2022 Mit einem Geländewagen durch Tunesien

Reisezeit: April - Juni 2022  |  von Michael Bünte

Djerba: Die weißen Strände von Djerba

Djerba, Küste im Osten

Djerba, Küste im Osten

Da stehen wir nun an den so berühmten und in allen Tunesienbroschüren nicht fehlenden schneeweißen Stränden von Djerba auf der Ostseite der Insel. Die Strände vor den türkisblauen, mit Gischtkrönchen verzierten Mittelmeerwogen, die in gleichmäßigen Takt auf den hellen Sand rauschen, sind sauber und menschenleer. Ein frischer Wind weht ständig über das Land, so dass man die Kraft der Sonne kaum spürt. Hier müssen wir sehr aufpassen, dass wir uns die Haut nicht verbrennen. In großen Buchten, die bis zu einem Felsplateau am Horizont reichen, folgen unsere Augen der Küstenlinie. Ein Karibiktraum liegt vor uns.

Die weißen Strände von Djerba

Die weißen Strände von Djerba

Wie ein Karabiktraum

Wie ein Karabiktraum

Katzen überall.

Katzen überall.

Ganz weit in der Ferne, hinter einer trockengefallenen Lagune, über die jetzt Quadgruppen ihren Geschwindigkeitsrausch ausleben, sehen wir, wie ein Märchenschloss unter blauem Himmel, die ersten schneeweißen Hotelanlagen, direkt am türkisblauen, mit Gischtkrönchen verzierten Meer gelegen.
Dort stehen sie, die Hotelbauten an der Küste der weißen Strände, die Heerscharen von mit Flugzeugen hierhin transportierten, sonnenhungrigen Touristen in sich beherbergen können. Dort werden Gärten gewässert, meterhohe Sträucher verschiedenfarbiger Bougainvillea und Palmengruppen gepflegt. Hier stehen wir mitten drin im Katalog exotischer Traumreisen.
Wir laufen den relativ sauberen Strand entlang, treffen auf eine Gruppe von drei Kamelen, die von einem Führer geleitet, auf dem Strand am Wasser entlang wandert, eine kleine Touristengruppe durch das Paradies tragend.

Hotelanlagen im maurischen Stil

Hotelanlagen im maurischen Stil

Das Wasser zum Erhalt dieser Anlagen und überhaupt zum Leben auf der Insel wird in zwei Pipelines über den Damm im Süden auf die Insel gepumpt. Auf der ganzen Insel gibt es keine natürlichen Wasservorräte. Hier ist also eine künstliche Welt aufgebaut worden, die sehr schnell verfällt, wenn die Technik nicht mehr funktioniert, oder wenn das Geld ausgegangen ist.

Und hier, in bester Strandlage, treffen wir auf ein Beispiel für den Zerfall dieser Kunstwelt in Form einer riesigen, bewachten Hotelruine. Einer der Wächter dieser Anlage, Achmed, spricht uns in fließendem Deutsch an: „Dieses Hotel war ein Musterexemplar für den Tourismus. Vor zwanzig Jahren ist es verkauft worden. Es wurde falsch geführt und dann ging es den Bach herunter bis in den Konkurs“
„Und Sie bewachen diese zerfallende Hotelanlage jetzt seit zwanzig Jahren?“
„Ja, seitdem das Hotel den Banken gehört, die auf steigende Grundstückspreise spekulieren, wird das Hotel von mir und zwei Kollegen, die in einem der noch intakten Gebäude wohnen, rund um die Uhr bewacht. Wenn wir hier mit unseren Hunden nicht Wache schieben würden, wäre das gesamte Material schnell abgetragen.“
Es macht den Anschein, als hätte Achmed einen sicheren Arbeitsplatz bis zu seinem Renteneintritt.

seit 20 Jahre verfallende Hotelanlagen

seit 20 Jahre verfallende Hotelanlagen

Jetzt fahren wir weiter auf der Küstenstraße an noch intakten Hotelanlagen vorbei, die nicht, wie von uns befürchtet, im Stil einer andernorts üblichen Plattenbauarchitektur gebaut worden sind. Die Gebäude sind höchstens 3 Etagen hoch, reich mit blühenden Pflanzen berankt, weiß getüncht und im maurischen Stil mit Ornamenten, Bögen, Gravuren und Säulen verziert.

Hotelbauten im Osten der Insel

Hotelbauten im Osten der Insel

Traditionelles Fest am Wegesrand

Traditionelles Fest am Wegesrand

Frau in Djerbakleidung

Frau in Djerbakleidung

© Michael Bünte, 2022
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir starten in Hamburg und reisen mit einem Toyota HZJ78 über Neapel nach Tunesien. Dieses ist der Bericht unserer zehnwöchigen Reise.
Details:
Aufbruch: 06.04.2022
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 17.06.2022
Reiseziele: Tunesien
Der Autor
 
Michael Bünte berichtet seit 5 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/4):
Pollensa07 1656508686000
Ein span­nen­der Urlaub ist zu Ende, der mich tief in das tu­nesische Leben mit­ge­nom­men hat. Vor Jahren war ich selbst schon einmal als Pauschal­tou­rist in diesem Land und habe einige Orte wie­derer­kannt. Sehr be­ein­druckt haben mich damals der antike Stein­bruch mit diesen warmen, gol­de­nen Farben. Das alles habe ich jetzt während Eurer Ur­laub­sta­ge wieder mi­ter­le­ben dürfen­.Ja, damals war dort alles noch of­ffi­zell geö­ffnet. Aber ich kann mich e­rin­nern, dass sich einige Tou­ris­ten unserer Rei­seg­rup­pe dort an spitzen Steinen und nied­ri­gen "Decken" ver­letzt haben. Von Eurem Stil her ist alles so aut­hentisch, dass man sich vom Lesen gar nicht los­rei­sen kann. Danke für diese inte­res­sante Reise!
Ulrike Schmittmann 1654715989000
Vielen Dank, dass ich in Ge­dan­ken mit­rei­sen kann durch Tu­nesi­en!
Ich habe alle Berich­te von eurer Reise versch­lun­gen­!
Lie­be Grüße an euch!
Jana 1654249320000
un­glaub­lich tolle Ur­laub­sbil­der! Ein spitzen Fo­tog­raf! Man hat das Gefühl mit dabei zu sein und von dem Alltag zu ent­flie­hen! Genießt euer Ab­tente­uer