2009 - Zurück nach Australien

Reisezeit: Juli 2009 - März 2010  |  von Mirjam & Nico L.

Victoria & Tasmanien: Wilsons Promontory NP

Das Hostel auf Phillip Island war sehr schön und gemütlich, mit vielen grünen Pflanzen und einem richtigen Frühstücksbuffet. So war es eigentlich schade, dass wir am nächsten Morgen direkt weiter mussten. Wir wurden von einem Taxi abgeholt und nach San Remo auf dem Festland gefahren, wo wir uns einer neuen Reisegruppe für die Tagestour in den Wilsons Promontory NP anschlossen. Zwei Stunden Fahrt lagen nun vor uns, bis wir endlich den Nationalpark erreichten.
Die Landschaft hier haute mich regelrecht um, so einzigartig und schön war sie. Wunderschöne Berge, eine bizarre Vegetation und zwischendurch immer wieder Blicke auf den strahlend blauen Ozean - ich war total fasziniert
Der Wilsons Prom, wie er meist genannt wird, ist der viertälteste Nationalpark der Welt und der älteste Australiens. Trotzdem steht er nur bei wenigen ausländischen Touristen auf dem Plan, aber vielleicht macht ja auch das ihn zu etwas Besonderem.

Im Wilsons Prom

Im Wilsons Prom

Wir wanderten auf den Mt. Bishop, eine sehr schöne Wanderung, wenn auch anstrengend, da es sehr heiß war und es kaum Schatten gab.
Durch diese Gegend waren im Januar 2009 die verheerenden Buschfeuer gekommen, die 173 Menschen das Leben kosteten. So waren viele Bäumde schwarz und verkohlt, aber trotzdem lebendig und teilweise voller neuer grüner Blätter. Dieser Kontrast war faszinierend und fremdartig, auch wenn ich die schrecklichen Bilder des Black Saturday, die ich Anfang 2009 in den Medien gesehen hatte, nicht aus dem Kopf bekam. Zum Glück war im Nationalpark niemand ums Leben gekommen, da hier nur einige Leute gecampt hatten, die sofort evakuiert werden konnten. So hatte man hier dem Feuer einfach seinen Lauf gelassen, denn tatsächlich braucht die australische Natur Buschbrände, um sich zu regenerieren. Viele Pflanzen können nur nach Bränden ihre Samen abwerfen und sich fortpflanzen. Die Aborigines wussten das und manche Gruppen legten deshalb sogar systematisch und kontrolliert Feuer. Die europäischen Siedler taten dies als Nonsens ab und erst in letzter Zeit kehrt man wieder zu dieser Methode zurück, um schlimme Brände wie die von 2009 zu verhindern.
Auf unserer Wanderung befanden wir uns also in einem Gebiet, das sich gerade erst regenerierte. Es war interessant zu sehen, wie neues Leben aus den verbrannten Bäumen wuchs und helles Grün mit Kohlschwarz kontrastierte.

Fast am Gipfel angelangt!

Fast am Gipfel angelangt!

Aussicht vom höchsten Punkt des Berges

Aussicht vom höchsten Punkt des Berges

Nach der Wanderung waren alle ziemlich fertig und wir machten nur einen kurzen Stop am schönen Tidal River, bevor wir zum Squeakie Beach fuhren. Hier ist der Sand so weich, dass er beim Gehen unter den Fußsohlen quietscht, darum der Name. Wir verbrachten den Rest des Nachmittags hier, auch wenn es wegen eines heranziehenden Gewitters nicht allzu angenehm war. Als das Donnern begann, machten wir uns wieder auf den Weg und sahen auf der Rückfahrt durch den Park viele Kängurus und Wallabys. In Fish Creek gab es Abendessen, dann ging es auf die lange Fahrt zurück nach Melbourne, wo wir direkt am Tennisstadion vorbeifuhren, als gerade das Finale der Australian Open endete. Um halb zwölf war ich endlich wieder im Hostel.

Squeakie Beach

Squeakie Beach

Tidal River

Tidal River

© Mirjam & Nico L., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Juli bis November 2009 machte ich ein Auslandssemester an der James Cook University in Cairns. Danach reiste ich vier Monate mit dem Rucksack durch das Land - zunächst schaute ich mit Zentralaustralien und den Süden an und bereiste dann einen Monat lang den Westen, bevor ich vier Wochen in Melbourne und Tasmanien verbrachte. Zum Schluss verbrachte ich dann noch etwas Zeit in Sydney, in Brisbane und im Outback von Queensland.
Details:
Aufbruch: 22.07.2009
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 24.03.2010
Reiseziele: Australien
Hongkong
Der Autor
 
Mirjam & Nico L. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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