Mit dem Rucksack durch Dubai, Thailand und Australien

Reisezeit: September 2016 - Mai 2017  |  von Clara + Moritz Woelle

Thailand: Chiang Mai Trekking

Trekking

Am Ende von unserem Chiang Mai Aufenthalt machten wir noch eine Trekkingtour.
Am 27.10 rief ich bei einem Trekkingunternehmen (Thai Eco Trek Adventure) an, von dem wir den Flyer in unserem ersten Hostel in Chiang Mai gefunden hatten und das auf uns einen guten Eindruck gemacht hatte, weil es von Angehörigen der Karen, einem Hilltribe (Bergvolk), geführt wird und auch die Guides aus den Dörfern stammen die wir dann besucht haben.
Nach mehreren Verständigungsproblemen am Telefon, wegen des schlechten Netzes, war dann alles wichtige geklärt und wir wussten, dass wir am nächsten morgen um 8:00 Uhr am Hostel abgeholt werden. Auf der Website fanden wir dann noch eine Packliste, was man auf eine Trekkingtour mitnehmen sollte. Natürlich haben wir zusätzlich zu Klamotten, Regenjacke und Badesachen die man mitnehmen sollte auch noch jeder ein Moskitonetz und unsere Travelsheets mitgenommen...
Im Nachhinein hätten wir stattdessen lieber eine Jogginghose und eine Jacke mitgenommen, denn abends wurde es sehr kalt und ein Moskitonetz und ordentliches Bettzeug war neben einem sehr bequemen Doppelbett in der Oldricefield-Eco-Lodge bereitgestellt.
Aber zurück auf Anfang.
Wir wurden also am 28.10. morgens am Hostel abgeholt und fuhren dann zu einem Markt ca. 40 min. außerhalb von Chiang Mai. Wie sich zeigte, hatte sich niemand sonst für die Tour angemeldet, sodass wir die einzigen beiden waren.
Am Markt angekommen besorgte unser Guide unser Mittagessen und verschiedene Früchte (unter anderem Durian, auch bekannt als Stinkfrucht ) und machte uns auf die regionalen Besonderheiten, wie z.B. Tabak, Gemüse und Tee aus den Bergdörfern aufmerksam.

Vom Markt aus fuhren wir nochmal etwas mehr als eine Stunde durch zwei Nationalparks (Doi Ithanon und Obluang) hoch in ein Gebirge und zu dem Dorf wo wir unseren Trek starteten.
Wir liefen durch dichten Wald auf einem schmalen Pfad immer den Berg hoch und bekamen unterwegs immer wieder Pflanzen oder Tiere gezeigt und etwas über sie erzählt. Insgesamt sahen wir viele Termiten, Frösche, eine rote ca. 20 cm lange Eidechse, Bananenstauden, Zimtbäume, Kaffeepflanzen, Durianbäume, Guavenbäume und eine Maracuja, diewir essen durften .
Die erste Pause machten wir in einem Bananenwald, wo unsere beiden Guides Bananenblätter abschnitten, die wir am Abend als Unterlagen benutzten und in die unser Mittagessen für den nächsten Tag eingepackt wurde .
Gegen 12:00 Uhr machten wir auf einer Bergkuppe Mittagspause, wo wir unsere Essensbündel mit Reis, Gemüse und Ei bekamen. Dazu gab es noch frittierten "Baby-Gibbon", welcher erstaunlich nach Hühnchen geschmeckt hat , zwei verschiedene Arten Currypaste und Gemüse. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg, war das Essen eine schöne Belohnung und auch die Aussicht auf die umliegenden Berge und Dörfer war wunderschön.
Nach dem sehr leckeren Essen begannen wir den Abstieg zu den Reisfeldern, die sich wie ein gelber Fluss durch das Tal schlängelten. Dann gings wieder bergauf in ein Dorf der Karen, wo wir sehen konnten, wie sie heute leben und bekamen noch die Schule für die kleineren Kinder gezeigt.
Vom Dorf aus ging es noch ein kurzes Stück bergab zu unserer Unterkunft für die Nacht, der Old Ricefield Eco Lodge, welche zwischen zwei Wasserfällen liegt und eigentlich nur aus einem Haupthaus mit Schlafplätzen und einer Küche und einem Toilettenhaus besteht. Das Haus ist aus Bambus gebaut, allerdings nicht aus Bambusstämmen, sondern aus ca. 1cm breiten Streifen die aussahen als hätte man einen Bambusstamm genommen und ihn aufgewickelt und sowohl durch die Wände als auch durch den Boden konnte man recht gut durchschauen (Es war ein Stelzenhaus). Die Küche bestand aus einer Feuerstelle in einem alten Benzinfass, auf das ein Grillrost gelegt worden war und wir wunderten uns beide, dass nicht das ganze Haus feuer fing .

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten und uns etwas ausgeruht und die Gegend erkundet hatten, zogen wir uns um und gingen zum Baden in einen der beiden Wasserfälle. Wir mussten uns etwas überwinden ins Wasser zu gehen, da man den Boden nicht sah und es außerdem recht kalt war. Nachdem wir dann drin waren fanden wir es aber ganz toll
Am abend musste der Guide, der uns abgeholt hatte leider weg, um eine neue Gruppe abzuholen und wurde durch einen jüngeren abgelöst, der uns dann gleich Abendessen machte und mit dem wir uns noch eine Weile unterhielten und ein Denk- und ein Trinkspiel spielten. Für das Trinkspiel musste allerdings Wasser herhalten und später Ruß mit dem wir angemalt wurden ). Der Guide konnte sehr gut kochen (es gab Reis, gemischtes Gemüse mit Huhn, scharfes Ei und Currysuppe mit Huhn ) und es wurde ein lustiger Abend.
In der Nacht froren wir beide etwas und hatten schon Sorge dass wir uns erkälten, denn es wurde sehr kalt (bestimmt 16°C aber gefühlte 10°C ), was wir bis jezt auf der ganzen Reise nicht hatten und es regnete fast die ganze Nacht. bei der Temperatur sind wir uns allerdings nicht ganz sicher, da wir abends unseren Atem sehen konnten.
Am nächsten Morgen wurden wir von einer Gottesanbeterin begrüßt, die an der Außenseite unseres Moskitonetzes hing und ihren Platz auch nicht verlassen wollte, als wir versuchten sie abzuschütteln.
Das Frühstück war sehr üppig mit Rührei, Toast, Wassermelone, Marmelade und Reis und gegen 10:00 Uhr gingen wir, über einen anderen Weg als am Vortag, durch Reisfelder zurück in das Dorf und von da aus nocheinmal hoch auf einen Berg. Bis wir allerdings den Berg erreichten, mussten wir über einen Pfad, oder vielmehr neben einem Pfad, gehen der nach der regnerischen Nacht eher einem Matsch-Fluss glich. Mit viel Geschlidder und sehr dreckigen Schuhen erreichten wir nach gut einer Stunde wieder einen Weg auf dem man normal laufen konnte, was vor allem Claras laune wieder besserte . Zum Mittagessen legten wir Bananenblätter auf den Weg und setzten uns darauf und wickelten dann unsere Essenspäckchen aus, die wir von der Lodge mitgenommen hatten. Nach dem Essen gingen wir noch ein kleines Stück im Wald und dann erreichten wir freies Feld und die Aussicht von dort entschädigte uns für den mühsamen Aufstieg.

Wir waren fast auf dem Gipfel des Berges und weit über dem Dorf durch das wir morgens gegangen waren und die Wolken zogen neben uns über den Gipfel und lagen unter uns im Tal.
Während dem weiteren Weg zog es immer weiter zu und ich fühlte mich ein bisschen wie im Wanderurlaub in Österreich . Die neblige Landschaft gefiel uns sehr gut, da hier (wie auch in den Bergen generell) die Luft sehr angenehm kühl war.
Das Ziel des Treks war ein zweites Dorf, wo wir nochmal einen Einblick bekamen, wie die Karen leben. Die Holz- oder Bambushäuser standen alle auf Stelzen und unter dem Wohnhaus war bei fast jedem Haus ein Schwein angebunden. Über die Straße des Dorfes liefen auch viele Hühner, Hunde und Kühe mit Kälbern.
Von hier ging es auf der Ladefläche eines Pickups zurück zu dem Dorf bei dem wir am Vortag gestartet waren.
Beim Warten auf den Guide der uns am Vortag abgeholt hat und uns auch wieder zurück fuhr, rauchte ich mit einem der anderen Guides lokalen Tabak mit Tamarinde, eingerollt in ein Bananenblatt.
Vor der Rückfahrt mussten wir noch bezahlen und zu unserer Freude bekamen wir jeder einen 300 Baht Nachlass, weil wir nicht über eine Touri-Info sondern beim Guide direkt gebucht haben .

Fazit:
Der Trek war eine wunderbare Erfahrung bei der wir auch mal die Umgebung kennengelernt haben, weil wir uns ja sonst eher in Städten aufhalten.
Es hat uns auch alles sehr viel Spaß gemacht, nur der Matsch war am zweiten Tag etwas störend. Am schönsten fanden wir die Aussicht von den Bergen über das Tal und die Wanderung durch die Wolken am zweiten Tag. Und natürlich den Wasserfall zum Baden . aber auch die Lage der Lodge war sehr schön und wir wären am liebsten noch eine Nacht dort geblieben, einfach nur zum entspannen und die Natur genießen.

(Von Mo)

Der Bananenwald. Meiner Meinung nach das schönste Waldstück, das wir gesehen haben. (Clara)

Der Bananenwald. Meiner Meinung nach das schönste Waldstück, das wir gesehen haben. (Clara)

Aussicht am Mittag

Aussicht am Mittag

Schön in Bananenblätter eingewickeltes Mittagessen

Schön in Bananenblätter eingewickeltes Mittagessen

"Baby-Gibbon" (Hähnchen) und Curry-Paste

"Baby-Gibbon" (Hähnchen) und Curry-Paste

Der Reis "Fluss"

Der Reis "Fluss"

Freilaufende Kühe

Freilaufende Kühe

Die Old-Ricefield-Eco-Lodge

Die Old-Ricefield-Eco-Lodge

Eiskalt baden im Wasserfall

Eiskalt baden im Wasserfall

Unser Zimmer für die Nacht

Unser Zimmer für die Nacht

Der leider sehr matschige Weg

Der leider sehr matschige Weg

Für diese Aussicht hat sich der Weg gelohnt

Für diese Aussicht hat sich der Weg gelohnt

Unsere Route. 
Rot = 1.Tag , Blau = 2.Tag

Unsere Route.
Rot = 1.Tag , Blau = 2.Tag

Auf dem Berg im Nebel

Auf dem Berg im Nebel

Hier gab es überall wild wachsenden Weihnachtsstern

Hier gab es überall wild wachsenden Weihnachtsstern

© Clara + Moritz Woelle, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach dem Abitur machen wir beide (Clara und Moritz) eine Backpack-Reise mit Stopps in den Vereinigten Arabischen Emiraten (3 Wochen), Thailand (ca. 2,5 Monate) und Australien (ca. 4 Monate).
Details:
Aufbruch: 15.09.2016
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 11.05.2017
Reiseziele: Vereinigte Arabische Emirate
Thailand
Australien
Der Autor
 
Clara + Moritz Woelle berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.