2009 - Zurück nach Australien

Reisezeit: Juli 2009 - März 2010  |  von Mirjam & Nico L.

New South Wales & Queensland: Moreton Island

Am nächsten Tag stand nochmal ein wahres Highlight auf dem Programm: Ich fuhr nach Moreton Island, um Delfine zu sehen. Ich hatte mich schon lange sehr für Wale und Delfine interessiert, was dann noch durch eine Freundin verstärkt worden war, die sehr aktiv im Walschutz ist. Aber seit meinem Whale Watching Trip in Cairns und der Delfintour in Perth war meine Begeisterung richtig ausgebrochen. Diese Erlebnisse hatten so einen tiefen Eindruck hinterlassen, dass ich mich von nun an noch viel mehr mit den Meeressäugern und ihrem Schutz befassen wollte. Und ich wollte es noch einmal richtig ausnutzen, dass ich nun in Australien war und noch die Chance hatte, Delfine zu sehen (Wale kommen nur von Juli bis November an der australischen Ostküste vorbei).

Moreton Island ist nach Fraser Island die zweitgrößte Sandinsel der Welt und liegt nur eine ca. 75-minütige Fahrt mit der Fähre von Brisbane entfernt. Auf der Insel gibt es ein Resort (Tangalooma), aber sie ist auch ein Nationalpark und in der Bucht tummeln sich Delfine, Dugongs, Rochen und Schildkröten, und zur Saison Buckelwale.
Ähnlich wie in Monkey Mia gibt es hier eine Gruppe von Delfinen, die jeden Tag an den Strand kommen und gefüttert werden können. Allerdings unterscheidet sich das Ganze sehr von Monkey Mia, aber dazu später mehr!

Ich wurde in aller Frühe in Brisbane abgeholt und zum Hafen gefahren, von wo es nach einiger Wartezeit weiter zur Insel ging. Das Wetter war leider ziemlich schlecht, aber dafür war es am Strand auch nicht so voll, da die meisten Leute sich in den Restaurants des Resorts verkrochen.

Den ganzen Tag über gibt es hier verschiedene Aktivitäten, denen sich die Resortgäste und Tagestouristen anschließen können: Vorträge über die Tiere, geführte Strandwanderungen, Quadbike fahren, Sandboarden usw. Ich ließ es aber erstmal ruhig angehen und schlenderte am Strand entlang, wobei ich viele Vögel beobachten konnte. Außerdem gibt es hier ein Delfinzentrum mit vielen Infos zu Walen und Delfinen, und zu Schutzorganisationen wie z.B. Sea Shepherd. Hier lagen auch Petitionen gegen den Walfang aus und es gab viel interessantes Material.

Kormorane

Kormorane

Ab und zu kam doch die Sonne raus!

Ab und zu kam doch die Sonne raus!

Bush stone curlew (Langschwanztriel)

Bush stone curlew (Langschwanztriel)

Nachdem ich im Resort zu Mittag gegessen hatte, ging dann die Bootsfahrt los, die ich gebucht hatte: Eine dreistündige Fahrt zum Delfine, Dugongs und Schildkröten beobachten. Dugongs sind übrigens äußerst scheue und gefährdete Seekühe, die hier vor den Küsten Seegras fressen.
Leider war uns das Glück aber nicht besonders hold: Wir sahen nur ein Dugong, und das sehr undeutlich, und eine Schildkröte, bis es anfing, wie aus Eimern zu schütten. Die Sicht war somit sehr, sehr schlecht, und keine Tiere ließen sich blicken. Dann wurden auch noch zwei der anderen seekrank, so dass unser Boot zum Resort zurück kehrte. Schade, aber da kann man nichts machen! Zum Glück war der Tag ja noch nicht zu Ende, schließlich stand noch die Fütterung auf dem Programm.

Auf der Bootsfahrt

Auf der Bootsfahrt

Und wieder Kormorane - wenigstens diese geschickten Fischer ließen sich nicht vom Regen vertreiben!

Und wieder Kormorane - wenigstens diese geschickten Fischer ließen sich nicht vom Regen vertreiben!

Die Tangalooma Wrecks - diese alten Schiffswracks wurden nicht, wie z.B. auf Fraser Island, hier angespült, sondern extra hergebracht, um als Wellenbrecher zu fungieren und Besuchern und Tieren der Bucht mehr Schutz zu bieten

Die Tangalooma Wrecks - diese alten Schiffswracks wurden nicht, wie z.B. auf Fraser Island, hier angespült, sondern extra hergebracht, um als Wellenbrecher zu fungieren und Besuchern und Tieren der Bucht mehr Schutz zu bieten

Nach der Bootsfahrt hörte ich mir einen Vortrag über Delfine im Delfinzentrum an. Es ging um die elf Delfine, die jeden Abend zum Füttern nach Moreton Island kommen: Wie diese Gewohnheit entstand, die verschiedenen Lebensläufe und Charaktere, Verwandtschaftsbeziehunen usw. Es war wahnsinnig interessant, und für den Biologen, der den Vortrag hielt, war es einfach ein Traum hier zu arbeiten, wodurch seine Begeisterung richtig rüberkam.
Ich spazierte dann noch ein wenig über die Insel, dann war auch schon der Abend gekommen.

Das Delfinzentrum

Das Delfinzentrum

Flughunde

Flughunde

Auf dieser Tafel am Strand wird verzeichnet, welche Delfine wann genau auftauchen

Auf dieser Tafel am Strand wird verzeichnet, welche Delfine wann genau auftauchen

Ich setzte mich schon sehr früh auf die Mole, um ja nicht die Ankunft der Delfine zu verpassen, und traf dabei eine Frau, die jedes Jahr eine Woche hier Urlaub machte, um die Delfine zu sehen. Wir waren nur ein kleines Grüppchen, das hier im Nieselregen ausharrte. Nach und nach kamen dann mehr Touristen, und alle warteten gespannt.
Und dann kamen sie! Wie aus dem nichts schoss plötzlich ein grauer Körper hervor, dann zwei weitere, und plötzlich schien das ganze erhellte Areal vor dem Strand erfüllt von dahin schießenden, quirligen Delfinen, platschenden Wellen und turbulenten Spielen. Was für ein einmaliges, unbeschreibliches Erlebnis, die Tiere von der Mole aus beobachten zu können, wie sie Fische jagten, Babys säugten, miteinander spielten und umher schwammen.
Um im Gegensatz zu Monkey Mia, wo man ja vor dem Strand wartet, kann man sie hier eben von oben sehen und kann somit wirklich alles gut beobachten. Hier kann man die Delfine auch nicht einfach umsonst füttern, sondern muss sich ein Ticket kaufen. Es wird streng kontrolliert, dass die Tiere nur ca. 15% des täglichen Tagesbedarfs hier bekommen, damit sie trotz der Fütterung noch viel selbst jagen und somit wirklich wild bleiben.
Wer ein Ticket hat, muss sich anstellen, und geht dann mit einem Biologen ins Wasser. Der Strand ist strikt abgesperrt, und alle Besucher warten einige Meter vom Wasser entfernt. Bevor man hineingeht, muss man Hände und Arme desinfizieren, und vorher bekommt man noch Anweisungen zu den richtigen Verhaltensregeln im Wasser. All dies wird in Monkey Mia nicht beachtet, so dass dort alles viel unkontrollierter zugeht. Natürlich waren auch hier sehr viele Besucher, aber durch die Sitzplätze auf der Mole, den Ticketverkauf und die Absperrungen war alles viel kontrollierter und hat einen viel besseren Eindruck auf mich gemacht.

Ich war schon den ganzen Tag aufgeregt gewesen, aber als ich nun endlich ins Wasser ging und der Delfin direkt vor mir war, war es ein einmaliges Gefühl. Es ging sehr schnell, aber es war einfach irre, als die Delfindame den Fisch ganz sanft und zaghaft aus meiner Hand nahm - und ich hätte nie gedacht, dass Delfine aus der Nähe so riesig aussehen.
Direkt nach der Fütterung ging es dann mit der Fähre zurück nach Brisbane.
Der ganze Tag auf Moreton Island war wie ein wunderbarer Traum und gehört ganz sicher zu den besten Erfahrungen der ganzen Reise.

© Mirjam & Nico L., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Juli bis November 2009 machte ich ein Auslandssemester an der James Cook University in Cairns. Danach reiste ich vier Monate mit dem Rucksack durch das Land - zunächst schaute ich mit Zentralaustralien und den Süden an und bereiste dann einen Monat lang den Westen, bevor ich vier Wochen in Melbourne und Tasmanien verbrachte. Zum Schluss verbrachte ich dann noch etwas Zeit in Sydney, in Brisbane und im Outback von Queensland.
Details:
Aufbruch: 22.07.2009
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 24.03.2010
Reiseziele: Australien
Hongkong
Der Autor
 
Mirjam & Nico L. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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