegs! Die ABSCHIEDSFETE NORD war ein rauschendes Fest mit vielen Freunden. Genauso haben wir es uns vorgestellt. DANKE NOCHMAL AN ALLE DIE DA WAREN! Und auch die ABSCHIEDSFETE SÜD war einfach nur schön. Ein hammer Abend mit vielen lieben Leuten. DANKE auch euch, wir werden Euch sehr vermissen!
Details:
Aufbruch: 03.02.2011
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 30.08.2011
Reiseziele: Australien
Neuseeland
Vereinigte Staaten
Ecuador
Kolumbien
Deutschland
Der Autor