Transsilvanien (Siebenbürgen) und Bukowina - Rumänien 2018

Reisezeit: Mai - Juli 2018  |  von Uschi Agboka

Hintergrundwissen: Die Karpaten

Die Karpaten

Informationen zu den Karpaten

Die Karpaten sind ein Hochgebirge in Mitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa. Sie bilden einen über 1.300 km langen, 100–350 km breiten, nach Westen offenen Bogen, der – einschließlich seiner Ausläufer – in der nördlichen Umfassung des Wiener Beckens beginnt und an den Flusstälern von Morava. Nisava und Timok im Osten Serbiens endet.

Die Karpaten bilden den nördlichsten Ausläufer des aplpidischen Gebirgsgürtels. Als Teil dieses Faltengürtels setzen sie sich nach Westen in die Alpen und nach Südosten im Balkon- und Rhodopengebirge fort, während Dinariden und Apennin südwestlich versetzt sind und annähernd parallel zu den Ostkarpaten verlaufen.

Das höchste Massiv der Karpaten ist die Hohe Tatra, mit dem Gerlachovsky, 2.655 m, der höchste Berg der Slowakei. Gefolgt wird es vom Fagaras-Massiv (Fogarascher Gebirge) in den Südkarpaten mit dem Moldoveanu, 2.544 m, höchster Berg Rumäniens.

Das Făgăraș-Gebirge (auch Fogarascher Gebirge, rumänisch Munții Făgăraș, ungarisch Fogarasi-havasok) liegt in der Gebirgsgruppe der Südkarpaten in Rumänien. Es wird von der Transfogarascher Hochstraße durchzogen, besonders bei Motorradfahrern beliebt.

Der Gebirgskamm hat eine Länge von etwa 70 km und eine Breite von 40 km. Innerhalb des Gebirges liegt westlich von Kronstadt der Berg Moldoveanu. Dieser ist mit 2.544 m die höchste Erhebung des Gebirges wie auch ganz Rumäniens.

Fünf weitere Gipfel im Făgăraș-Gebirge haben eine Höhe von über 2.500 m, und zwar der Negoiu (2.535 m), der Viștea Mare (2.527 m), der Lespezi (2.522 m), der Vânătoarea lui Buteanu (2.507 m) und der Dara (2.501 m). Zu den Bergen mit Höhen unterhalb von 2.500 m zählt zum Beispiel der Șerbota mit 2.331 m.

Im Făgăraș-Gebirge liegen mehrere kleinere Seen.

Neben den Alpen bilden die Karpaten das bestimmende Gebirgssystem in Mitteleuropa. Anteil an den Karpaten haben in erster Linie Polen, die Slowakei, die Ukraine und Rumänien. In geringen Teilen bzw. über die Ausläufer auch Österreich, Tschechien, Ungarn und Serbien.

Die Äußeren Karpaten ziehen sich von Wien und Bratislava über das Grenzgebiet zwischen Tschechien und der Slowakei, dann über das Grenzgebiet zwischen der Slowakei und Polen, dann über große Teil der Waldkarpaten und über Teile Rumänien bis zu einem Gebiet nördlich von Bukarest. Höchster Berg ist der Babia Gora - Teufelsspitze, 1.725 m.

Die Inneren Karpaten entsprechen den übrigen Karpaten. Man kann sagen, dass die Inneren Karpaten die höchsten Teile der Karpaten umfassen (Tatra, Niedere Tatra, Slowakisches Erzgebirge, Nördliches Ungarisches Mittelgebirge, Rodnaer Gebirge, Retezatgebirge, Parrang Gebirge, Harghita Gebirge etc.).

Die Inneren Karpaten werden in den Mittelslowakischen Block im Norden, den Ostkarpatischen Block und Südkarpatischen Block im Südosten, das Apuseni-Gebirge sowie in die vulkanischen Gebirge unterteilt.

Die vulkanischen Gebirge (Vihorlat, Bükk, Muntii Calimani, Gurghiuer Gebirge, Harghita Gebirge etc.), die den innersten und jüngsten Teil des Karpatenbogens bilden, werden oft als eine eigenständige Gruppe - die innersten Karpaten - ausgegliedert.

Westkarpaten - Diese entsprechend weitgehend dem Gebiet der Slowakei und den angrenzenden Gebieten Österreichs (nordöstlichstes Österreich ab dem Wiener Becken), Tschechien (östliches Mähren), Polen (südliches Polen) sowie Ungarn (nördliches Ungarn).

Die Grenze zu den Waldkarpaten (Ostkarpaten im weiteren Sinne) verläuft im Nordosten der Slowakei etwas entlang der Linie Bardejov-Michalovce. Der höchste Teil der Westkarpaten und zugleich der gesamten Karpaten ist die Tatra, Gerlsdorfer Spitze mit 2.655 m.

Die (Äußeren) Westkarpaten umfassen auch eine Serie von Gebirgen, die traditionell den Namen Beskiden tragen.

Die Niederen Beskiden in der Ostslowakei und in Polen gehören jedoch bereits zu den (Äußeren) Ostkarpaten.

Südostkarpaten - Diese bestehen aus dem Ostbeskiden (Gruppe aus Niedere Beskiden, Bieszczady, Bukovske vrchy, das ukrainische Galizhien), den Ukrainischen Karpaten und den Ostkarpaten im engeren Sinne.

Die Bezeichnungen der einzelnen Hauptteile der Ostkarpaten sind recht umstritten. Folgt man - wie in der heutigen Geografie verbreitet - der ersten vorstehend genannten Unterteilung, so ergibt sich die folgende Einteilung der Ostkarpaten im weiteren Sinne:

Waldkarpaten - Die Waldkarpaten liegen in der Ostslowakei, in Polen, der Ukraine sowie ein kleines Stück in Rumänien. Sie enden am Prislop-Pass in Rumänien. Ihre höchste Erhebung ist die Howerla, 2.060 m, in der Ukraine, zugleich der höchste Berg des Landes.

Ostkarpaten im engeren Sinne - Diese liegen vollständig auf dem Gebiet Rumäniens, zwischen dem Prislop-Pass (1.416 m) und dem Predeal-Pass (1.033 m). Mit dem Pietros erreichen sie 2.305 m. Viele Gebirgszüge sind vulkanisch - siehe Innere Karpaten.

Südkarpaten - Transsilvanische Alpen (Siebenbürger Alpen) - Sie folgen vom Predeal-Pass aus nach Westen. Sie befinden sich in Rumänien und zum kleineren Teil in Serbien.
Mit dem Moldeveanu erreichen sie eine Höhe von 2.544 m. Wichtigste Gebirge sind das Fogarascher Gebirge und das an Bergseen besonders reiche Retezatgebirge. Das Banater Gebirge ist der letzte Gebirgszug im Westen.
Rumänien bezeichnet das Banater Gebirge und das Apuseni-Gebirge als Westkarpaten.

Die niedrigeren Lagen der Karpaten sind bewaldet. Die Waldgrenze schwankt zwischen 1.150 m und 1.900 m. Die Vegetation und die Tierwelt ähneln zum Teil derjenigen der Alpen.

Die rumänischen Karpaten überzieht das größte noch bestehende, geschlossene Waldgebiet Europas. Mehr als ein Drittel aller in Europa noch wild lebenden Großraubtiere - Braunbären, Wölfe, Luchse - ist hier beheimatet.

Im Oberlauf des Arges und in seinen Zuflüssen kommt endemisch der extrem seltene Groppenbarsch vor.

Im westlichen und östlichen Bereich der Karpaten entwickelte sich während der letzten Kaltzeit teilweise kein Permafrost-Boden, daher konnte sich in 300 bzw. 600 m Höhe ein waldreicher Refugialraum für viele heute in Europa heimischer Tier- und Pflanzenarten bewahren.

© Uschi Agboka, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Besichtigung der Kirchenburgen in Siebenbürgen (Transsilvanien) und der Moldauklöster in der Bukowina mit vielen Hintergrundinformationen.
Details:
Aufbruch: 05.05.2018
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 01.07.2018
Reiseziele: Rumänien
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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