2009 - Zurück nach Australien

Reisezeit: Juli 2009 - März 2010  |  von Mirjam & Nico L.

New South Wales & Queensland: Zurück in Cairns

Um 18.30 Uhr kamen wir in Townsville an, wo ich in den Bus nach Cairns umstieg. Dieser Bus war wirklich bis auf den letzten Platz besetzt, da der Zyklon am Sonntag nahe Mackay eintreffen sollte und nun alle Backpacker Richtung Norden zogen. Als wir um ein Uhr morgens in Cairns ankamen, hatte ich noch kein Auge zugetan, nahm mir ein Taxi und fiel dann hundemüde in mein Hostelbett.

Abendliches Townsville

Abendliches Townsville

Am nächsten Tag machte ich noch eine unerwartete Tagestour. Als ich in Alice Springs mein Greyhound-Ticket für diese Reise gekauft hatte, hatte die Mitarbeiterin nämlich falsch meine Kilometer ausgerechnet und mir eben mal schlappe 5000km zu viel angedreht... Als ich das irgendwann bemerkte, ärgerte ich mich natürlich schwarz, aber auch nach vielen Telefonaten und Beschwerden gab es leider keinen Weg, das Geld zurück zu erhalten. Die einzige Möglichkeit, wenigstens noch ein bisschen dafür zu bekommen, war, einen Teil der Kilometer gegen eine Unterkunft in Cairns und diese Tagestour einzutauschen. So war wenigstens nicht das ganze Geld vollkommen verschwendet.
So kam es, dass ich statt im schönen JJs Backpackers, das ich eigentlich gebucht hatte, in einem unschönen, schmutzigen Party-Hostel endete, und dass ich heute eben noch diese Tagestour machte.

Morgens ging es also von Cairns aus los, zuerst in den Daintree National Park. Dieser Nationalpark ist einer der berühmtesten ganz Australiens, ca. 100km nördlich von Cairns. Er gehört zum Weltnaturerbe und beherbergt 700 endemische Pflanzenarten, sowie viele verschiedene Vogel-, Säugetier-, Fledermaus- und Schmetterlingsarten. Ich hatte schon 2006 eine Tagestour in den Daintree gemacht, aber das war so lange her, dass ich mich sehr freute, noch einmal hierher zu kommen.
Nach einer kleinen Pause mit Tee und Keksen machten wir eine einstündige Bootsfahrt auf dem Daintree River. Die Fahrt war wunderschön - auf dem stillen Fluss durch den Regenwald zu gleiten, gibt einem ein wirkliches Abenteuergefühl. Der Guide erzählte viel zu den Pflanzen und Tieren des Flusses. Die Stars sind natürlich riesigen Salzwasserkrokodile, aber wie schon beim letzten Mal bekamen wir wieder keines zu Gesicht. Bis sich plötzlich, kurz vor Ende der Fahrt, ein kleines Babykrokodil blicken ließ! Es paddelte einige Zeit herum, bevor es wieder wie der Blitz im Unterholz des Ufers verschwand. Nun habe ich also auch ein wildes Krokodil gesehen, auch wenn es eher klein und süß als groß und gefährlich war!

Fahrt auf dem Daintree River

Fahrt auf dem Daintree River

Als nächstes ging es zu den Niau Falls. Zu diesen Wasserfällen führt ein Wanderweg, der nur aus Trampelpfaden besteht. Die Wanderung war nur kurz, aber das war auch ein Glück, denn wir wurden von Moskitos halb aufgefressen. Obwohl sie mir mittlerweile eigentlich nicht mehr so viel ausmachten, waren es hier wirklich so viele, dass ich halb verrückt wurde.
Bei den Wasserfällen, die auf einem Privatgelände liegen, war es herrlich einsam. Niemand sonst war hier und es war sehr friedlich und entspannend.

Der Bach, der die Niau Falls speist

Der Bach, der die Niau Falls speist

Nachdem wir Lunch in einem Café hatten, ging es dann für den Nachmittag zum Cooya Beach nach Kuku Yalanji. Hier gingen wir mit Aborigines Muscheln sammeln, fischen und Krabben jagen - genau das, was ich im August als Exkursion von der Uni aus gemacht hatte. Als Greyhound mir diese Tour gebucht hatte, hieß es nur, dass es eine Daintree-Tour war, und so hatte ich gar nicht gewusst, dass es auch nach Cooya Beach ging. Ich war also richtig überrascht, aber freute mich sehr, noch einmal hierher zu kommen!
Cooya Beach ist einer der schönsten Orte Australiens: Dieser herrliche, weite Strand, an dem sich fast niemand aufhält, mit seinen wilden Mangroven und dem Blick bis zum Horizont. So ein Gefühl von Frieden, Freiheit und ursprünglicher Schöpfung habe ich selten woanders gefühlt.
Die Tour wurde heute von Brandon gemacht, und nicht von Linc, seinem Bruder, so dass ich nun sogar beide Walker-Brüder kennen lernte. Es war einfach klasse, noch einmal hierher zu kommen, und wieder Geschichten vom Kubirri Warra Clan zu hören.
Die Tour lief ansonsten genauso ab wie beim letzten Mal, darum schreibe ich nun nicht mehr so viel dazu: Zunächst gingen wir am Strand entlang und dann in die matschigen Mangroven, dann wieder am Strand zurück, durch die ansteigende Flut watend. Wir fanden zwei große Krabben und viele Muscheln, und saßen dann auf der Veranda von Lincs und Brandons Mutter, wo Brandon von seiner Familie und ihre Traditionen erzählte. Nach einem ausgiebigen Essen fuhren wir wieder zurück nach Cairns.

Kuku Yalanji

Kuku Yalanji

Trampelpfad durch die Mangroven

Trampelpfad durch die Mangroven

Brandon und unser Guide

Brandon und unser Guide

Auf der Suche nach Krabben

Auf der Suche nach Krabben

In den Mangroven

In den Mangroven

Zurück geht es durch das ansteigende Wasser

Zurück geht es durch das ansteigende Wasser

Abendessen auf der Veranda

Abendessen auf der Veranda

Auf der Fahrt zurück nach Cairns

Auf der Fahrt zurück nach Cairns

Es war ein verrücktes Gefühl, nun wieder zurück in Cairns zu sein, wie nach Hause kommen. Aber ich war ja nur drei Tage hier, und die vergingen wahnsinnig schnell. Ich schaute noch einmal in der WG vorbei (auch wenn ich dort inzwischen niemanden mehr kannte), musste noch Unterlagen in der Uni abholen, traf mich mit der Kommilitonin, die mein Laptop aufbewahrt hatte, und schlenderte zum Abschied durch Cairns und Smithfield.
Am letzten Abend ging ich an der Esplanade entlang zurück ins Hostel, wo ich überraschenderweise nach nur zwei Stunden alles fertig gepackt hatte. In den vier Monaten, die ich unterwegs gewesen war, hatte sich natürlich viel angesammelt, andererseits schmeißt man aber ja am Ende einer Reise auch viel weg, so dass doch alles gut passte.
Ich hatte schon zeitweise einen kleinen Kloß im Hals, aber ich war nicht wirklich traurig. Acht Monate sind eine lange Zeit und waren für mich dieses Mal wirklich genug. Ich sehnte mich nach meiner Familie und meinen Freunden, nach einem eigenen Bad und Bett und einfach nach meinem Zuhause. Ein Semester in Deutschland, dann direkt ein Semester in Australien und dann vier Monate Reise ohne großartige Relaxzeiten - das war wirklich ein k.o.-Programm, und vor allem war ich auch an der Grenze der Aufmerksamkeit. Ich freute mich sehr, dass ich nun noch drei Wochen bis Unibeginn in Deutschland hatte, wo ich einfach nur ausruhen, nichts tun und Zeit mit meiner Familie verbringen konnte.
Und am Wichtigsten: Ich konnte dieses Mal mit einem guten Gefühl nach Hause fliegen. Mein Aufenthalt war einfach nur wunderschön gewesen, das Semester war erfolgreich verlaufen, die Rundreise hatte super geklappt, ich hatte alles gesehen und erlebt was ich geplant hatte... Insofern war ich zwar wehmütig, aber auch sehr fröhlich, als der letzte Tag der Reise zu Ende ging.

Letzte Aufnahmen in Cairns...

Letzte Aufnahmen in Cairns...

© Mirjam & Nico L., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Juli bis November 2009 machte ich ein Auslandssemester an der James Cook University in Cairns. Danach reiste ich vier Monate mit dem Rucksack durch das Land - zunächst schaute ich mit Zentralaustralien und den Süden an und bereiste dann einen Monat lang den Westen, bevor ich vier Wochen in Melbourne und Tasmanien verbrachte. Zum Schluss verbrachte ich dann noch etwas Zeit in Sydney, in Brisbane und im Outback von Queensland.
Details:
Aufbruch: 22.07.2009
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 24.03.2010
Reiseziele: Australien
Hongkong
Der Autor
 
Mirjam & Nico L. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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